Unfall e-tron in Groß-Kreutz

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Elt-Onkel
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Unfall e-tron in Groß-Kreutz

Beitrag von Elt-Onkel » Donnerstag 30. Juli 2020, 09:18

Hallo,

vor 4 Tagen ist eine 19-jährige in ihrem Batterie-Auto verbrannt.

Die Feuerwehr war ein wenig hilflos.
Die Ersthelfer wussten nicht, was zu tun ist.

Mein Dossier über verunfallte Batterie-Autos ist jetzt seit zwei Jahren veröffentlicht.

Es ist bisher NIEMANDEM gelungen nachzuweisen, daß auch nur ein Wort falsch ist.

Die Reaktion der Medien geht immer in die Richtung:
Langweilig - wenn es den ersten Toten gibt, melden wir uns.

Von den 'Fachleuten' war die schriftliche (!) Reaktion der Feuerwehrunfallkasse Nord herausragend:

Zit: "Ich möge mich doch bitte nicht mit der Deutschen Automobilindustrie anlegen."

Da habe ich dann zurückgeschrieben, daß mir das als selbständiger Ingenieur egal ist.

Heute morgen habe ich eine e-mail vom Gemeindewehrführer Groß-Kreutz bekommen.
Er bittet um ein persönliches Beratungsgespräch vor Ort.

Jetzt wachen sie auf.


...

OChatter
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Re: Unfall e-tron in Groß-Kreutz

Beitrag von OChatter » Donnerstag 30. Juli 2020, 11:33

Und was beabsichtigst Du ihm zu erzählen?

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Elt-Onkel
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Re: Unfall e-tron in Groß-Kreutz

Beitrag von Elt-Onkel » Donnerstag 30. Juli 2020, 11:45

Hallo,

na, alles was nicht in den Werbeunterlagen der Automobilindustrie steht.

Bisher schreiben die Autoren fleißig aus den bunten Prospekten der Auto-Hersteller ab.
Dabei fällt die Physik hinten runter.

Ich werde ihm das erzählen, was ich beim Forentreffen in Kleve vorgetragen habe.


...

ThomasR
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Re: Unfall e-tron in Groß-Kreutz

Beitrag von ThomasR » Donnerstag 30. Juli 2020, 16:14

Der Feuerwehrhauptmann muß aber ein völliger Ignorant sein. Die Schulungen dazu sind seit Jahren vorhanden und alle mir bekannten Wehren haben diese absolviert. So gesehen ist es SEINE Schuld, daß wegen versäumter Weiterbildung jemand zu Tode gekommen ist.

Demnächst hat er bestimmt noch mehr E-Fahrzeuge zu löschen, Grünheide ist ja nicht so weit weg....

froebel88
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Re: Unfall e-tron in Groß-Kreutz

Beitrag von froebel88 » Donnerstag 30. Juli 2020, 21:07

Mich würde auch interessieren was du da erzählst. Auch würde mich interessieren, ob der Umstand, dass es sich um ein E Auto handelte, was dazu beigetragen hat, dass die Frau gestorben ist. Das soll jetzt nicht herzlos klingen, aber es sind in der Vergangenheit auch Menschen bei Verkehrsunfällen mit Fahrzeugen mit Benzinmotor iVm. Bränden gestorben

Probator
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Re: Unfall e-tron in Groß-Kreutz

Beitrag von Probator » Donnerstag 30. Juli 2020, 21:27

ThomasR hat geschrieben:
Donnerstag 30. Juli 2020, 16:14
Der Feuerwehrhauptmann muß aber ein völliger Ignorant sein. Die Schulungen dazu sind seit Jahren vorhanden und alle mir bekannten Wehren haben diese absolviert.
RBB hat geschrieben:Titsch sagte, er sei selbst überrascht gewesen, dass ein Auto so stark brennen könne, in dem keine brennbaren Flüssigkeiten seien. "Da muss ja so eine Energie in der Batterie drin sein, dass dort die Innenverkleidung brennt", sagte er,
RBB hat geschrieben:Da sitzen Leute in brennenden Wagen und wir können nicht helfen, weil wir nicht ausgebildet worden sind, weil keine Unterrichtsmaterialien und Konzepte da sind. Und ich möchte nachher nicht lesen: Die Feuerwehr stand nur rum und konnte nicht helfen, weil wir angeblich keine Ahnung hatten", sagte Titsch.
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2 ... erien.html

froebel88
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Re: Unfall e-tron in Groß-Kreutz

Beitrag von froebel88 » Donnerstag 30. Juli 2020, 21:33

"Zum Vergleich: Statistisch gesehen brennen in Deutschland täglich 110 Autos mit herkömmlichem Antrieb."..

Es ist halt immer schwer, sowas zu beurteilen wenn man nicht dabei war. Dennoch ist zumindest nach dem Lesen des Artikels für mich offen, was denn gegen einen handelsüblichen Löschangriff (Schnellangriff!), idealerweise iVm Netzmittel gesprochen hat, sofern dieser nicht durchgeführt wurde?

Und dass in Batterien, die 2 Tonnen über 200km weit bewegen können, Energie steckt, wundert den Wehrführer....?

Was haben die Feuerwehrleute damals eigentlich zu den ersten benzingetriebenen Fahrzeugen gesagt? Die waren ja viel gefährlicher als Pferdemutschen

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Elt-Onkel
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Re: Unfall e-tron in Groß-Kreutz

Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 31. Juli 2020, 02:33

Hallo,

Brandbekämpfung sehen immer alle.

Aber es fängt ja viiiiiel früher an.

Batterie-Autos sind rollende Niederspannungsanlagen.

Heute gehört in jeden Feuerwehreinsatz bei KFZ-Unfällen eine EFK.

Diese EFK berät den Gruppenführer bei der Erkundung der Einsatzstelle.
Als Berater und damit in Führungsfunktion muss er zur VEFK gemacht werden.

Wenn die Ortsfeuerwehr keine EFK hat, muß die Gemeinde eben eine ausbilden.
Dauert ja nur 3,5 Jahre.
Solange ist die Ortsfeuerwehr von TH PKW-Unfälle ausgeschlossen.

Besitzt die Ortsfeuerwehr keine EFK, darf die Mannschaft maximal auf 1,00 Meter an einen verunfallten PKW herantreten.
TH und Menschrettung unmöglich.

Wer in Kleve war, konnte es schwarz auf weiß lesen.

Ich habe mit den Amerikanischen Feuerwehrleuten korrespondiert.
In den USA gibt es bei verunfallten Batterie-Fz keine TH und keine Menschrettung.
(Keine PSA vorhanden.)
In den USA wird kein brennender Batterie-PKW gelöscht. Man lässt sie kontrolliert abbrennen.
(Kein kontaminiertes Löschwasser erwünscht.)

...

Funker
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Re: Unfall e-tron in Groß-Kreutz

Beitrag von Funker » Freitag 31. Juli 2020, 09:41

Feuerwehr_strahlabstaende.jpg
Wie schon geschrieben, ich weiß nicht wo bei der Feuerwehr bei elektrischen Anlagen wie PV und PKW das Problem ist.
Es gibt dazu eine DGUV I seit vielen Jahren, siehe Bild Stahlabstände mit Wasser.

froebel88
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Re: Unfall e-tron in Groß-Kreutz

Beitrag von froebel88 » Freitag 31. Juli 2020, 17:19

Elt-Onkel hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 02:33

Ich habe mit den Amerikanischen Feuerwehrleuten korrespondiert.
In den USA gibt es bei verunfallten Batterie-Fz keine TH und keine Menschrettung.
(Keine PSA vorhanden.)
In den USA wird kein brennender Batterie-PKW gelöscht. Man lässt sie kontrolliert abbrennen.
(Kein kontaminiertes Löschwasser erwünscht.)
Das wage ich mal dezent zu bezweifeln. Mit wem genau hast du bei der US Feuerwehr korrespondiert?

Übrigens: Bei Gefahrstoffunfällen gibt es die GAMS Regel. Speziell für Feuerwehren ohne spezielle PSA:

- Gefahr erkennen
- Menschen retten
- Spezielkräfte anfordern
- Absperren

Nach deiner Logik müsste mal also den Fahrer des auslaufenden Gefahrgut-LKW sterben lassen, weil man keine spezielle PSA hat. Und ausgebildete Chemikanten erst recht nicht. So funktioniert Feuerwehr aber nicht.


Kennst du dieses buch sowie die Inhalte daraus? https://www.ecomed-storck.de/Feuerwehr- ... cover.html

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