Ladekabel E-Auto im Betrieb verriegelt? Diebstahlsschutz?

DIeses Unterforum ist für alle Themen der E-Mobilität und deren Alternativen (Z. B. Erdgasantrieb).
Benutzeravatar
Wulff
Null-Leiter
Beiträge: 471
Registriert: Freitag 2. Mai 2014, 17:34

Re: Ladekabel E-Auto im Betrieb verriegelt? Diebstahlsschutz?

Beitrag von Wulff » Montag 18. November 2019, 11:38

Hallo E-Jens

Das Problem ist bei der meistens vorhandenen Steckertechnik Typ 2 auch, dass dieser keinen DC-Pfad hat und somit keine Energie ins Netz zurückgeben kann (ganz zu schweigen vom Wechselrichter an der Ladestation etc.

Das geht m. W. nur mit Chademo- oder CCS-Steckern, welche bei uns ja eher seltener sind...

Ich habe da auch von früher eine Aussage schwach in Erinnerung, das die gesamte E_Fahrzeugflotte, welche sich am Ladepunkt befindet, als flexibler Speicher dienen soll, um damit ein Lastmanagement betreiben zu können.

ThomasR
Null-Leiter
Beiträge: 941
Registriert: Sonntag 27. März 2005, 01:20
Wohnort: Nideggen
Kontaktdaten:

Re: Ladekabel E-Auto im Betrieb verriegelt? Diebstahlsschutz?

Beitrag von ThomasR » Montag 18. November 2019, 16:22

Der Mennekes Typ 2 Stecker ist in enger Kooperation mit den Energieversorgern entstanden, allen voran RWE. Die hatten damals in Essen ein eigenes Team von Ingenieuren, deren einzige Aufgabe es war, das Rückspeisen in das RWE Netz unter allen Umständen zu verhindern.
Deren Horror war und ist, daß man irgendwo den Strom günstig einkauft (oder selbst erzeugt) und RWE dann per Ladeinfrastruktur auch noch für diesen rückgespeisten Strom zahlen soll :D

Die Autoindustrie hat zu diesem Zeitpunkt sehr tief geschlafen und war froh, daß sich irgendjemand anderes um das Problem der Standardisierung eines Steckers kümmerte. Schnellladen war damals in Europa noch gänzlich unbekannt. In diesen Fahrzeugen muß auch noch der Gleichrichter mitgeschleppt werden, was bei DC Ladung unnötig wäre. Und größere/stärkere Gleichrichter/Ladegeräte konnte man sich fürstlich bezahlen lassen, blöder E-Autokäufer.

Als dann die ersten Rufe nach mehr als 44kW (63A) laut wurden, mußte nachgebessert werden. Statt nun auf Chademo um zuschwenken (das kann bis 350kW bidirektional!) war wieder die Energieversorger Lobby aktiv und hat uns den CCS Stecker beschert. Das Ding ist völlig bescheuert, weil es bei den nun gewollten DC Schnellladeverfahren immer einen riesigen Drehstromteil trägt, der gar nicht benutzt wird, siehe Bild der leeren Kontakte im oberen Bereich. Dort sind nur die beiden Datenkontakte und der PE übrig geblieben, was für eine Platzverschwendung. In den CCS Standard hat man aber einzementieren lassen, daß eine Stromabgabe in keinem Fall möglich sein darf!
2015-12-23_CCS-Stecker_50_kW.jpg
Seht mal auf der Chademo Seite im Netz nach: dort findet man jede Menge "Zubehörteile" zur alternativen Nutzung der Ladung des rollenden Akkus! Wechselrichter für die Bohrmaschine genauso wie "Überspielkabel" für das Betanken anderer Chademo Fahrzeuge mit eigenem Saft. Die Japaner halten uns für völlig bekloppt, daß wir immer noch dem alten Drehstromstandard hinterherjagen.

IH-Elektriker
Null-Leiter
Beiträge: 1397
Registriert: Mittwoch 9. Januar 2013, 11:18

Re: Ladekabel E-Auto im Betrieb verriegelt? Diebstahlsschutz?

Beitrag von IH-Elektriker » Montag 25. November 2019, 09:14

Danke für Eure Antworten - also doch verreigelt so das ein schnelles Mitnehmen nicht möglich ist. Wobei ich nicht primär an "Kupferdiebe" dachte, sondern eher daran das diese Kabel je ziemlich kostenintensiv sind und sich genauso wie Autoradios als Hehlerware recht einfach zu Geld machen lassen....

Antworten