Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Hier geht es um allgemeine Normen der Elektrotechnik, Auslegungen und deren Anwendung
Trumbaschl
Null-Leiter
Beiträge: 1841
Registriert: Mittwoch 11. Februar 2004, 12:17
Kontaktdaten:

Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Trumbaschl » Sonntag 22. Dezember 2019, 13:11

Elt-Onkel hat geschrieben:
Samstag 21. Dezember 2019, 19:51
Hallo,

aber was zum Teufel ist denn besser, wenn ein Schalter anstatt von 30 mA bei 2'500 mA schaltet ?

Ich habe es immer noch nicht begriffen.
Nichts. Der AFDD ersetzt soweit ich das verstanden habe keinen FI-Schutz, sondern ergänzt ihn, mit dem Versprechen, auch bei Serienlichtbögen, die ausschließlich innerhalb des Neutral- oder Außenleiters ohne jegliche Berührung anderer Leiter auftreten, zu schützen. Also insbesondere bei losen Klemmstellen oder dem seltenen Fall ausschließlich einpolig beschädigter flexibler Leitungen. Das Gegenargument ist, dass solche Fehler noch bevor sie ausreichend Hitze zum Zünden eines Brandes entwickeln, die Isolierung eines anderen Leiters so beschädigen, dass ein LSS oder FI auslöst. Der AFDD kommt aus den USA, wo FI-Schutz ganzer Stromkreise fast unbekannt ist und eigentlich ausschließlich Steckdosen-FIs verbaut werden, die nur nachgeschaltete Teile des Stromkreises schützen (Abgangsklemmen der Steckdose). Insofern ist es wenig verwunderlich, wenn AFDDs merkliche Verbesserungen im Brandschutz bringen, allerdings nicht über das Niveau von Ländern, in denen flächendeckender FI-Schutz üblich ist.

Funker
Null-Leiter
Beiträge: 1130
Registriert: Donnerstag 23. April 2015, 21:13

Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Funker » Montag 23. Dezember 2019, 09:31

Es gibt da wieder eine lustigen Versuch eines anderen Protagonisten.

Leider kann man dort nicht darüber diskutieren.

Es wurden da wieder die anderen beiden Adern vergessen in die Betrachtung einzubeziehen, wie schon oft kritisiert.
Als Beispiele halten wie von mir vermutet offensichtlich zumeist offensichtlich ortsveränderliche Betriebsmittel her.

https://www.voltimum.de/content/wie-ent ... letter&p=I

Gegen die Maus hilft effizienter die Mausefalle 1,99 variabel aufstellbar aus einem 1 € laden.
Beim Wasserkocher / Kaffeekanne befindet sich in der Nähe des dargestellten Schadenortes nichts brennbares,
also nur Leitung anschließend defekt, kann man wechseln oder neues Teil kaufen.
Die Verlängerungsleitung mit dem daraufgestellten Möbelstück schützt man in alten Anlagen mit einem portablen RCD oder
es wäre an der Zeit den AFDD auch in ein portables Gehäuse zu stecken.
Ein Fehler unter Putz führt auch zu keinem Brand sondern nur zu einer defekten Leitung, die das dann eh schon ist.

Paßt aber gut zur Antwort auf die Frage von Elt.-Onkel - Viel Lärm um nichts.

Benutzeravatar
Wulff
Null-Leiter
Beiträge: 571
Registriert: Freitag 2. Mai 2014, 17:34

Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Wulff » Montag 23. Dezember 2019, 10:32

Das Voltimum-Bild ist an sich schon lustig, weil für das Tablet unten rechts der Leiterbruch angeführt wird.

Mein Tablet hat allerdings kein 230V-Kabel/Netzteil inside, sondern ein Schaltnetzteil extern.


Kann der AFDD das auch detektieren? respekt1 ! dafuer1 dank1 Siemens

Benutzeravatar
Elt-Onkel
Null-Leiter
Beiträge: 5924
Registriert: Donnerstag 25. März 2004, 01:08
Kontaktdaten:

Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Elt-Onkel » Montag 23. Dezember 2019, 19:50

Hallo,

nun habe ich die Grafik genau angeschaut.

Jetzt habe ich die Lösung begriffen.

Zwischen Phase 3 und Phase 4 sorgt der AFD dafür, daß ein Außenleiter von dem (symmetrischen) Drehstromverbraucher weggehext wird.

Wobei die Grafik ja irgendwie nicht aus Deutschland kommen kann.
O.K., den N kann man (je nach Verbraucher) weglassen.
Warum aber kein PE in dem Kabel mitgeführt wird, wissen die Götter.

Bis Phase 2 ist es eine Leitung.
In Phase 5 ist es ein Kabel.

Unterstellen wir mal einen Schreibfehler in Phase 5,
dann kann es ja eigentlich nur eine Anschlußleitung von einem Drehstrom SK2-Gerät sein.

Drehstrom-Toaster ?

Gibt es sowas ?



Benutzeravatar
Elt-Onkel
Null-Leiter
Beiträge: 5924
Registriert: Donnerstag 25. März 2004, 01:08
Kontaktdaten:

Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Elt-Onkel » Montag 23. Dezember 2019, 20:48

Hallo,

nun habe ich mal ein wenig gespielt.

Vielleicht sollte man als Ausgangsgrafik folgendes wählen:

.
Leitung_beschädigt_a.jpg
.

Spätestens in Phase 4 (wenn denn der PE nicht weggehext ist) fließen mehr als 30 mA am RCD vorbei.

Und wenn es denn ein Wechselspannungs-SK2-Gerät ist,
müsste sich der Störlichtbogen in einem Luftisolierten Abstand von der (Holz)Oberfläche befinden,
damit kein Strom den Weg außerhalb der Leitung nimmt.
Erst durch die Hitzestrahlung darf es zu einer Entzündung der (Holz)Oberfläche kommen.

Damit fallen die gequetschten Leitungen und der Nagetierangriff schon mal weg.

Eigentlich gibt es nur zwei (eng umschlossene) Szenarien:

Es muß sich ein isolierter Lichtbogen zwischen Außenleiter und Neutralleiter oder zwischen zwei Außenleitern bilden,
der zwischen 600 Watt und 3'3680 Watt (6'400 Watt) solange brennt,
so daß die in 2 mm Abstand befindliche (Holz)Oberfläche sich entzündet.

Kann man wirkungsvoll verhindern, indem man in der Leitung grundsätzlich einen PE mitführt.
Naja, und die RCD's in den Stockwerksverteilern einbaut.



Benutzeravatar
Elt-Onkel
Null-Leiter
Beiträge: 5924
Registriert: Donnerstag 25. März 2004, 01:08
Kontaktdaten:

Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Elt-Onkel » Dienstag 24. Dezember 2019, 02:31

Hallo,

ich glaube, wir haben alle in die falsche Richtung gedacht.

Die AFD's sind eine Komponete der Landesverteidigung !

Ich erinnere mich deutlich an meine Kindheit.
Da haben wir Batterien geschlachtet.
Aus Monozellen konnte man brauchbare Kohlestäbchen gewinnen.

Achtung: Nicht nachmachen.

Wir haben dann einen Außenleiter eines elektrischen Heizofens über so einen Kohlelichtbogen geführt.
Die Werkstatt erstrahlte im hellblauen Licht.
ABER wir haben damit im Umkreis von 5 km sämtliche Hochfrequenzverbindungen gestört.
Damit so ein Unfug heute nicht mehr stattfinden kann,
gibt es jetzt die AFD's.

Übrings: Im ersten Weltkrieg haben die Truppen auf die Art und Weise gemorst.
Eine Hochfrequenzabstimmung war dann nicht mehr nötig.
Der "Funker" hat ja von Langwelle bis Ultrakurzwelle alles komplett vereinnahmt.


Funker
Null-Leiter
Beiträge: 1130
Registriert: Donnerstag 23. April 2015, 21:13

Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Funker » Samstag 18. Januar 2020, 11:52

Als Anlage eine Stellungnahme des LIV Bayern zum Thema
Dateianhänge
AFFD_LIV_Bayern_12_2019.pdf
(51.7 KiB) 503-mal heruntergeladen

Benutzeravatar
mikmik
Null-Leiter
Beiträge: 206
Registriert: Samstag 18. Februar 2006, 23:08
Wohnort: Offenbach am Main

Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von mikmik » Samstag 18. Januar 2020, 15:44

Elt-Onkel hat geschrieben:
Dienstag 24. Dezember 2019, 02:31
Übrings: Im ersten Weltkrieg haben die Truppen auf die Art und Weise gemorst.
Eine Hochfrequenzabstimmung war dann nicht mehr nötig.
Der "Funker" hat ja von Langwelle bis Ultrakurzwelle alles komplett vereinnahmt. …
Knallfunken- bzw. Löschfunkensender, siehe hier:
http://www.seefunknetz.de/loefu250.htm

www.seefunknetz.de lebt statisch weiter. Es ist die sehr empfehlenswerte Webseite des im Jahr 2016 leider zu früh verstorbenen Funkoffiziers Heinrich Busch. Bin etwas vom Thema abgekommen, Sorry.

Antworten