Prüfling löst Anlagen-RCD aus. Wie messen?

Hier geht es um allgemeine Normen der Elektrotechnik, Auslegungen und deren Anwendung
Pasimega
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Re: Prüfling löst Anlagen-RCD aus. Wie messen?

Beitrag von Pasimega » Mittwoch 4. Dezember 2019, 05:27

elo22 hat geschrieben:
Mittwoch 4. Dezember 2019, 03:51
Wie alt ist die Heizung?
Das kann ich ich jetzt leider nicht genauer beantworten. Ich weiß nur das das Gerät laut dem Kunden seit ca. 2 Jahren andauernd zur Wartung eingeschickt wird, dann zurück kommt und ein paar Tage später der gleiche Fehler wieder auftritt (Auslösen des FI's)

leonsberger
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Re: Prüfling löst Anlagen-RCD aus. Wie messen?

Beitrag von leonsberger » Mittwoch 4. Dezember 2019, 07:36

Du bist ja Fachmann, deshalb kannst dir wohl einen Adapter bzw. Anschlusskabel bauen um das Geräte ohne FI in Betrieb zu nehmen.
Ein Trenntrafo bringt dir da nichts.
Isolationswiderstandsmessung hast direkt am Heizstab durchgeführt?
lg Jochen

breadley-dr
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Re: Prüfling löst Anlagen-RCD aus. Wie messen?

Beitrag von breadley-dr » Mittwoch 4. Dezember 2019, 08:08

Pasimega hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 21:01

Nun wollte ich mit einem Prüfprotokoll des Gerätes beweisen dass das Gerät fehlerhaft ist, damit das Dilemma für den Kunden aufhören kann (Das ganze zieht sich anscheinend schon seit einer ganzen Weile), allerdings fällt auf mit Messgerät (Gossen Metrawatt Secutest) der FI in der Unterverteilung.
Hallo,

das mit dem Transformator geht schon, er muss nur eben ein TN-System erzeugen.

Dein größeres Problem ist, was macht dein Secutest? Wenn du einen RCD mit 30 mA hast und dieser auslöst bedeutet das ja, das der Ableitstrom entsprechend größer ist. Wenn man das vorher weiß, würde ich nicht das Prüfgerät riskieren.

bis denne

meisterglücklich
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Re: Prüfling löst Anlagen-RCD aus. Wie messen?

Beitrag von meisterglücklich » Mittwoch 4. Dezember 2019, 16:25

Es kann schon sein, daß erst bei Erwärmung der Heizspirale der Isolationsfehler auftritt.
Wenn der Schutzleiter in Ordnung ist (sollte man annehmen, wenn der FI auslöst), so ist der "Selbstmordadapter" tatsächlich die simpelste Methode, den Defekt einzukriesen, ohne großen Aufwand mit Trenntrafo und Sicherheitsunterweisung.
Einfach Meßzange zwischen und nach ein paar Minuten des Aufheizens wird ein Ableitstrom über den Schutzleiter fließen, der je nach Größenordnung für einen Defekt spricht oder im Rahmen des tolerablen ist (wobei letzteres mehr Probleme bereitet).

ego11
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Re: Prüfling löst Anlagen-RCD aus. Wie messen?

Beitrag von ego11 » Mittwoch 4. Dezember 2019, 19:00

Als Ableitstrom sind ja wohl max. 3,5mA zulässig.
Sollte sich dieser tatsächlich in dem Rahmen bewegen, würde ich überlegen einen separaten FI für die Steckdose zu installieren.

ggf. lässt sich das Problem auch durch trockenheizen ohne FI lösen.

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Toddy
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Re: Prüfling löst Anlagen-RCD aus. Wie messen?

Beitrag von Toddy » Mittwoch 22. April 2020, 12:19

Hallo,

es gibt diesen Messadapter mit bei Conrad zu kaufen. Der heißt SMA-10 und ist von Voltcraft. Ist nicht gerade billig, nutze ich jedoch um bei der Ausbildung das Auslösen des RCDs im Arbeitstisch zu verhindern.

Bei den Grenzwerten könnte es auch sein, das ein Ableitstrom größer 3,5mA zulässig ist, wenn es der Hersteller so angibt.
Du kannst bei diesem Messadapter auch in den Schutzleiter ein Multimeter einbauen um den Ableitstrom direkt zu messen.


Bleibt gesund!

Gruß Toddy

Probator
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Re: Prüfling löst Anlagen-RCD aus. Wie messen?

Beitrag von Probator » Donnerstag 23. April 2020, 11:26

Pasimega hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 21:01
Nun wollte ich mit einem Prüfprotokoll des Gerätes beweisen dass das Gerät fehlerhaft ist, damit das Dilemma für den Kunden aufhören kann (Das ganze zieht sich anscheinend schon seit einer ganzen Weile), allerdings fällt auf mit Messgerät (Gossen Metrawatt Secutest) der FI in der Unterverteilung.
Da brauchst du kein elektronisches Prüfprotokoll!

Wenn der FI im Secutest fällt, bist du gut oberhalb 10mA.
Fällt der in der Verteilung, bist du potentiell oberhalb 30mA. 8o

Es kann schon sein, dass das Gerät wieder in "normale Bereiche" (ich sag mal deutlich unter 10mA) zurückkehrt, sobald es das Wasser rausgeheizt hat. :cool:
Wenn du Zeit zum Spielen hast, kannst du dir ja einen Adapter mit klassischer Nullung bauen und den Strom dann mit der Leckstromzange messen. Der Secutest wird dich nämlich auch immer rauswerfen und sofort abschalten - Eigenschutz!
Wenn du schon beim Spielen bist, dann miss direkt an der Heizung die Isolation - vorher. Danach mal bisschen heizen, oft reichen schon 30 Sekunden. Danach nochmal Iso messen. Das ist aber nur aus akademischem Interesse - es bringt dich in der Praxis mit dem Gerät kein bisschen weiter.

Wenn du hier nicht hinterhergehst und den Hersteller unter Druck setzt, werden eure Benutzer aber immer wieder die gleichen Probleme haben - FI fällt raus. help1
Und dann fangen die Jungs und Mädels an zu basteln, überkleben vielleicht den Schutzleiter oder legen den RCD in der Verteilung tot und dann wirds richtig interessant.

Bei mir sähe der folgende Ablauf so aus:
Das Gerät wird außer Betrieb genommen, ggf. ein Protokoll dazugelegt.

Es war schon zu Reparatur beim Hersteller? Dann wird vom Hersteller ein Prüfprotokoll verlangt. Wenn er eine Reparatur durchgeführt hat, muss er das ja haben.
Hat er nicht oder stellt sich anderweitig dumm? Dann würde ich ihm mitteilen, dass sein Produkt verschrottet wird und zukünftig beim Mitbewerber gekauft wird, der in der Lage ist, CE- und normkonforme Produkte herzustellen. Thema erledigt.

laut&hell
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Re: Prüfling löst Anlagen-RCD aus. Wie messen?

Beitrag von laut&hell » Samstag 25. April 2020, 00:26

Moin zusammen,

Riso ist bei Geräten mit isolierten Heizelementen tatsächlich meist nur bedingt aussagekräftig, da der Isolationswiderstand bei Erwärmung massiv in den Keller geht, in der Praxis ist jedes von mir getestete Heizelement im heißen Zustand und 500V Messspannung durchgeschlagen, unabhängig von Zustand und Alter. Helfen tut das nur was, wenn dein Messgerät auch mit 250V messen kann.

Ebenso würde ich vom Hersteller den Nachweis der Prüfung nach der Reparatur fordern, die er Augenscheinlich wohl nicht gemacht hat oder dem Prüfer die korrekte Messung der Geräte nicht geläufig ist.

Es gibt für eine Elektrofachkraft nun zig Wege, die Heizung zu prüfen. Praxisnah wäre z.B. das Heizelement direkt an einer Werkstatttafel mit isoliertem Aufbau zu prüfen (das ist auf jeden Fall dann erforderlich, wenn die Heizung 2 polig z.b. über Schütz geschaltet wird). Dabei kann z.B. der Ableitstrom mit einem geeigneten Messgerät mit Differenzstrommessung ermittelt werden.
Der Versuchsaufbau unter Berücksichtigung entsprechender Schutzmaßnahmen sollte geläufig sein.

Wenn du (bzw. Dein Vorgesetzter) dir diese Prüfung nicht zutraut, sollte sich euer Einsatz tatsächlich darauf beschränken, die entsprechenden Prüfprotokolle vom Hersteller anzufordern.

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