Bestellung Elektrofachkräfte

Koaxman
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Bestellung Elektrofachkräfte

Beitrag von Koaxman » Donnerstag 5. Januar 2017, 11:02

Guten Tag,

wir möchten unsere Elektriker zur Elektrofachkraft bestellen.
Normenkunde (Grundlagen in diesem Bereich) ist Voraussetzung für eine Elektrofachkraft.

Uns schwebt vor, dies in einem kleinen Test zu hinterfragen.
Beispielsweise: VDE0105-100
Welche Arbeitsmethoden gibt es? eine Antwort: Arbeiten im spannungsfreien Zustand etc.
Fairerweise würden wir den "Prüfungsstoff" eingrenzen und das Gganze im Interviewstil durchführen. Mit Hilfestellungen hier und da und zum Schluss wird die Bestellurkunde hinterlegt.

Ich bin nun mitten drin im "Prüfungsstoff" und frage mich ob es so etwas irgendwo schon gibt. Ich möchte Zeit sparen und das Rad nicht neu erfinden.

Habt ihr einen Tipp oder eine Idee?

Gruß

Koaxman

Zitteraal
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Beitrag von Zitteraal » Donnerstag 5. Januar 2017, 12:10

Elektriker sind Elektrofachkräfte.

Allerdings müssen hierzu gewisse Bedingungen erfüllt sowie dokumentiert sein.

https://www.elektrofachkraft.de/ab-sofo ... z4Ussoon00

http://www.weka.de/oldmediadb/000000918.pdf


Den Schuh, durch eine von mir entworfene und durchgeführte "Prüfung" den Qualifikationsstatus einer EFK zu bestimmen bzw. den Status einer EFK zu erteilen würde ich mir nicht anziehen.

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langer
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Beitrag von langer » Donnerstag 5. Januar 2017, 12:45

Mir solch einer "Prüfung" wirst Du keine Elektrofachkraft ernennen können, denn für eine EFK ist u.A. die zeitnahe Tätigkeit in dem jeweiligen Tätigkeitsbereich nötig.
Beispiel: Ein Geselle, der jahrelang Neubauten installiert hat, ist in dem Bereich eine EFK (weitere Bedingungen lasse ich mal außen vor), ggf sogar eine sehr gute. Dieser Geselle ist aber keine EFK für Maschinensteuerungen.

Mit solch einem Test, der Dir da so vorschwebt, kannste vielleicht ein paar Rahmenbedingungen für eine EFK feststellen, aber ob eine Person für ihren Bereich auch eine EFK ist, kann nur die vEFK feststellen, z.B. durch Beobachtung und/oder Gespräche.

Fabi aus Berlin
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Beitrag von Fabi aus Berlin » Donnerstag 5. Januar 2017, 13:12

Hallo,
Grundlage für die Elektrofachkräfte ist eine verantwortliche Elektrofachkraft!
Bei uns im Unternehmen werden nur Personen zu Elektrofachkräften bestellt, welche eine gründliche Einarbeitung im Unternehmen bekommen haben und eine Ausbildung im elektrotechnischen Bereich erfolgreich absolviert haben. Bei Personen, welche schon länger im Unternehmen sind und eine Ausbildung oder ein Studium in elektrotechnischen Bereichen abgeschlossen haben sehe ich auch kein Problem diese zu bestellen.

Einen "Hauselektriker" der Maler gelernt hat würde ich nicht zu einer Elektrofachkraft bestellen, hier könnte man über eine Bestellung zur elektrotechnisch unterwiesenen Person nachdenken.

Bei der Bestellung steht natürlich der Bereich, für welchen die Personen Elektrofachkräfte sind und die Tätigkeiten.

"Arbeits- und Bestellungsbereich"
"Aufgabenbereiche"

Bei uns wird auch eine Prüfung durchgeführt vor der Bestellung.

Themen: Arbeitssicherheit -> z.B. die fünf Sicherheitsregeln, Erste Hilfe nach einem Elektrounfall usw.

Themen: Messen -> z.B. Spannungsprüfer, Strom und Spannungsmessung, Multimeter.

Themen: Rechen -> z.B. Berechnung des Widerstandes Reihen und Parallelschaltung, Leistungsberechnung

Grüße

Fabi aus Berlin

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Strippe-HH
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Beitrag von Strippe-HH » Donnerstag 5. Januar 2017, 18:47

Auch wenn ich seit 1975 meine Lehre als Elektriker beendet hatte da bin ich nicht gleich in allen Dingen die 1A-EFK.
Mein Fachgebiet war immer der Neubau und die Altbausanierung gewesen wo ich mich gut auskenne, aber Industrie und Maschinensachen, das hatte ich ganz selten gemacht auch mit Steuerungsbau war nicht so oft gewesen.
Es gab eben auch dinge die man sich später selber aneignen musste aber mich deswegen als EFK in diesen dingen zu bezeichnen, das zog ich immer selber in Zweifel weil ich eben zu wenig Kenntnisse hatte.
So wie in Umgang mit Cat-Leitungen und das anschliessen dieser, das hatte ich immer jüngeren Kollegen überlassen, ich fühlte mich nur für das grobe zuständig wie ich es immer gewohnt gewesen bin.

Fazit: man ist immer nur in seinem angeeigneten Fachgebiet gut.
Immer das Beste draus machen

mickschecker
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Beitrag von mickschecker » Donnerstag 5. Januar 2017, 21:53

Koaxman hat geschrieben: Uns schwebt vor, dies in einem kleinen Test zu hinterfragen.
Warum wurde denn dieser "kleine" Test nicht schon bei der Einstellung des Elektrikers von der angehenden "Elektrofachkraft" als Eignung absolviert ?
Was soll diese Hinterfotzigkeit im Nachhinein.
Aussortieren bitte schon diskret vorher, und nicht erst nachher im peinlichen Affentheater....

Olaf S-H
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Beitrag von Olaf S-H » Donnerstag 5. Januar 2017, 22:14

Koaxman hat geschrieben:... wir möchten unsere Elektriker zur Elektrofachkraft bestellen. ...
Moin koaxman,

ist "wir" die VEFK?

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
vde1
Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

Koaxman
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Beitrag von Koaxman » Freitag 6. Januar 2017, 08:56

Hallo,

ich hätte vielleicht einleitend schreiben sollen, das die fachliche Eignung
über monatelanges, in den meisten Fällen jahrelanges beobachten/führen durch den direkten Vorgesetzten gegeben ist. Dies werden wir in einer Checkliste dokumentieren.

Wie in vielen Seminaren erklärt, gehören zum Status der EFK auch die Normenkenntnisse. Wir (das VEFK-Team) haben aber keine miese Aktion vor, in dem wir gestandene Praktiker aussortieren wollen.
Unser erster Gedanke war, weil das auch hier und da so vermittelt wird, die Grundzüge aus der Normenwelt abzufragen/zu testen.

Durch die Diskussion hier, bin ich nun davon ab. Es wird eine Art Interview geben, wo relevante Normen erwähnt werden und wir werden entsprechende Literatur verteilen. Dann können wir in der Checkliste zur Bestellung der EFK ein Häkchen zu Normenkenntnissen machen. Evtl. fragen wir beispielsweise ab das sich die VDE 0701/0702 mit der Prüfung ortsveränderlicher Geräte befasst.

Somit bin ich wieder sortiert und bedanke mich dd1 für die Diskussion.

Gruß

Koaxman

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Oberwelle
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Beitrag von Oberwelle » Freitag 6. Januar 2017, 10:03

Moin..

bei "uns" bekommen ausgelernte Fachkräfte erst nach einer Einarbeitungszeit und einer gesondert schriftlichen und mündlichen Prüfung die Berechtigung am "Strom zu fummeln".

Ich sehe dies nicht als Affentheater sondern als eine Notwendigkeit.
Man möchte sich schließlich auf den Kollegen verlassen können ( und müssen ).


Gruß OW
.
Ich kann über die Richtigkeit / Vollständigkeit meiner Angaben keine Gewähr übernehmen. Immer alle Vorschriften beachten !

Olaf S-H
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Beitrag von Olaf S-H » Freitag 6. Januar 2017, 11:30

Moin Koaxman,

es muss dokumentiert werden, wie der Stand der Fachkunde festgestellt wurde. Ich mache dies als VEFK oder Berater immer anhand eines Gesprächsleitfandes und einer kleinen Fotoshow - das Ganze dann als Dialog und nicht als Monolag.

Sicherlich kann man hierzu nur Stichpunkte abgreifen, es ist aber durchaus eine Tendenz ersichtlich.

Gruß Olaf
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