Umstellung ISDN auf All IP

elektro.hell
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Umstellung ISDN auf All IP

Beitrag von elektro.hell » Sonntag 22. März 2015, 10:12

Moin Kollegen,

ich brauche mal einen Rat:

Ich habe im Betrieb eine Telefonanlage Agfeo AS200IT mit LAN-Modul 510 als DSL-Router und 2 ISDN-Leitungen mit je einem NTBA.(Mehrgeräteanschlüsse)
Für unsere Rufbereitschaft ist in der Anlage eine Rufweiterleitung auf eine Mobilfunknr. eingestellt. Bei eingehenden Anrufen wird auf dem Handy unsere Büronr. angezeigt. Um die Rufnummer des weitergeleiteten Anrufers zu übetragen, bräuchte ich den Dienst "clip no sreening". Dieser ist aber am Mehrgeräteanschluß nicht möglich.

Mir wurde daher von der Telekom empfohlen, die Anschlüsse auf all-IP Technik umzustellen.

Mir ist jetzt nur nicht klar, wie die beiden Anschlüsse dann an die Telefonanlage kommen, wenn NTBA und Splitter entfallen.

Ich stelle mir das ungefähr so vor: die beiden Anschlüsse gehen jeweils direkt auf einen Router, über die Router ins Netzwerk und vom Netzwerk auf das LAN-Modul der Telefonanlage.

ISDN und analoge Telefontechnik sind mir einigermaßen geläufig, aber mit dieser Technik kann ich wenig anfangen.

chris_hh
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Beitrag von chris_hh » Sonntag 22. März 2015, 10:41

Moin,
elektro.hell hat geschrieben: Für unsere Rufbereitschaft ist in der Anlage eine Rufweiterleitung auf eine Mobilfunknr. eingestellt. Bei eingehenden Anrufen wird auf dem Handy unsere Büronr. angezeigt. Um die Rufnummer des weitergeleiteten Anrufers zu übetragen, bräuchte ich den Dienst "clip no sreening". Dieser ist aber am Mehrgeräteanschluß nicht möglich.
Es ist völlig ausreichend, wenn Du die Rufumleitung in der Vermittlunstelle einstellst. Und nicht über den zweiten B-Kanal.

Der Vorschlag mit der Umstellung auf IP hat eigentlich sehr viele Nachteile. Und ist für Dein Vorhaben nicht erfoderlich.

lg chris

geloescht

Beitrag von geloescht » Sonntag 22. März 2015, 10:46

Hallo Elektro Hell,

in diesem Bereich gilt der Satz "never change a running System" ganz besonders!!

Die Netzbetreiber wollen weg von Analog und ISDN. Deshalb wird man Dir immer wenn Du anfragst die Umstellung auf IP-Telefonie anraten. Es spielt dabei keine Rolle ob das was Du willst nachher funktioniert oder nicht.

Gruß

Alois

bo_93
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Beitrag von bo_93 » Sonntag 22. März 2015, 11:02

Ich würde in der aktuellen Konstellation ausdrücklich nicht auf IP umstellen und ISDN behalten, die Telefonanlage wird wahrscheinlich dann nicht mehr oder nur eingeschränkt funktionieren...

Die Telefonanlage wird dann an einen entsprechenden Router mit S0-Schnittstelle angeschlossen, der dann die Telefonie bereitstellt.



Der Router wird dann direkt an der TAE (bei der Telekom 91z bzw. Annex J) oder je nach IP-Variante auch am Splitter angeschlossen, wobei der Splitter dann nur als Bandpass für das DSL-Signal dient (910 bzw Annex B).

Rufumleitung in der Vermittlungstelle ist für das Szenario ehr das Mittel der Wahl.

Gruß

Bo_93

elektro.hell
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Beitrag von elektro.hell » Sonntag 22. März 2015, 11:29

chris_hh hat geschrieben:Moin,



Es ist völlig ausreichend, wenn Du die Rufumleitung in der Vermittlunstelle einstellst. Und nicht über den zweiten B-Kanal.

Der Vorschlag mit der Umstellung auf IP hat eigentlich sehr viele Nachteile. Und ist für Dein Vorhaben nicht erfoderlich.

lg chris
Moin,

die Rufweiterleitung ist ständig eingeschaltet und so eingestellt, daß die Anrufe nach 2 x Klingeln aufs Handy weitergeleitet werden. Weil der Handyempfang bei uns im Büro sehr schlecht ist, müssen die Telefone im Betrieb dabei weiter klingeln, bis der Anruf angenommen wurde.
Außerdem wird der Anruf nach weiteren 3 x Klingeln auf ein zweites Handy weitergeleitet, falls das erste nicht erreichbar ist.

Diese Funktionen sind mit einer Rufumleitung über VSt leider nicht machbar.

Die Weiterleitung in der jetzigen Funktion nutze ich seit über 10 Jahren, mich stört dabei nur, daß ich die Rufnummer des Anrufers nicht sehen kann.

Ich würde für die Rufnummernübertragung auch nicht auf eine weniger zuverlässige Technik umstellen.
Aber nach Aussage der Telekom werden bis 2018 alle ISDN Anschlüsse umgestellt. Daher befasse ich mich schon jetzt mit dem Thema.

Gruß Dirk

El Taco
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Beitrag von El Taco » Sonntag 22. März 2015, 11:40

Ich muß chris_hh voll zustimmen. Ich betreue hier zwei Agfeo AS45, das ist die gleiche Anlage wie die AS200IT, nur eben zum an die Wand schrauben und nicht für 19"-Schränke. Und Gespräche am Telekom Mehrgeräte-Anschluß ans Handy weiterleiten mit Anzeige der urspünglichen Nummer geht hier definitiv - auch ohne Clip-No-Screening. Du mußt nur den Umleitungstyp umstellen von Umleitung in der Anlage (über zweiten B-Kanal) zu Umleitung in der Vermittlungsstelle. Der einzige Nachteil ist dann, dass die Anlage die umgeleiteten Anrufe gar nicht mehr sieht, weil sie ja schon in der Vermittlungsstelle umgebogen werden: Damit hast du dann halt keine verpaßten Anrufe auf deinem Büro-Telefon, keinen internen Parallel-Ruf, etc. Vorteil ist, dass beide B-Kanäle frei sind.

Von einer Umstellung auf AllIP kann ich nur abraten. Soweit ich weiß, gibt es immer noch keine Migrationsstrategie bzgl. der ganzen Merkmale die ISDN wirklich ausmachen. Natürlich wird dir bei der Umstellung jemand einen Speedport/eine Fritzbox/was auch immer mit einem internen S0-Bus hinstellen. Aber dein ISDN endet dann halt auch genau da! Trotz intensivster Recherche konnte ich bis heute nicht herausfinden, ob und wie die ganzen Dienstmerkmale von da aus ins Amt umgesetzt werden. Man muß also davon ausgehen, dass eine Umstellung folgendes bedeutet: Verlust sämtlicher ISDN-Leistungsmerkmale wie Rufumleitung im Amt, Rückruf bei Besetzt, ISDN-Datenübertragung, ... Was bleibt, sind Rufnummernübermittlung, zwei *Sprach*kanäle je "VoIP-ISDN"-Anschluss und *vielleicht* das eine oder andere Dienstmerkmal, dass sich dann aber nicht mehr über Anlagenfunktionen steuern läßt, sondern nur noch über Kennzahlen oder sogar nur über Internet-Web-Interface.

Für die Agfeo bedeutet das erstmal keine Firmware-Updates für die Anlagen-Telefone und keine Fernwartung mehr, wobei sich letzteres vielleicht noch über das LAN-Modul realisieren läßt.


Aus der Erfahrung noch etwas zu Clip-No-Screening und VoIP: Das geht durchaus. Ich habe hier - unabhängig von den betreuten Agfeo-Anlagen - einen VoIP-Account, der das sehr gut unterstützt. Allerdings ist das SIP-Protokoll bzgl. Clip-No-Screening nicht genormt. Das heißt jeder Provider kocht da sein eigenes Süppchen und will die Clip-Information auf andere Weise übermittelt haben. Das funktioniert aber nur, wenn du sehr tiefgehende Kontrolle über deine Software hast. Ich benutze dafür einen Asterisk-Server oder aber eine sehr gute VoIP-App, da kann man das alles in mühevoller Kleinarbeit einstellen. Die Frage ist, ob das Agfeo-LAN Modul da auch so flexibel ist. Und vor allem würdest du bei der Weiterleitung ja nicht immer die gleiche No-Screening Nummer übertragen wollen, sonder jedesmal eine andere, nämlich die des jeweiligen Anrufers. Ob das alles wirklich so funktioniert... :rolleyes:


Gruß,
El Taco

chris_hh
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Beitrag von chris_hh » Sonntag 22. März 2015, 11:43

Moin Dirk,
elektro.hell hat geschrieben: die Rufweiterleitung ist ständig eingeschaltet und so eingestellt, daß die Anrufe nach 2 x Klingeln aufs Handy weitergeleitet werden.[...]
das würde aber auch mit IP erstmal nicht dazu führen, dass die Rufnummer angezeigt wird.

Der eigentliche Fehler bei euch ist, das Ihr einen zweiten MGA habt. Man hätte, oder kann ja noch, einen Anlagenschluss dazu bestellen. Dann würde Dein vorhaben problemlos gehen.

2x MGA -> 1x MGA (für die bestands Rufnummern) und 1x AA für abgehende Gespräche und die RUL.

elektro.hell hat geschrieben: Aber nach Aussage der Telekom werden bis 2018 alle ISDN Anschlüsse umgestellt. Daher befasse ich mich schon jetzt mit dem Thema
Mal sehen, im Privatkundensegment (und evtl. MGA-Anschlüsse) mag das stimmen, solange am Standort DSL funktioniert.

Aber als Geschäftskunde mit einem Anlagenanschluss wird man zur Zeit NICHT umgestellt, weil es gar keine Alternativprodukte gibt.

lg, chris

El Taco
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Beitrag von El Taco » Sonntag 22. März 2015, 11:48

elektro.hell hat geschrieben:Moin,

die Rufweiterleitung ist ständig eingeschaltet und so eingestellt, daß die Anrufe nach 2 x Klingeln aufs Handy weitergeleitet werden. Weil der Handyempfang bei uns im Büro sehr schlecht ist, müssen die Telefone im Betrieb dabei weiter klingeln, bis der Anruf angenommen wurde.
Außerdem wird der Anruf nach weiteren 3 x Klingeln auf ein zweites Handy weitergeleitet, falls das erste nicht erreichbar ist.

Diese Funktionen sind mit einer Rufumleitung über VSt leider nicht machbar.
Ok, das ist exakt die Konstellation, die so nicht befriedigend geht. Du hast ja schon ein LAN-Modul, aber halt das alte. Das müßte aber trotzdem schon SIP-Provider unterstützen, oder? Wenn du willst, könnte ich dir per Privat-Nachricht den VoIP-Provider nennen, welcher ClipNoScreening unterstützt. Das ganze ist ein Internet-Provider auf PrePaid-Basis ohne Vertragsbindung. Das heißt, du könntest dir dort einen Account anlegen und mal probieren, was das LAN-Modul so hergibt. Stell dich aber darauf ein, dass die Lernkurve am Anfang flach sein könnte :D

breadley-dr
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Beitrag von breadley-dr » Sonntag 22. März 2015, 13:59

elektro.hell hat geschrieben:Moin Kollegen,

Mir wurde daher von der Telekom empfohlen, die Anschlüsse auf all-IP Technik umzustellen.

Ich stelle mir das ungefähr so vor: die beiden Anschlüsse gehen jeweils direkt auf einen Router, über die Router ins Netzwerk und vom Netzwerk auf das LAN-Modul der Telefonanlage.
du kannst dann z.B. 2 Fritz Boxen mit ISDN Schnittstelle nehmen. In diesen kannst du dann prima die Weiterleitungen schalten. Mach ich seit 10 Jahren so.

bis denne

elektro.hell
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Beitrag von elektro.hell » Montag 23. März 2015, 23:13

Hallo Kollegen,

vielen Dank für Eure Antworten.

Ich werde wohl einen der bisherigen Mehrgeräteanschlüsse auf einen Anlagenanschluß umstellen.

@ El Taco: Dein Angebot würde ich gerne annehmen. Damit könnte ich schon mal testen, ohne die vorhandenen Anschlüsse zu ändern.


Gruß
Dirk

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