Lithium und Wasser

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Elt-Onkel
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Re: Lithium und Wasser

Beitrag von Elt-Onkel » Donnerstag 17. September 2020, 14:15

Hallo,
froebel88 hat geschrieben:
Mittwoch 16. September 2020, 21:34
Es ging hier ja um PKW Brände.. Ist in PKWs Kalium verbaut?
Nein, aber Lithium.

Auch ein Erdalkalimetall.


...

froebel88
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Re: Lithium und Wasser

Beitrag von froebel88 » Donnerstag 17. September 2020, 20:39

Elt-Onkel hat geschrieben:
Donnerstag 17. September 2020, 14:13
bei Metallbränden erzeugt man mit viel Wasser viel Knallgas.

Es spricht doch nichts dagegen, für Fahrzeugbrände und Batteriebrände in der Gemeindefeuerwehr einen Löschmittelanhänger
der Klasse D vorzuhalten.
Braucht ja nicht jede Dorffeuerwehr.

Dann die AAO ändern, so daß bei einem Fz-Brand / Batterie-Brand dann immer der Anhänger mitzunehmen ist.
Und dann wartet man bei dem im Wohngebiet in Vollbrand befindlichen PKW auf den Löschanhänger?

Einsatzbeispiel:

https://ff-menden.de/einsatzberichte/pkw-brand-3/
Zwei Atemschutztrupps bekämpften die Flammen mit einer Schaumpistole und einem Strahlrohr, dies zeigte schnell Wirkung. Da in dem PKW augenscheinlich auch Leichtmetalle in Brand geraten waren, forderte der Einsatzleiter zunächst den Rüstwagen nach. Auf dem Rüstwagen befindet sich Metallbrand-Pulver, mit diesem lassen sich die mit hoher Temperatur verbrennenden Leichtmetalle wirkungsvoll ablöschen. Zum Einsatz kam das Pulver allerdings nicht mehr, da der eingesetzte Löschschaum und das Fluten des PKWs nach einiger Zeit Wirkung zeigten.
Löschschaum ist aufgrund des Wasseranteils eigentlich auch kein "zugelassenes" Löschmittel für Klasse-D-Brände. Funktioniert trotzdem..
Die Aussage, dass man "nicht zu improvisieren" braucht kann ich nicht unterschreiben. In der Feuerwehr besteht idR. immer ein Kräfteungleichgewicht. Insb. in der Anfangsphase von Einsätzen ist fast immer

- Zu wenig
- Das Falsche

Material/Personal vor Ort. Trotzdem kann man auch ohne Spezialequipment wirkungsvolle Maßnahmen einleiten. Man muss sich halt nur überlegen, wie man mit dem vorhandenen Material sein Ziel erreicht ..

froebel88
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Re: Lithium und Wasser

Beitrag von froebel88 » Donnerstag 17. September 2020, 20:46

Bezüglich des Pulvereinsatzes: Das Pulver muss direkt auf den Brand appliziert werden, um Wirkung zu zeigen. Da ist meistens noch eine Motorhaube dazwischen.

Willst Du dich nun ernsthaft neben ein in Vollbrand stehendes Auto stellen, und die Motorhaube öffnen, um das Löschpulver auf den brennenden Motorblock zu bekommen?

Ich bevorzuge da die Distanz +10m ..

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Elt-Onkel
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Re: Lithium und Wasser

Beitrag von Elt-Onkel » Donnerstag 17. September 2020, 21:31

Hallo,

bei Batteriebränden ist keine Motorhaube im Weg.

Batteriebrände in Häusern sind offen zugänglich.
Brennende Lithium-Batterien in Batterie-Autos befinden sich unter dem Bodenblech.

Brennende Batterie-Autos lässt man tunlichst kontrolliert abbrennen.
Da ist jegliches Naßspritzen kontrindieziert.
In den USA macht man das so.
Den Nutzen ein brennendes Batterie-Auto zu löschen, kann ich nicht erkennen.
Etwas anderes sind brennende Batterie-Autos in Gebäuden, namentlich in Tiefgaragen.

Ein brennendes Auto mit Lithium-Batterien kann man ganz einfach löschen.
Ein Sattelzug mit 22 to Zementpulver hält neben dem Fahrzeug.
Dann das Zementpulver abkippen.
Ergebnis: Feuer aus.


...

froebel88
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Re: Lithium und Wasser

Beitrag von froebel88 » Freitag 18. September 2020, 07:01

Hallo,

abbrennen lassen ist sicher die beste Variante.. Man muss aber natürlich die möglichen Gefahren dabei berücksichtigen..

Ausbreitung
Atemgifte
..

Es ist ja ein Unterschied, ob das Fahrzeug im Wohngebiet steht und brennt wo der Rauch ggf. in geöffnete Fenster zieht oder Gebäudefassaden beschädigt, oder auf der Autobahn am Standstreifen.. Aber selbst dort kann durch die Hitzeentwicklung die Fahrbahnoberfläche beschädigt werden..

Es gibt bei Feuerwehrs selten eine allgemeingültige Vorgehensweise.. Man muss immer die Randumstände mit in die Entscheidung einbeziehen

ThomasR
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Re: Lithium und Wasser

Beitrag von ThomasR » Donnerstag 1. Oktober 2020, 16:35

https://www.faz.net/aktuell/technik-mot ... obal-de-DE

Ich hoffe ich darf hier auf einen aktuellen, frei verfügbaren FAZ Beitrag verweisen....

froebel88
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Re: Lithium und Wasser

Beitrag von froebel88 » Sonntag 4. Oktober 2020, 17:35

Wie passt der Bericht zu der Panikmache die hier teilweise betrieben wird..?

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Re: Lithium und Wasser

Beitrag von Elt-Onkel » Sonntag 4. Oktober 2020, 18:47

Hallo,

das ist Opium für das Volk.

Genau, wie im Regierungsfernsehen wird der Deutsche Michel so lange dressiert,
bis er der FDJ-Sekretärin alles nachplappert.

Und dann fragt man sich noch, wie 1933 passieren konnte.
Der Beweis wird ja gerade erbracht.

Die Chemie lässt sich aber nicht beeinflussen.
Erdalkalimetalle und Wasser sind in Kombination keine gute Idee.


...

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Re: Lithium und Wasser

Beitrag von Elt-Onkel » Dienstag 10. November 2020, 19:38

Hallo,

und die nächste Bombe gebaut:

https://www.spiegel.de/panorama/lengeri ... ba35581e34

200'000,- EUR Schaden.


...

ThomasR
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Re: Lithium und Wasser

Beitrag von ThomasR » Mittwoch 11. November 2020, 12:37

Als ehemaliger Sprenggehilfe beim THW (mit dutzenden scharfen Einsätzen) behaupte ich, daß es bei diesem Ereignis kaum zu einer Explosion gekommen sein wird. Leider ist in der Presse jede noch so kleine Verpuffung gleich eine "Explosion". Dann müssten wir ja auch Explosionsmotoren in unseren Autos haben...

Tatsächlich kann es durch bestimmte Umstände (grob falsche Akkumischung, sehr gute Zellen mit einer "fast toten" dabei; sehr oft bei Nachbauakkus zu sehen) zu solchen Ereignissen kommen. Da steht aber nichts von "Wasser". Der Mann hatte die Geistesgegenwart, den Akku in das einzig metallene (vermutlich bzw. seine Annahme) Behältnis in der Wohnung zu legen. Dort ist dann mindestens eine Zelle "umgesetzt", d.h. hat ihre chemischen Bestandteile in Wärme umgesetzt. Dies führt zur plötzlichen Verdampfung aller chemischen Bestandteile (nicht nur der an der Reaktion selbst beteiligten) und einem netten Knall. Vermutlich ist dabei die Tür des Badezimmers herausgerissen worden, bei einem genügend kleinen Raum reicht da tatsächlich die Umsetzung einer 18650 Zelle. Der Rauch dieser unvollkommenen Umsetzung enthält jede Menge schädliche Verbrennungsrückstände, so daß natürlich die Wohnung vorerst nicht bewohnbar ist. Das muß erst gründlich gereinigt werden.

Wo ist nun der Unterschied zum vergessenen Fett auf dem Herd? :cool:

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