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Erhöhte Spannungsausgang an Ladegerät ,bzw. Netzteil.

Verfasst: Montag 17. Januar 2022, 18:53
von Strom
Hallo zusammen,

nun prüfe ich mit dem neuen HT700-RCD elektrische Geräte und Betriebsmittel.
Hier habe ich nun Ladegeräte,/Netzteil und kann den Spannungsausgang der Geräte prüfen.
Ein Ladegerät von Milwaukee 24 V etwa 1,6 A Ausgang. Hier habe ich am Ausgang 84 V gemessen und das Messgerät hat
natürlich das Protokoll als Fehler ausgewiesen.
An einem anderen Netzteil war die Ausgangsspannung auch zu hoch und der Artikel wurde gesperrt.
Wie kann das sein ?
Mache ich etwas Falsch ?

Gerne erwarte ich eure Antwort.

MfG.

Strom

Re: Erhöhte Spannungsausgang an Ladegerät ,bzw. Netzteil.

Verfasst: Montag 17. Januar 2022, 19:43
von breadley-dr
Hallo,

Spannung ist doch relativ. Gerade bei Ladegeräten. Einfach mal bei Belastung messen…

Bis denne

Re: Erhöhte Spannungsausgang an Ladegerät ,bzw. Netzteil.

Verfasst: Mittwoch 19. Januar 2022, 12:17
von Funker
von breadley-dr » 17 Jan 2022 19:43
Hallo, Spannung ist doch relativ. Gerade bei Ladegeräten. Einfach mal bei Belastung messen…
von breadley-dr » 17 Jan 2022 19:43

Das sehe ich etwas anders, entscheidend ist ob die Spannung ohne Last auch berührbar oder abgreifbar ist.
Dann zählt wohl nach VDE 0105 - 100 die dauerhaft erlaubt Berührungsspannung.

Re: Erhöhte Spannungsausgang an Ladegerät ,bzw. Netzteil.

Verfasst: Mittwoch 19. Januar 2022, 19:18
von Strom
Hallo,

ich habe ohne Last die Ausgangsspannung am Ladegerät gemessen.
also ca. 84V. Das Ladegerät hat eine Ausgang von 14,4-24V und 8,5 A max.
Bosch Ladegerät AL 15 FC 2498.
Ist das also so in Ordnung.
Kann ich eine Freigabe erteilen ohne Bedenken?

MfG. Strom

Re: Erhöhte Spannungsausgang an Ladegerät ,bzw. Netzteil.

Verfasst: Donnerstag 20. Januar 2022, 11:58
von Heinrich
Strom hat geschrieben: Mittwoch 19. Januar 2022, 19:18 Hallo,

ich habe ohne Last die Ausgangsspannung am Ladegerät gemessen.
also ca. 84V. Das Ladegerät hat eine Ausgang von 14,4-24V
Kann ich eine Freigabe erteilen ohne Bedenken?
Messe das doch einfach mit einen Lastwiderstand, ich würde einen um 2KΩ rum nehmen.

mfg

Re: Erhöhte Spannungsausgang an Ladegerät ,bzw. Netzteil.

Verfasst: Donnerstag 20. Januar 2022, 16:21
von ThomasR
In einem anderen thread (Isomessung SELV) wurde die neue Norm EN-62368-1 erläutert. Ich vermute einen Zusammenhang, da nicht jede Spannung oberhalb von 60V DC gleich gefährlich ist. Die dortige Definition „schmerzhaft aber nicht lebensbedrohlich“ würde in diesem Fall möglicherweise zutreffen.
Ladegeräte für LiIon Packs sind regelmäßig durch eine erhebliche Überspannung (im Verhältnis zur Nennspannung des Akkus) gekennzeichnet weil das BMS (Batteriemanagementsystem) üblicherweise im Akkupaket verbaut ist und eine Abschaltung des Ladevorganges bei Erreichen der Ladeschlußspannung bewirkt. Das ist völlig unabhängig von der extern anliegenden Ladespannung. Folglich ist der günstigste Designansatz für solche Ladegeräte ein „freilaufender“ AC/DC Wandler dessen Ausgangsspannung nicht geregelt ist. Er muß nur bei Nennlast über der Ladeschlußspannung liegen.

Tatsächlich können solche Geräte daher Spannungen über 60 Volt in einiger Stärke abgeben.

Ich bezweifle, daß 2k eine ausreichende Last darstellen werden um unter 60 Volt zu kommen….

In den Zeiten analoger Telefonie habe ich schon allein durch die Rufwechselspannung recht heftige Schläge bekommen (in ländlichen Bereichen der USA waren Rufspannungen bis 200 Volt keine Seltenheit) Deshalb wurde die analoge Telefonie auch abgeschafft :p

Re: Erhöhte Spannungsausgang an Ladegerät ,bzw. Netzteil.

Verfasst: Freitag 21. Januar 2022, 15:52
von Strom
Hallo zusammen.

ihr habt mir sehr geholfen, schönen Dank,

MfG.

Strom

Re: Erhöhte Spannungsausgang an Ladegerät ,bzw. Netzteil.

Verfasst: Freitag 21. Januar 2022, 16:23
von SPS
Bosch Ladegerät AL 15 FC 2498.
Ich würde Bosch dazu noch mal anschreiben.
Die kennen ihr Netzteil sicher sehr gut.

Re: Erhöhte Spannungsausgang an Ladegerät ,bzw. Netzteil.

Verfasst: Samstag 22. Januar 2022, 13:35
von DBY656
Hallo zusammen,

da müsste Fach-(M/W/D) mal mit Oszilloskop und Lastwiderstand ran. Am Ausgang kann ein durch kurze Impulse geladener Kondensator C auf Last warten. Ist zwischen Spannungsquelle und diesem C noch eine induktive Entstörung verbaut kann diese zu einer höheren Impulsspannung führen.
Nach gültiger Norm VDE 0105-100 für Berührungsspannungen 50V AC bzw. 120V DC als Grenzwert genannt. Für Bereiche mit einem höheren Sicherheitsbedürfnis geben andere Normen niedrigere Werte vor, so z.B. in der Tierhaltung oder im medizinischen Bereich.

Betrachtet man die Ladegeräte wie das Bosch AL 15 FC 2498, so ist die Berührbarkeit der Kontakte sehr eingeschränkt. Der Einsatzbereich erfordert keine erhöhte Sicherheit gegen Berührungsspannung und vom Akku selbst ist keine überhöhte Spannung zu erwarten.

Wenn der Berührungsstrom gegen Erde kleiner 0,5mA ist, Sichtprüfung und Isolationsmessung ihr ok geben, dann solte es das gewesen sein.

Gruß Markus