Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

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IH-Elektriker
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Re: Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

Beitrag von IH-Elektriker » Donnerstag 8. November 2018, 15:40

Die Betreiber des Supermarktes (welche wohl das "schuldige" Kabel selbst verlegt haben) standen ja seit gestern vor Gericht.Hat jemand mitbekommen wie der Prozess heute weiter gegangen ist ?

ureu603
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Re: Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

Beitrag von ureu603 » Freitag 9. November 2018, 16:28

Der Prozess läuft noch. Urteil soll am 20.11. kommen

IH-Elektriker
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Re: Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

Beitrag von IH-Elektriker » Freitag 9. November 2018, 16:39

Danke für die Info. Bin mal gespannt was erstens genau passiert ist (insofern man das aus der Presse bzw. dem Urteil entnehmen kann) und was das für Sanktionen bzw. Strafen nach sich ziehen wird.

Lebendig wird das Kind dadurch allerdings auch nicht mehr....

ureu603
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Re: Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

Beitrag von ureu603 » Freitag 9. November 2018, 18:26

Was ich jetzt gelesen habe, auf welt.de, wollen die Angehörigen ein Präzedenzurteil erreichen, weil die Installation schlampig war, um andere vor solchen Unfällen zu bewahren.

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Elt-Onkel
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Re: Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 9. November 2018, 19:13

Hallo,
IH-Elektriker hat geschrieben:
Freitag 9. November 2018, 16:39
Danke für die Info. Bin mal gespannt was erstens genau passiert ist (insofern man das aus der Presse bzw. dem Urteil entnehmen kann) und was das für Sanktionen bzw. Strafen nach sich ziehen wird.
Wenn denn nachgewiesen wird, daß der Ladeninhaber schuldig ist,
wird für Fahrlässige Tötung irgendwas zwischen 3'500,- EUR bis 6'000,- EUR Geldstrafe fällig.

Einen ähnlichen Fall hatten wir im Nachbarort.
Da ist ein Handwerksmeister mit seinem Anhänger losgefahren, ohne den festen Sitz der Radmuttern zu kontrollieren.
Auf der Durchfahrtsstraße hat der Tendemanhänger dann ein Rad verloren.
Das Rad hat eine Fußgängerin tödlich verletzt.
Die Geldstrafe lag im oberen Bereich, weil es eine Mutter von zwei minderjährigen Kindern war.

...

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Re: Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

Beitrag von E-Jens » Freitag 9. November 2018, 19:48

So eine Strafe klingt wie Spott über ein Menschenleben.

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Elt-Onkel
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Re: Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 9. November 2018, 20:29

Hallo,

es sind 6,7 Mrd.

In Süd-West-Afrika betrug die Strafe im Jahr 1992 50,- Rand (etwa 5,- EUR) für einen Verkehrstoten.
Inzwischen wahrscheinlich ein wenig teurer geworden.

Da sind wir mit dem Strafmaß in der westlichen Welt schon in den oberen Regionen.

Dazu kommt dann noch der Schadenersatz im Zivilprozeß.
Der ist bei einer Mutter mit zwei minderjährigen Kindern natürlich höher,
als bei einem Kleinkind, oder für einen Rentner.

Der BG sind übrings Tote lieber als Verletzte.

Ist auch bei der DB so.
Ich prangere das seit Jahren an.
Trotzdem bestellt man für Gleisbaustellen meißt keine Elektriker,
um die Erdungsanschlüsse an den Gleisen zu lösen.
Es wird ein Gleiswerker mit Spitzhacke losgeschickt.
Betriebswirtschaftlich ist es billiger tote Gleiswerker zu akzeptieren,
als jede Nacht eine Schicht Elektrofachkraft zu bezahlen.





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Re: Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

Beitrag von IH-Elektriker » Samstag 10. November 2018, 08:24

Elt-Onkel hat geschrieben:
Freitag 9. November 2018, 20:29

Der BG sind übrings Tote lieber als Verletzte.
Logisch - ein Toter bekommt keine Rente , benötigt keine kostenintensive Behandlung, keine REHA, keine eventuell fällige Umschulung....

Betriebswirtschaftlich und finanziell gesehen ist der tote Arbeitnehmer die bessere Alternative für den Versicherungsträger. Die beste Alternative ist allerdings der gesunde Arbeitnehmer, denn für den kann man Jahr für Jahr Beiträge kassieren.... ;)

In dem vorliegenden Fall geht es allerdings nicht um tödliche Arbeitsunfälle, sondern um ein totes Kind. Meine Vermutung ist allerdings auch dass die Strafen relativ milde ausfallen werden....

E-Jens
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Re: Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

Beitrag von E-Jens » Samstag 10. November 2018, 08:51

Wenn die Konsequenzen so gering sind, ist es kein Wunder, dass Sicherheit so schwierig umzusetzen ist.
Kaufmännisch ist Sicherheit dann nicht mehr zu vertreten. :schimpf:
Gruß Jens

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Re: Kind stirbt bei Stromunfall – Gutachten belastet Supermarkt

Beitrag von IH-Elektriker » Samstag 10. November 2018, 11:08

E-Jens hat geschrieben:
Samstag 10. November 2018, 08:51
Kaufmännisch ist Sicherheit dann nicht mehr zu vertreten. :schimpf:
Was ist eine Menschenleben in Euro wert ? Ist ein Kleinkind mehr "wert" als ein alter Greis ? Ist eine Akademiker mehr wert als ein einfacher Hilfsarbeiter ? Ist ein Mann mehr Wert als eine Frau ?

Was ist ein verlorener Finger wert ? Was ein verlorener Arm oder Bein, was ist das Augenlicht wert ? Was für "Schadensersatz" gibt es für psychische Störungen wie z.b. Angstzustände oder posttraumatische Belastungtsstörungen ?

Lässt sich ein Menschenleben überhaupt in Geld aufrechnen ?

Schwierige Fragen, gegen sowas sind technische Problemstellungen in meinen Augen ein Pipifax. Ich bin froh das ich nicht über solche Dinge "richten" muss, ich beneide da keinen Richter und kein gericht das hier ein Urteil sprechen muss...

Ich bin wahrlich niemand der eine 100%ige Sicherheit fordert. Diese wird schlichtweg nicht umsetzbar sein. Aber man kann und muss das Restrisiko auf ein vertretbares Maß reduzieren. Dabei sollte Geld eine eher untergeordnete Rolle spielen bzw. erst mal kein Maßstab sein, denn dann wird Sicherheit unbezahlbar.

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