ADAC wird zur "Elektrobude"

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AWS
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ADAC wird zur "Elektrobude"

Beitrag von AWS » Sonntag 10. Februar 2019, 11:03

Moin,

heute Morgen bei wallstreet-online.de gelesen.
Letztes Jahr hat ADAC 400 mal Hilfe für liegen gebliebene e-Mobile geleistet.

In ca. 33% der Fälle lag es an der Batterie der E-Karre.
Bei etwa 10% war der E-Antrieb der Ursachentreiber.
Was die restlichen gut 60% ausgemacht hat steht leider nicht drin.

Interessant: jetzt werden 1700 Strassenwachtfahrer zu EUP weitergebildet. vde1
Nur sie dürfen die Motorhaube öffnen.

Ob die (V)EFK's, die die EUP leiten und beaufsichtigen, ausgebildet oder eingestellt werden steht leider nicht drin.

Muss der E-Mobile-Fahrer in Zukunft beim "Gelben Engel" Befähigungsnachweis abfordern? rules1

Gruß AWS

Probator
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Re: ADAC wird zur "Elektrobude"

Beitrag von Probator » Montag 11. Februar 2019, 20:28

In ca. 33% der Fälle lag es an der Batterie der E-Karre.
Mich würde interessieren, welche Ursachen und wie viel übrig bleibt, wenn man folgende Möglichkeiten herausrechnet:
1. Probleme mit der 12V-Bleibatterie (nicht der Fahrbatterie!)
2. Eigenverschulden des Benutzers (leer gefahren, entspricht "Sprit leer").
Nur sie dürfen die Motorhaube öffnen.
Die Motorhaube darf jeder öffnen. Die dicken orangenen Leitungen sind es, wovon man die Finger lassen sollte... :D

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Tobi P.
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Re: ADAC wird zur "Elektrobude"

Beitrag von Tobi P. » Montag 11. Februar 2019, 21:44

Moin,

das Thema ist durchaus interessant. Ein Bekannter hat mir vor kurzem mal fotografische Einblicke in ein Schulungszentrum für professionelle E-Fahrzeug-Schrauber gegeben nachdem er dort zur Weiterbildung war - müsste wenn ich mich recht erinnere bei VW in Wolfsburg gewesen sein. Viele der dort verwendeten Werkzeuge kamen mir irgendwie bekannt vor, (wahrscheinlich weil sie baugleich mit denen in meinem AuS-Werkzeugsatz sind) und auch gewisse Warnschilder haben eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit denen die ich regelmässig verwende :)

Na sei's drum - solange es auf dem E-Auto-Markt keine bezahlbaren 3,5t-Transporter mit adäquater Reichweite gibt fahr ich weiter Diesel. Und wenn das irgendeiner durchaus unbequem herumnervenden Ökoterroristenorganisation nicht in den Kram passt kann deren durchgeknallter klagewütiger Geschäftsführer mich mal am Auspuff beschnüffeln inocc1


Gruß Tobi

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Re: ADAC wird zur "Elektrobude"

Beitrag von Elt-Onkel » Montag 11. Februar 2019, 22:57

Hallo,
Probator hat geschrieben:
Montag 11. Februar 2019, 20:28

Die dicken orangenen Leitungen sind es, wovon man die Finger lassen sollte... :D
Weil man sie in Teilen nicht Spannungsfrei schalten kann.

Willkommen in der Realität.

Die Autohersteller wollen ja auf 1'500 Volt hochrüsten.
Arbeiten unter Spannung bei 1,5 kV - der etwas andere Nervenkitzel.


...

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mikmik
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Re: ADAC wird zur "Elektrobude"

Beitrag von mikmik » Samstag 16. Februar 2019, 11:55

Hallo,

in diesem Zusammenhang ist die DGUV-Information 200-005 (Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen) aus dem Jahr 2012 ganz interessant, bedarf aber der Überarbeitung.

Hintergrund: Wer die Berufsausbildung zum Kfz-Mechatroniker nach der Ausbildungsverordnung aus dem Jahr 2013 erfolgreich abgeschlossen hat, verfügt bereits über Fachkunde nach Stufe 2S "Fachkundige Person für Arbeiten an Hochvoltsystemen im spannungsfreien Zustand (FHV)". Das war zum Zeitpunkt der Erarbeitung der DGUV-Information 200-005 noch nicht so.

Was mich nervt, sind die unqualifizierten Begrifflichkeiten:
a) "Obervolta" war wohl schon vergeben (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Obervolta), der Begriff "Hochvolt" ist ebenfalls unglücklich gewählt. Vorsicht "Hochvolt"! auf einem Warnschild, ob das so zielführend ist?
b) Den Begriff "Eigensicher" gibt es bereits im Explosionsschutz. Warum muss dieser seit Jahrzehnten eingeführte Ex-Schutz-Begriff nun durch den Automotive-Bereich verwässert werden?

Viele Grüße
Michael

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Re: ADAC wird zur "Elektrobude"

Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 16. Februar 2019, 16:46

Hallo,

na, die Antwort ist einfach:

Man will die Realität ausblenden.

Man suggeriert, daß die E-Autos 'ganz lieb' sind.

Es gibt 'bösen' Strom zuhause in der Steckdose.
Es gibt 'gezähmten' Strom im Batterie-Auto - völlig ungefährlich für Tier und Mensch.

Deswegen stehen ja in meiner Stellungnahme die 'normalen' Begriffe drin:
Niederspannung / Mittelspannung.


...

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Re: ADAC wird zur "Elektrobude"

Beitrag von mikmik » Samstag 16. Februar 2019, 17:16

Elt-Onkel hat geschrieben:
Samstag 16. Februar 2019, 16:46
Man will die Realität ausblenden.

Man suggeriert, daß die E-Autos 'ganz lieb' sind.

Es gibt 'bösen' Strom zuhause in der Steckdose.
Es gibt 'gezähmten' Strom im Batterie-Auto - völlig ungefährlich für Tier und Mensch.

Deswegen stehen ja in meiner Stellungnahme die 'normalen' Begriffe drin:
Niederspannung / Mittelspannung.
...
Oder es handelt sich um einen Übersetzungsfehler, zumal ein Auto ja ein "Weltprodukt" ist:
HV -> High Voltage -> Hochvolt -> besser "Hochspannung".

Letztere ist in der elektrischen Energietechnik noch unterteilt in Mittelspannung, Hochspannung und meinetwegen Höchstspannung, aber in der Gerätetechnik geht Hochspannung traditionell auch mal bereits ab 1000 V los, in der Avionik noch viel früher. Aus dem Automotive-Bereich kennt man bereits die Hochspannungsaufkleber von den Transistorzündungen.

Gestern habe ich das hier gelesen: https://www.hessenschau.de/panorama/ber ... o-100.html (Angst vor Stromschlag - Bergung von Elektro-Jaguar stellt Feuerwehr vor Probleme).

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Re: ADAC wird zur "Elektrobude"

Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 16. Februar 2019, 17:47

Hallo,

ja, die Übersetzung von Englisch nach Deutsch in den Begriffen ist nicht einfach,
wenn es hinterher das gleiche aussagen soll.

Als ich mein Statement ins Englische übersetzt habe, bin ich genau auf diese Schwierigkeiten gestoßen.

Ja, die Jaguar-Geschichte kenne ich.
Ich bin gerade dabei, eine E-Mail die zugehörige Feuerwehr zu schreiben.

Die Bergung des Fz hat nicht nur die Kennntnis der Datenkarten zur Grundlage.
Es existiert im Falle eines Unfalls IMMER latent die Gefahr,
daß die Strippen vom Akku bis zum Hauptschalter irgendwo an der Karosserie Kontakt haben.
Dann hat der Retter plötzlich eine Potentialdifferenz von einigen hundert Volt zwischen seinen zwei Händen.
Und es gibt KEINE persönliche Schutzausrüstung bei den Feuerwehren für das Arbeiten unter Spannung.



ThomasR
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Re: ADAC wird zur "Elektrobude"

Beitrag von ThomasR » Montag 18. Februar 2019, 10:41

Prototyp des neuen "Gelben Engels" :cool:
Dateianhänge
PKW mobil laden.jpg

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Re: ADAC wird zur "Elektrobude"

Beitrag von Probator » Montag 18. Februar 2019, 14:19

Thomas, das Bild dürfte Fake sein.
Beim i3 wird nämlich ein Mennekes-Ladekabel mitgeliefert.
Und deren ICCB prüft, ob an der Steckdose ein ordentlicher PE aufliegt.
Das tut er bei so einem schutzgetrennten Stromerzeuger nicht, also wird da auch nix laden. :D

Wer mal in die Situation kommt: habt ein mindestens 8 cm langes Stück Draht dabei. Die Profis wissen warum. :D

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