Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

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SPS
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Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

Beitrag von SPS » Mittwoch 4. Dezember 2019, 05:58

Installation weicht von Norm DIN 18014 ab
https://www.elektropraktiker.de/nachric ... -18014-ab/

Andere machen die Arbeit nicht Richtig und der "Dumme" E-Fachmann soll es Verantworten.
Es wird Zeit, das wirklich ein Haus wieder Abgerissen wird und die Baufachleute die Kosten übernehmen
Mit freundlichem Gruß sps

E-Jens
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Re: Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

Beitrag von E-Jens » Mittwoch 4. Dezember 2019, 06:58

Hallo,

interessant wäre zu wissen, ob es von der montierten Erdungsanlage ein unterzeichnetes Abnahmeprotokoll mit den benötigten Bildern gibt.
Gruß Jens

karo1170
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Re: Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

Beitrag von karo1170 » Donnerstag 5. Dezember 2019, 22:35

SPS hat geschrieben:
Mittwoch 4. Dezember 2019, 05:58
Installation weicht von Norm DIN 18014 ab
https://www.elektropraktiker.de/nachric ... -18014-ab/

Andere machen die Arbeit nicht Richtig und der "Dumme" E-Fachmann soll es Verantworten.
Es wird Zeit, das wirklich ein Haus wieder Abgerissen wird und die Baufachleute die Kosten übernehmen
Hast du gelesen und verstanden, was in dem Artikel beschrieben wurde? Insbesondere das hier:

"Allerdings wird es Fälle geben (z. B. diese aktuelle Anfrage), bei denen eine streng den normativen Anforderungen entsprechende Umsetzung der DIN 18014 [1] ausdrücklich nicht mehr möglich ist (z. B. durch nicht mehr korrigierbare Abweichungen in der Bauausführung). In solchen Fällen muss die verantwortliche Elektrofachkraft in Abweichung von den genauen normativen Anforderungen, auf Basis der „Schutzziele“ der DIN 18014 [1] eine Lösungsvariante erarbeiten und in Abweichung von der einschlägigen Norm dann auch letztlich verantworten.

Anmerkung. Abweichungen von Normen sind in „Eigenverantwortung“ möglich, müssen aber genau dokumentiert und begründet werden und in der Gesamtbetrachtung technisch immer gleichwertig oder höherwertig sein. "

Das ist kein Pfusch. Das ist das klassische Beispiel einer abweichenden, aber praxisgerechten Ausfuehrung der Erdungsanlage. Einen Ringerder in eine 2m-Bodenaustauschschicht aus Lavagestein einzulegen ist sinnfrei.

Wenn der "Dumme" E-Fachmann das nicht beurteilen kann oder will, sondern nur stur den Normentext herbetet, dann soll er seinen Job wechseln und das jemanden ueberlassen, der Loesungen sucht. Nicht Pseudo-Probleme herbeizitiert.

E-Jens
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Re: Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

Beitrag von E-Jens » Freitag 6. Dezember 2019, 11:38

Hallo,

die Entscheidung ob es Strom gibt, trifft doch der Netzbetreiber. Nur aus dem Grund, dass die Protokollierung des Fundamenterders im Gebäude nicht der Regel entspricht, hat er das Recht den Strom vorzuenthalten. Wenn zudem noch der äußere Erder aus verzinktem Stahl besteht, gehe ich davon aus, dass keine Profis am Werk waren.
Hier muss man als Elektriker aufpassen, dass man nicht anderer Leute Probleme übernimmt.
Gruß Jens

Dipol
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Re: Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

Beitrag von Dipol » Freitag 6. Dezember 2019, 14:25

E-Jens hat geschrieben:
Freitag 6. Dezember 2019, 11:38
Hier muss man als Elektriker aufpassen, dass man nicht anderer Leute Probleme übernimmt.
Es ist doch ein offenes Geheimnis, dass die Mehrheit konzessionierter EFK, mangels VDE-Abo die seit DIN 18014:2007-09 eingetretenen Änderungen entweder nicht kennt und tradionell eben das macht, was man schon immer gemacht hat. Da auch noch Schiss dazu kommt Anschlussaufträge zu verlieren wenn man sich nicht als als Geistheiler von Erdungsanlagen betätigt, obwohl doch an der HES gut sichtbar ein feuerverzinktes Stück Stahl aus dem Boden ragt, wird sich so schnell nix ändern.

Wenn auch nur jede 10. Elektrofachkraft die Normkompetenz UND das Rückgrat gehabt hätte nie gesehene undokumentierte Erdungsanlagen nach einem Blick auf ein aus dem Boden ragendes Stahlstück NICHT gesundzubeten, wäre der Spuk doch schon lange vorbei. Es fehlte am Mumm und in den Foren stehen reichlich Beiträge, in denen Elis nicht die normwidrige Praxis sondern die praxisfremde Norm beklagen, zu deren überschaubarer Lektüre sie zumeist keine Zeit hatten.

Die Stellungnahmen der Experten des b.v.s, die sich in den Einspruchphasen der beiden Normausgaben vornehm zurückgehalten haben, hat auch nicht zu weniger Ignoranz geführt. Nach deren Ansicht ist die DIN 18014 keine Anerkannte Regel der Technik, weil sie kaum einer kennt. Ich kenne noch mehr Normen auf die das zuträfe und darunter auch europäisch oder international harmonisierte.

Wie aus den Kreisen von ZVEH und NaBAU per Buschfunk zu hören ist, wird sich bei der nächsten Normausgabe einiges ändern.

EDIT: Tippfehler beseitigt
Zuletzt geändert von Dipol am Freitag 6. Dezember 2019, 19:18, insgesamt 1-mal geändert.

froebel88
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Re: Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

Beitrag von froebel88 » Freitag 6. Dezember 2019, 17:12

Was sind denn so die wesentlichen Änderungen der alten zur neuen Norm? Oder geht es 'nur' um die Doku?

Dipol
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Re: Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

Beitrag von Dipol » Freitag 6. Dezember 2019, 19:15

froebel88 hat geschrieben:
Freitag 6. Dezember 2019, 17:12
Was sind denn so die wesentlichen Änderungen der alten zur neuen Norm? Oder geht es 'nur' um die Doku?
Die Diskussion ist noch nicht abgeschlossen, weshalb die Antwort spekulativ ist.

Auf Basis der bisherigen Infos erwarte ich, dass in 5.4 die bei Faserbeton unsinnige Formulierung gestrichen und 5.7.2 ansonsten weitgehend liberalisiert wird. Als Kritiker der Ausgabe DIN 18014:2014-03 hoffe ich, dass die Anschlussfahnen wieder wie in der DIN 18014:2007-09 zugeordnet werden und der m. E. unsinnige Tausch der Anschlussfahnen bei Ringerdern und Fundamenterdern bzw. FPAL rückgängig gemacht wird.

Bei Fundamenterdern wie auch Funktionspotenzialausgleichsleitern ist es nach Reihe IEC 62305 ausreichend diese alle 5 m mit Bewehrungen zu verschrauben. Die 2 m Abstand stammen noch aus DIN 18014 Altnormen, als noch verrödelt werden durfte.

Nachdem im ÖVE bei geringerer Maschenweite von max. 20 m x 10 m von 5 auf 2 m umgestellt wurde und teilweise gleiche Personen in DIN/VDE und ÖVE mitwirken, bleibt es spannend was bei den Maschenweiten und Verbindungsabständen in der neuen DIN 18014 herauskommt. Dass die Doku-Pflicht entfällt glaube ich nicht, aber evtl. wird es wieder zulässig sein, dass gemäß einem Normentwurfsstand von 2012 die Maurer unter Regie einer EFK arbeiten dürfen. Dieser Passus wurde in DIN 18014:2014-03 nicht übernommen.

Dipol
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Re: Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

Beitrag von Dipol » Samstag 7. Dezember 2019, 13:05

Dipol hat geschrieben:
Freitag 6. Dezember 2019, 14:25
Die Stellungnahmen der Experten des b.v.s, die sich in den Einspruchphasen der beiden Normausgaben vornehm zurückgehalten haben, hat auch nicht zu weniger Ignoranz geführt. Nach deren Ansicht ist die DIN 18014 keine Anerkannte Regel der Technik, weil sie kaum einer kennt. Ich kenne noch mehr Normen auf die das zuträfe und darunter auch europäisch oder international harmonisierte.
In der heute zugestellten ep 12-19 geht der Autor Wettingfeld auf die Entwickung der Erdungsanlagen seit 1927 ein und würdigt die Enthaltsamkeit von "Experten" (in Gänsebeinchen) während der Auslegungsphasen der DIN 18014, womit die von mir schon genannten Autoren der b.v.s-Stellungnahme gemeint sind.
Wettingfeld hat geschrieben: Anmerkung:
Ein normatives Dokument zu einem technischen Gegenstand wird zum Zeitpunkt seiner Annahme als der Ausdruck einer anerkannten Regel der technik anzusehen sein, wenn es in Zusammenarbeit der betroffenen Interessen durch Umfrage- und Konsensverfahren erzielt wurde

karo1170
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Re: Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

Beitrag von karo1170 » Sonntag 8. Dezember 2019, 18:09

Dipol hat geschrieben:
Samstag 7. Dezember 2019, 13:05
In der heute zugestellten ep 12-19 geht der Autor Wettingfeld auf die Entwickung der Erdungsanlagen seit 1927 ein und würdigt die Enthaltsamkeit von "Experten" (in Gänsebeinchen) während der Auslegungsphasen der DIN 18014, womit die von mir schon genannten Autoren der b.v.s-Stellungnahme gemeint sind.
Moeglicherweise haben eine Vielzahl an "Experten" die Auslegungsphase schlicht verpasst?

IIRC wird diese DIN wohl nicht bei den DIN VDE Entwuerfen mit ausgelegt, sondern irgendwo im DIN-Normen-Entwurfsportal?

Also zwischen DIN1460 -Umschrift kyrillischer Alphabete und DIN ISO 7210 - Zigaretten-Abrauchmaschine für Routineanalysen. Ich halte es fuer moeglich, das nicht jeder "Experte" ein abendfuellendes Studium der aktuellen DIN Entwuerfe absolvieren kann oder moechte...

Ich halte es trotzdem fuer wuenschenswert, das die Erschaffer der Norm sich auf technisch begruendbare Vorgaben fuer Erdungsanlagen beschraenken und nicht den Versuchungen erliegen, neue Fachkraftdefinition fuer Erdungsanlagenbauerrichtungsbefaehigungen und Vorgaben fuer Bildbanderstellung zur Erdungsdoku und aehnliche Randerscheinungen als normatives Muss darzustellen.

Dipol
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Re: Installation weicht von Norm DIN 18014 ab

Beitrag von Dipol » Montag 9. Dezember 2019, 12:10

karo1170 hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 18:09
Moeglicherweise haben eine Vielzahl an "Experten" die Auslegungsphase schlicht verpasst?
Das haben sie definitiv und weder an der Normausgabe von 2017-09 noch der von 2014-03 mitgewirkt. Auf einer Innungsveranstaltung hatte ich mich mit dem Referenten, einem Sachverständigen und b.v.s Mitglied, unterhalten. Die Vertauschung der Anschlussfahnen waren dem renommierten Herrn G. bis dahin entgangen. hair1
karo1170 hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 18:09
IIRC wird diese DIN wohl nicht bei den DIN VDE Entwuerfen mit ausgelegt, sondern irgendwo im DIN-Normen-Entwurfsportal?
Richtig, und im DIN Entwurfsportal waren die Anschlussfahnen auch noch wie in der DIN 18014:2017-09 mit NIRO an Ringerder und NIRO oder St/tZn mit Kunststoffmantel an FE bzw. FPAL zugeordnet. Dem in der Ausgabe 2014-03 vorgenommenen Tausch konnte man noch nicht einmal widersprechen.
karo1170 hat geschrieben:
Sonntag 8. Dezember 2019, 18:09
Ich halte es fuer moeglich, das nicht jeder "Experte" ein abendfuellendes Studium der aktuellen DIN Entwuerfe absolvieren kann oder moechte...
Fakt ist, dass sich NIEMAND die Zeit genommen hat obwohl der Entwurf von 2012-12 wie auch die Norm von 2014-03 mit nur 25 Text- und Bildseiten + Anhänge A und B überschaubare Lektüren und kein Anlass für Gejammer sind. Hinterher hatte man beim b.v.s doch auch Zeit für zwei wortreiche Stellungnahmen.

Was auch immer von dem was du dir so wünschst in die neue Normausgabe einfließt: Bis sich die nächste DIN 18014 zu allen Baubeteiligten mit und ohne Normenabo herumgesprochen hat, werden erfahrungsgemäß wieder Jahre wenn nicht gar Jahrzehnte vergehen und das Thema normwidriger Erdungsanlagen in Foren und bei Gerichten weiter akut bleiben.

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