VDE 0105 100 - Freischalten

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Koaxman
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VDE 0105 100 - Freischalten

Beitrag von Koaxman » Mittwoch 7. Dezember 2016, 11:36

Kurze Frage,

im Kommentar zur Norm steht, Schütze seien
zum Freischalten nicht geeignet.

Warum?

Gruß

Koaxman

Zitteraal
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Beitrag von Zitteraal » Mittwoch 7. Dezember 2016, 11:43

Vielleicht weil man den Schaltzustand nicht eindeutig erkennen kann und sie in nicht angezogenem Zustand nicht verriegelt sind?
Ausserdem können die Kontakte kleben, auch das ist von aussen nicht zu erkennen.

Koaxman
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Beitrag von Koaxman » Mittwoch 7. Dezember 2016, 12:48

Klingt gut

danke

Gruß

Koaxman

Efalos
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Beitrag von Efalos » Mittwoch 7. Dezember 2016, 16:49

Zitteraal hat geschrieben:Vielleicht weil man den Schaltzustand nicht eindeutig erkennen kann und sie in nicht angezogenem Zustand nicht verriegelt sind?
Das betreffend dem Schaltzustand würde ich so nicht ganz stehen lassen.
Bei den meisten Schützen wird das durch die Stellung des Zugankers angezeigt.
Anker in Grundstellung = Schütz offen
Anker eingezogen = Schütz geschlossen
Alle anderen Modelle die ich kenne hatten ansonsten immer eine LED oder ein Schaufenster mit ROT/GRÜN-Anzeige.
In der VDE 0660 steht bestimmt eine genaue Festlegung bez. der Ersichtlichkeit des Schaltzustandes.
Hätte jemand die Norm gerade griffbereit?

Die Verriegelung ist natürlich ein Problem. Ich persönlich hätte so meine bedenken an einem Motor zu arbeiten, wenn die zugehörige Steuerung noch aktiv ist.
5 Sicherheitsregeln, Punkt 2: Gegen Wiedereinschalten sichern.
Aus meiner Sicht wäre das bei reiner Freischaltung durch ein Schütz nicht ausreichend gewährleistet, auch wenn die Zuganker bei manchen Modellen mit einem Schloss (oder einem Schraubenzieher) in geöfnetem Zustand blockiert werden können.
Zitteraal hat geschrieben: Ausserdem können die Kontakte kleben, auch das ist von aussen nicht zu erkennen.
5 Sicherheitsregeln, Punkt 3: Spannungsfreiheit prüfen
Spätestens dann würde ein klebendes Schutz auffallen.

Zudem ist bei den klebenden Schützen, mit denen ich es bisher zu tun bekommen habe, immer der Anker drinn geblieben (war also optisch erkennbar).
Ich bin mir aber nicht zu 100% sicher ob das bei allen Schützen der Fall ist.

mfg Tobias

Zitteraal
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Beitrag von Zitteraal » Donnerstag 8. Dezember 2016, 08:13

Optisch erkennbar?

An einem durch keinerlei Kennzeichnung des Schaltzustandes sichtbaren kleinen Plastikteil?

Wage ich zu bezweifeln......

Und was die fünf Sicherheitsregeln angeht muss diese jede EFK kennen, also Allgemeinplatz.

Aber darum ging es dem Fragesteller auch nicht.

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Elt-Onkel
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Beitrag von Elt-Onkel » Donnerstag 8. Dezember 2016, 09:09

Hallo,

also, zumindest bei den alten Klöckner-Moeller Schützen konnte man
den Anker von Hand (per Finger) gegen den Federdruck bedienen.

Eine Verriegelung ist nicht möglich.

Wer soll da garantieren, daß nicht irgendein harter Gegenstand
sich z.B. zwischen Schütz und Schaltschranktür verirrt,
und justement die Kontakte zudrückt ?

Ich meine:
Zum Freischalten nicht geeignet.


...

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Oberwelle
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Beitrag von Oberwelle » Donnerstag 8. Dezember 2016, 14:07

Elt-Onkel hat geschrieben:..Wer soll da garantieren, daß nicht irgendein harter Gegenstand
sich z.B. zwischen Schütz und Schaltschranktür verirrt,
und justement die Kontakte zudrückt ?
...
Der Gegenstand könnte dann aber auch "geeignete Betriebsmittel" zum einschalten bewegen :cool:

Im übrigen kann die sichere Trennung sehr wohl mit Schützen realisiert werden siehe: VDE V 0126-1-1
Allerdings nicht mit 08/15 Schützen.

OW
.
Ich kann über die Richtigkeit / Vollständigkeit meiner Angaben keine Gewähr übernehmen. Immer alle Vorschriften beachten !

Zitteraal
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Beitrag von Zitteraal » Donnerstag 8. Dezember 2016, 14:58

Klar, Not-Aus z. B..

Aber es geht um "normale" Schütze und nicht um Spezialanwendungen.

Und bei "normalen" Schützen ist Sicherheitsregel Nr.: 2 nun mal nicht durchführbar.

Nachtrag: Sehe gerade, dass Deine Quellenangabe nicht so recht zum Thema passen will.

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Strippe-HH
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Beitrag von Strippe-HH » Donnerstag 8. Dezember 2016, 15:09

Ein zusammen geklebter Kontakt am Schütz das kommt bei Nachtspeicherheizungen gerne mal vor, daher ist es immer wichtig den Spannungslosen zustand am Ofen bei Wartungsarbeiten zu prüfen.
ich hatte es selber damals erleben dürfen auch am Tage und im Sommer lief der Nachttarifzähler weiter als ich eine Anlage prüfen sollte und auch beim Ausschalten des Saisonschalters war das gleiche gewesen.
Der Kunde wunderte sich nur darüber dass auch die Öfen im Sommer lauwarm waren obwohl die Anlage abgeschaltet war.
Ursache, das Schütz war auf einer Phase zusammengeklebt und nach dem Auswechseln war das dann beseitigt.
Immer das Beste draus machen

Funker
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Beitrag von Funker » Samstag 10. Dezember 2016, 14:55

Koaxman hat geschrieben:Kurze Frage,

im Kommentar zur Norm steht, Schütze seien
zum Freischalten nicht geeignet.

Warum?

Gruß

Koaxman
Die Frage mit Bezug zur Norm bezieht sich offensichtlich auf den Band 13 der VDE Schriftenreihe letzte Ausgabe 10. Auflage 10/2010
S.108 ff 6.2.1 Freischalten

Bitte immer die Quelle und den Bezug angeben.
Die Aussage gilt für Anlagen bis 1000 V.

Ursächlich ist sicher die bereits getätigte Aussage zum Verkleben der Kontakte.

Da die Schriftenreihe wegen neuer VDE 0105-100 : 2015- 10 neu erarbeitet
wird, sollte der Anfragende eine weitere Erläuterung beim zuständigen K224 einfordern, die das sicher gern mit in den neuen Band 13 aufnimmt.


Referat der DKE K224 Dominik Nied
Tel.: +49 69 6308-466

dominik.nied@vde.com

Stresemannallee 15
60596 Frankfurt am Main

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