Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

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Strippe-HH
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Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

Beitrag von Strippe-HH » Dienstag 26. November 2019, 20:28

Hier im Haus wurde in diesem Jahr eine Wohnung verkauft und ist von dem Neubesitzer völlig renoviert worden.
Er ließ dort alles herausreißen was beim Abbruch schon den ersten Ärger verursachte, durch ein beschädigtes Heizungsrohr wurden gleich zwei Wohnungen darunter geflutet.
Etwas später rückten die Elektriker da an und schon hatte hier der halbe Wohnungsstrang keinen Fernsehempfang mehr gehabt weil die alten Antennendosen dort ausgebaut wurden (Strangstruktur mit Einspeisung von oben).
Da das ein Eingriff in das Gemeinschaftseigentum ist, bekam der Neueigentümer schon von mir als Beirat die erste Breitseite verpasst. Die Typische Ausrede natürlich "Das wusste ich nicht"
Aber etwas später kam der Hammer als ich entdeckte das an 3 Zählerschränken abgerissene Plomben feststellte, weil diese Elektriker (Polen) nicht wussten wo sie abschalten können.
Ich hatte die Verlegung der Anlage in der Wohnung kurz gesehen, jedoch ging es mir nichts an wie da was gemacht wurde, jedenfalls fiel mir schon was auf was nicht ganz richtig war.

Nun lebt die Familie seit Oktober in ihrer neuen Wohnung und ich stellte kürzlich fest dass da immer noch ein Wechselstromzähler im Zählerschrank eingebaut ist.
Dem Nachbarn mal darauf angesprochen, entgegnete er " Der Herd ist an zwei Phasen angeschlossen und mein Elektriker sagt, das geht mit dem Zähler"
und schon ging er weiter die Treppe hoch.
Nun ich will mich nicht mit ihn erzürnen, vermute aber dass seine Polnischen Elektriker ihn dummes Zeug erzählt hatten und er glaubt denen, mir als frühere EFK aber nicht.
Und die Zählerschränke sind immer noch unverplombt was mich auch ärgert.

Was kann man nun tun um ihn zu überzeugen dass er einen DS-Zähler braucht?
- oder nichts weiter dazu sagen und seiner Anlage seinen Schicksal zu überlassen?
Wie seht ihr das.

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Wulff
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Re: Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

Beitrag von Wulff » Dienstag 26. November 2019, 22:06

Mach doch eine Meldung an Stromnetz Hamburg dass dort unverplombte Anlagenteile (=Mangel) sind und möglicherweise von nicht eingetragenen Installateuren gearbeitet wurde.

Siehe https://www.stromnetz-hamburg.de/netzan ... allateure/

Hier das Rundschreibenvon Mai 2019 ,.,

Mailadresse ist

Metering.auftragssteuerung@stromnetz-hamburg.de

Wie du dann in Zukunft mit deinen Nachbarn klarkommst? 🤔 keine Ahnung

ego11
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Re: Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

Beitrag von ego11 » Dienstag 26. November 2019, 22:29

Nun, ich hab ja keine ahnung wie das in Hamburg so läuft, aber in Köln währe nun der Weg in der nächsten Eigentümerversammlung die Miteigentümer davon zu überzeugen, den Zählerschrank erneuern zu lassen, um eine neue 5adrige Wohnungszuleitung verlegen zu können, und einen Drehstromzähler zu bekommen. Oder sich halt mit Wechselstrom zu arrangieren!

froebel88
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Re: Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

Beitrag von froebel88 » Mittwoch 27. November 2019, 01:10

Wenn dein Nachbar mit dem Wechselstromzähler klar kommt, dann lass ihn doch? Oder gibt es eine Pflicht zur Umrüstung auf Drehstromzähler? Warum willst du den Nachbarn von irgendwas überzeugen?

karo1170
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Re: Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

Beitrag von karo1170 » Mittwoch 27. November 2019, 16:37

froebel88 hat geschrieben:
Mittwoch 27. November 2019, 01:10
Wenn dein Nachbar mit dem Wechselstromzähler klar kommt, dann lass ihn doch? Oder gibt es eine Pflicht zur Umrüstung auf Drehstromzähler? Warum willst du den Nachbarn von irgendwas überzeugen?
Lies dir nochmal das markierte im Zitat durch...fällt dir da was ein oder auf:

"Nun lebt die Familie seit Oktober in ihrer neuen Wohnung und ich stellte kürzlich fest dass da immer noch ein Wechselstromzähler im Zählerschrank eingebaut ist.
Dem Nachbarn mal darauf angesprochen, entgegnete er " Der Herd ist an zwei Phasen angeschlossen und mein Elektriker sagt, das geht mit dem Zähler"
und schon ging er weiter die Treppe hoch."

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Wulff
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Re: Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

Beitrag von Wulff » Mittwoch 27. November 2019, 17:56

Naja, überzeugen oder nicht:

Wie wir ja wissen, ist Strippe ja Mitglied einer WEG, somit gibt es Interessen der WEG, welche als Wohnungssteigeleitung und Zähleranlagen in das WEG-Eigentum fallen, idR beginnt ja das Sondereigentum erst hinter der Wohnungstür.

Somit kann die WEG schon Interesse haben, dass ihr Eigentum nicht beschädigt wird, insbesondre noch durch evtl unqualifizierte Arbeiten von nicht eingetragenen Firmen oder Sonstigen „Fachkräften“...

Was sagt den Strippe dazu?

Olaf S-H
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Re: Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

Beitrag von Olaf S-H » Mittwoch 27. November 2019, 20:52

Strippe-HH hat geschrieben:
Dienstag 26. November 2019, 20:28
... Nun ich will mich nicht mit ihn erzürnen, vermute aber dass seine Polnischen Elektriker ihn dummes Zeug erzählt hatten und er glaubt denen, mir als frühere EFK aber nicht. ...
Moin Strippe,

wie immer: Der Prophet im eigenen Haus ist nichts wert.

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
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Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

Immorepair
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Re: Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

Beitrag von Immorepair » Mittwoch 27. November 2019, 20:55

Ist es denn erwiesen, dass die ausführende Firma nicht konzesioniert war? Ja, "die Polen" habe ich gelesen, das reicht mir aber nicht. Die Monteure vor Ort können durchaus Polen gewesen sein. Angestellt in einer deutschen Firma mit entsprechender (Gast-)Konzession.

Unser Azubi ist aus Eritrea, einer unserer Monteure ist aus Syrien. Und jetzt? Schlimme Welt, böse Welt?

Wir haben auch schon "die falschen" Plomben aufgemacht und "die falschen" Trenner gezogen, weil die Zählerzuordnung nicht mit den Beschriftungen übereinstimmte. Das ist ärgerlich, aber kein Beinbruch. Da kommt erst mal eine Plombe von uns dran, und der VNB kriegt von uns eine Plombiermeldung. Damit ist erst mal alles schick. Wann immer dann der Netzer seine Fusstruppen losgeschickt und "ordentlich" plombiert ist uns egal.

Ebenso sehe ich die Sache mit dem Kabelanschluss. Wenn der Strang versehentlich beschädigt wurde, dann wird das wieder instand gesetzt, "und der Käs ist gebissen". Möglicherweise wurde der Strang auch bewusst angefasst um eine Dose zu versetzen um an anderer Stelle eine Anschlussmöglichkeit zu schaffen. Die WEG wird diesen Eingriff wohl dulden müssen. Dies natürlich unter der Prämisse, dass dies nach den anerkannten Regeln der Technik besorgt wurde.

Wenn dem Eigentümer ein Wechselstromanschluss genügt und seine Zuleitung ausreichend ist, wird ihn wohl niemand zwingen können auf einen Drehstromanschluss umzustellen. Es gibt in Deutschland im Jahr 2019 noch genügend Wohnungen die einen Wechselstromschluss haben. Wenn man mit gewissen Einschränkungen / Nachteilen (e. Herd, Durchlauferhitzer, etc.) leben kann, sollte das alles kein Problem sein.

Das mit dem (angeblichen) "zweiphasigen" Herdanschluss sehe ich kritisch. Hier ist wohl etwas "verpfuscht", oder ein Kommunikationsproblem. Ein Wechselstromanschluss schließt eben einen zweiphasigen Anschluss per se aus. Und zwei Leitungsschutzschalter mit einem gemeinsamen N wird nicht gut gehen.

Was ich auf meinen Baustellen gebrauchen könnte wie einen dritten Augapfel ist ein wachsamer Nachbar zur Qualitätskontrolle. Es sei denn er ist in offizieller Funktion (Gutachter / Sachverständiger) unterwegs. Ehemalige EFK, Neugierde oder Abgesandter des Beirats genügt hier nicht um Zutritt zum BV zu erlangen.

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Strippe-HH
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Re: Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

Beitrag von Strippe-HH » Donnerstag 28. November 2019, 12:46

Wulff hat geschrieben:
Mittwoch 27. November 2019, 17:56
Naja, überzeugen oder nicht:
Wie wir ja wissen, ist Strippe ja Mitglied einer WEG, somit gibt es Interessen der WEG, welche als Wohnungssteigeleitung und Zähleranlagen in das WEG-Eigentum fallen, idR beginnt ja das Sondereigentum erst hinter der Wohnungstür.
Somit kann die WEG schon Interesse haben, dass ihr Eigentum nicht beschädigt wird, insbesondre noch durch evtl unqualifizierte Arbeiten von nicht eingetragenen Firmen oder Sonstigen „Fachkräften“...

Was sagt den Strippe dazu?
Was soll ich schon großartig dazu sagen
Ich sage da auch jetzt nichts mehr zu. Einmal gesagt reicht.
Es geht ein 5X10mm² vom Zählerplatz zu Wohnung und wenn denen der überlastete N der Herdzuleitung wegbrennt weil da 32A zurückfließen, da liegt das Problem bei denen in der Wohnung und nicht hier im Haus.
Auch ließe sich im dem alten Zählerschrank ein DS-Zähler einbauen so habe ich und einige Nachbarn es auch.
Selbst die BKE-Zähler mit Montageadapter passen dort hinein.
Und das entfernen der Plomben da hätte nur ein Schrank genügt denn die Steigleitungen sind sichtbar verlegt und bis zum Senkrechten Leitungsschacht verfolgbar. Und man hätte mich auch fragen können wo das ist.

Leider konnte ich nicht eher Antworten, hatte Probleme mit meinem Passwort gehabt.

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Wulff
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Re: Seltsame Ausführung von Elektroarbeiten hier im Haus.

Beitrag von Wulff » Donnerstag 28. November 2019, 15:21

Naja, wenn er ein 5x10 zur Verteilung hat, spielt sich das Problem tatsächlich hinter der Tür ab.

Würde mich nicht kratzen, wenn da ein Leiter abschmort.

Die Zähleranlage wird’s verkraften, die Steigeleitung auch.

Wozu dann noch überzeugen...

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