Erweiterung Hausnetz in TN-C

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Selektiv
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Erweiterung Hausnetz in TN-C

Beitrag von Selektiv » Freitag 9. August 2019, 18:21

Es geht um eine bestehende Elektroinstallation in einem Haus Baujahr ca. 1960, Unterverteilung besteht aus einer Zählertafel und einem Kleinverteiler mit 9 Stück Diazed Sicherungen, Abgänge alle klassisch genullt.

Nachdem die Stromkreise vom Haus aus nur 3 Stück a 16A plus 3 x 16A für Backofen bestehen und demnächst für eine Feier etwas mehr benötigt wird und noch ein Drehstromabgang samt Leitung in den Keller aktuell frei ist der in einer Klemmdose blind endet wäre die Überlegung diesen dafür zu nutzen und am besten eine CEE Steckdose zu setzen. Problem daran ist dass die Leitung nur 4adrig ist und aus 1,5mm2 besteht. Ich will jetzt nur höchst ungern den PEN davon aufteilen... Erweiterungen des Verteilers ist auch keine Option ich bin froh wenn man den nicht anfassen muss, es ist alles voll und es gibt nur eine PEN Schiene wo lustig mit Ösen und Schrauben die PEN Leiter angeklemmt wurden, teilweise auch mehrere Drähte unter einer Schraube. Wenn man das richtig machen würde müsste das alles raus aber das ist aktuell keine Lösung.

Die Idee wäre jetzt für den Stromkreis der CEE Steckdose im Keller ein lokales TT System aufzubauen und im Keller einen Erder zu setzen. Abgang dann mit RCD 30mA, dann müsste ich den Verteiler nicht anfassen.

Hat jemand noch andere Ideen?

ego11
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Re: Erweiterung Hausnetz in TN-C

Beitrag von ego11 » Freitag 9. August 2019, 19:58

Erder schön und gut, trotzdem ist das kein lokales TT-System, da dieser Erder selbsverständlich auch mit in den Hauptpotentialausgleich einbezogen werden muß.
Insofern währe ein separater Schutzleiter (mind. 2,5mm² bei geschützter Verlegung) zu eben jener Hauptpotentialausgleichschiene (ich schreibe hier bewusst nicht das, wie der VDE das Ding neuerdings nennt) das was du wünschst.

Olaf S-H
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Re: Erweiterung Hausnetz in TN-C

Beitrag von Olaf S-H » Freitag 9. August 2019, 20:19

Moin Selektiv,

welche Aderfarben hat denn die betreffende Leitung?

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
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Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

Selektiv
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Re: Erweiterung Hausnetz in TN-C

Beitrag von Selektiv » Freitag 9. August 2019, 20:26

Adernfarben sind 3 x schwarz und 1 x grau.

Olaf S-H
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Re: Erweiterung Hausnetz in TN-C

Beitrag von Olaf S-H » Freitag 9. August 2019, 21:18

Moin Selektiv,

Rohrinstallation?

Der graue kann ein N aber auch ein PEN sein. Kommt darauf an, wie es damals definiert wurde. Ich würde zum PEN tendieren. Was hing denn da mal dran?

Kannst Du Fotos einstellen?

Gruß Olaf
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ego11
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Re: Erweiterung Hausnetz in TN-C

Beitrag von ego11 » Freitag 9. August 2019, 21:52

Das es ein PEN ist, wurde doch alleine dadurch geklärt, das alle anderen Stromkreise in klassicher Nullung erfolgt sind. Da der PEN nicht gn/ge ist, steht der Nutzung als reinem N doch nichts im Wege, wenn er da ein besseres Gefühl bei hat, und dank Keller ein separater Schutzleiter Problemlos erstellbar ist.

Olaf S-H
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Re: Erweiterung Hausnetz in TN-C

Beitrag von Olaf S-H » Sonntag 11. August 2019, 01:48

Moin ego,

um 1960 war der PEN grau. Wenn sich ein PE (rot) in der Leitung befand, dann war der graue ein N.

Man hat seinerzeit - auch im selben Raum - Steckdosen mit L/PEN und auch mit L/N/PE angefahren. Je nachdem, ob sich die Steckdose z. B. bei einem isolierenden oder leitenden Fußboden befand.

Gruß Olaf
Auszug VDE-Schriftenreihe 9 1962.jpg
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Re: Erweiterung Hausnetz in TN-C

Beitrag von ego11 » Sonntag 11. August 2019, 14:47

Keller mit isolierendem Boden und frei von leitfähigen Rohrleitungen ist mir noch nicht untergekommen, insofern finde ich deine Gedankengänge etwas Praxisfremd, erst recht vor dem hintergrund, das der TE garkeinen PEN nutzen möchte, insofern ist es doch völlig irrelevant, ob es sich nun um einen PEN oder nur einen N gehandelt hat.

Olaf S-H
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Re: Erweiterung Hausnetz in TN-C

Beitrag von Olaf S-H » Sonntag 11. August 2019, 18:43

Moin ego,

so "praxisfremd" finde ich meine Gedanken gar nicht. Aber dies müssen wir jetzt nicht ausdiskutieren. Ich kenne ein Gebäude, in dem sich im KG in Teilbereichen ein holzener Fußboden befindet.

Selektiv möchte die Leitung in den Keller - vermutlich L1/L2/L3/PEN - nutzen. Im Keller soll dann wohl ein Kleinverteiler mit RCD gesetzt werden.

Nun finde ich es schon interessant, ob ggf. ein Rohr vorhanden ist, über welches ein PE nachgezogen werden kann. Weiterhin ist ein lokales TT im Gebäude in der Theorie möglich. Die Frage ist nur, ob es sinnvoll ist. Es wäre ja auch möglich, den "neuen" Erder mit der neuen Kleinverteilung und der HES zu verbinden. Dann sind die "Erden" alle auf einem Niveau - wie es sich gehört. Mit dem lokalen Erder wären dann Potentialunterschiede der Erden möglich - und dies würde ich weder in der Theorie noch in der Praxis als vorteilhaft bezeichnen wollen.

Wenn diese Leitung bisher ungenutzt war und sie wieder in Betrieb genommen werden soll, dann gelten die aktuellen Spielregeln: PEN mind. 10 mm² Cu und ein PE in jeder Leitung. Hier fängt nun der Spaß an. Lösungen gibt es jedoch. Hierzu ist es jedoch wichtig zu wissen, ob ein PEN oder ein N dort vorhanden ist.

Nun lass uns mal abwarten, was Selektiv auf meine Fragen antwortet.

Gruß Olaf
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Re: Erweiterung Hausnetz in TN-C

Beitrag von Selektiv » Sonntag 11. August 2019, 21:41

Im Keller wurde kein richtiger Potentialausgleich durchgeführt, lediglich bei einer Modernisierung der Heizungsanlage wurde ein 1,5mm2 PE mit einem Heizungsrohr und dem PE des Stromkreises vom Keller angeschlossen. Die Verkabelung im Keller wurde schon mal erneuert, kommt aber aus einem Abgang vom Kleinverteiler mit PEN in 1,5mm2.

Potentialausgleichschiene hab ich sonst noch keine gefunden, evtl. gibt's im Dachboden im Bereich der Freileitungseinspeisung noch etwas.

Leitungen sind alle im Rohr verlegt, auch die 4 Adrige Leitung die in den Keller geht. Hier war wohl früher mal eine Wasserpumpe angeschlossen.

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