Wer wacht über die Sicherheit von PoE ?

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ThomasR
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Wer wacht über die Sicherheit von PoE ?

Beitrag von ThomasR » Dienstag 10. März 2020, 15:32

Meine (Nicht-Elektriker) Kollegen kommen und fragen manchmal um Ratschläge für die Vernetzung im Haus. Ich verweise in letzter Zeit immer häufiger auf PoE, weil man damit nun sehr viele Endgeräte fern versorgen kann. Über geeignete PoE Switches und Splitter (Auskoppler) kann man in einem gut vernetzten Haus so ziemlich jede DC an jeden Platz bringen. Nur werden die erlaubten Ströme und Spannungen immer höher. Hier ein Auszug aus Wikipedia:
PoE Vergelich.jpg
Wer wacht eigentlich über die Sicherheit dieser Netze? 90 Watt oder 2x960mA oder 57 Volt sind bei den Spielzeugleitungen nicht ohne. Vor allen Dingen wenn der Heimwerker statt Kupferleitung das billige CCA verwendet hat.

Oder es kommt genau anders herum: die PoE Switche erkennen Überlast und Aderbruch sowie Wackelkontakte so zuverlässig, daß diese Technik die althergebrachte "ersetzt". Ein AFDD ist damit künftig entbehrlich :D Und immer mehr Geräte arbeiten sowieso intern mit DC :D

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Wulff
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Re: Wer wacht über die Sicherheit von PoE ?

Beitrag von Wulff » Dienstag 10. März 2020, 17:10

Wenn unsere Hilti mit PoE läuft, kommen wir ins Geschäft. dd1

Ansonsten ist es natürlich sicherlich das gleiche Thema wie mit USB-Ladegeräten für Smartphones etc.

Es gibt soviele PoE-Netzteile, Injektoren und Devices, alles natürlich auch aus Fernost, dass ich da eher Bedenken habe, ob die alles sauber überwachen und abschalten können.

Auch die RJ45-Stecker müssen das abkönnen, insbesondere bei Stecker ziehen unter Last. Telegärtner hat da ein Foto auf einer Seite abgebildet.

https://www.telegaertner.com/de/info/th ... 5-technik/

Sieht nicht so entzückend aus....

Apostoli
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Re: Wer wacht über die Sicherheit von PoE ?

Beitrag von Apostoli » Freitag 13. März 2020, 14:08

PoE haben sich ja nun keine absoluten Laien ausgedacht. Das ganze stammt aus der Feder diverser Ingenieure die durchaus etwas von ihrem Fach verstehen. Genormt ist es z.B. unter IEEE Std 802.3bt™-2018

In Europa sind die Kabelanlagen für PoE fähige Netze unter EN 50174-99-1 genormt.

ThomasR
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Re: Wer wacht über die Sicherheit von PoE ?

Beitrag von ThomasR » Montag 16. März 2020, 09:43

Das versteht sich von selbst! Die IEEE ist aber eine recht "abgehobene" Organisation. Wenn wir uns als Hüter der VDE verstehen: wer ist der lokale Hüter der IEEE?

UND: wer hat es den Laien erklärt? Das ist wie beim Halogenhype, wo wir am Anfang massenhaft Brände wegen der unverstandenen Zusammenhänge hatten (Stromstärke!). Eine RJ45 Zange hat doch mittlerweile jeder zweite Einwohner Deutschlands zu Haus......

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Re: Wer wacht über die Sicherheit von PoE ?

Beitrag von Apostoli » Mittwoch 18. März 2020, 13:18

Die IEEE ist ebenso abgehoben, wie der VDE oder sonstige Normungsgremien. Man kann Mitglied im jeweiligen Verein werden und sich durchaus an der Normungsarbeit beteiligen. Auch von Deutschland aus.

Bei CAT 5/6/7 verkabelung durch Laien sehe ich den großen Vorteil, dass man im Gegensatz zu Baumarktelektrik 230/400 Volt sofort merkt wenn man es falsch gemacht hat. Lange bevor PoE Probleme durch unzureichende Crimpungen Probleme macht, hat man Probleme mit der Datenübertragung. Obwohl es viel komplexer ist, empfinde ich PoE deswegen als deutlich idiotensicherer.

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