Prüfen von Verlängerungskabeln

leonsberger
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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von leonsberger » Montag 2. Dezember 2019, 09:20

Danke, das ist ein guter Tipp!!

Werde kurz etwas basteln und testen.
Mebedo hab ich auch mal angeschrieben, vielleicht haben die auch einen Tipp für mich.

Vielen Dank
lg Jochen

E-Jens
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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von E-Jens » Montag 2. Dezember 2019, 10:06

Hallo,

was ist der Grund, weshalb der Durchgang der aktiven Leiter geprüft werden soll? Für den Schutz gegen elektrischen Schlag sind diese Leiter doch ohne Bedeutung.
Soll die Funktionsprobe ersetzt werden?
Oder befürchtet man zu warme Kontakte?
Gruß Jens

leonsberger
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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von leonsberger » Montag 2. Dezember 2019, 13:16

Hallo,

was verstehst du unter Funktionsprobe?
Ja, warme Kontakte sind natürlich auch ein Thema und was passieren kann wenn der Neutralleiter sich verabschiedet ist wohl auch klar.
Wie gesagt, unserer Firma geht es auch um Betriebssicherheit und Ausfallsicherheit.
lg Jochen

E-Jens
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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von E-Jens » Montag 2. Dezember 2019, 16:12

Wenn ihr euch Gedanken um die Funktionssicherheit macht, solltet ihr auf V-Leitungen verzichten.

Im Verteilernetz ist ein fehlender Neutralleiter ein richtiges Problem. Dort sind Wechselstromverbraucher angeschlossen. Du solltest kein Verteilernetz mit V-Leitungen aufbauen.

Meistens ist ein defekter Neutralleiter bei Drehstromverlängerungsleitungen nicht problematisch. Es wird ja nur ein Gerät angeschlossen. Viele Drehstromgeräte benötigen den Neutralleiter nicht. Wenn er doch benötigt wird, benötigt ihn auch die Steuerung. Dann lässt sich das Gerät nicht einschalten oder geht im Betrieb aus.

Für V-Leitungen gibt es keine "richtige" Funktionsprobe. Deshalb wird die Funktionsprobe bei V-Leitungen meistens Messtechnisch durchgeführt. Die Drehstromverlängerungsleitungen sind ja nur interessant, weil das Messgerät meistens nicht direkt angeschlossen werden kann. Auch wenn es nur eine Prüfung der Durchgängigkeit der aktiven Leiter sowie der korrekten Kontaktbelegung ist. Ich prüfe so etwas als vier einzelne Messungen. Wie viele Drehstromverlängerungsleitungen habt ihr zu prüfen?
Gruß Jens

Probator
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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von Probator » Montag 2. Dezember 2019, 17:51

E-Jens hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 16:12
Meistens ist ein defekter Neutralleiter bei Drehstromverlängerungsleitungen nicht problematisch. Es wird ja nur ein Gerät angeschlossen.
Kann man so nicht verallgemeinern, lass diese Aussage mal einen Veranstaltungstechniker hören!
Auch auf dem Bau gibt es genug Leitungen zwischen Unterverteilungen, wo ein defekter Neutralleiter Schäden anrichten kann. Ebenso sind in immer mehr Maschinen Steuerungen verbaut, die den Neutralleiter benötigen. Die Zeiten, wo die Maschine nur aus Drehstrommotor und mechanischem Hauptschalter bestand, sind zunehmend vorbei.

In der Praxis sind die Schäden quasi ausschließlich sachlicher Natur, so gut wie nie lebensgefährlich. Wäre es nicht so, würde die Norm die Niederohmigkeitsprüfung auch für den Neutralleiter fordern - so niedrig liegt die "Mindestanforderung" der Norm nun auch nicht.
leonsberger hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 13:16
Wie gesagt, unserer Firma geht es auch um Betriebssicherheit und Ausfallsicherheit.
Lobenswert! Da wird wohl schon ausreichend vorgekommen sein, wenn der Verantwortlich so drauf besteht! Je nach Branche kostet ein einziger Ausfall schon mehr, als wenn du dir pro Jahr 1 Tag zusätzlicher Arbeit für diese Prüfung nimmst. Eine nicht funktionierende Verlängerungsleitung auf einer Feuerwehr-Einsatzstelle möchte ich nicht um alles in der Welt haben.

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von Tobi P. » Montag 2. Dezember 2019, 18:11

Moin Jens,
E-Jens hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 10:06
was ist der Grund, weshalb der Durchgang der aktiven Leiter geprüft werden soll? Für den Schutz gegen elektrischen Schlag sind diese Leiter doch ohne Bedeutung.
das ist in einem sehr speziellen Bereich eine nicht ganz unwichtige Messung. Einige unserer älteren Mobilaggregate holen sich die Netzmessspannung zur Rückynchronisierung über eine Drehstromverlängerung. Wenn in dieser eine sogenannte zyklische Vertauschung der Aussenleiter vorliegt knallt es beim Zuschalten ganz gewaltig.
Daher gehört für mich eine Durchgangsmessung aller Leiter grundsätzlich zur Prüfung dazu.


Gruß Tobi

leonsberger
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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von leonsberger » Dienstag 3. Dezember 2019, 08:01

E-Jens hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 16:12
Meistens ist ein defekter Neutralleiter bei Drehstromverlängerungsleitungen nicht problematisch. Es wird ja nur ein Gerät angeschlossen. Viele Drehstromgeräte benötigen den Neutralleiter nicht. Wenn er doch benötigt wird, benötigt ihn auch die Steuerung. Dann lässt sich das Gerät nicht einschalten oder geht im Betrieb aus.
Stimmt, jedoch bauen wir mit den Drehstromkabeln auch Subverteiler-Ebenen auf. Und bei einphasiger Belastung sieht das schon anders aus.
E-Jens hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 16:12
Wie viele Drehstromverlängerungsleitungen habt ihr zu prüfen?
Die Zahl kann ich nur schätzen, ab ca. 200 CEE16, 300 CEE32, 100 CEE63 und 30 CEE125 Verlängerungen in diversen Längen.
Allerdings haben wir auch Multicore Verlängerungen( 7 polig und 13 polig) sowie Harting Verlängerungen (20 polig),.... im Einsatz
Nochmal 300-400 Stück
Dann noch 1000 Signalkabel (3polig-8polig),...
LWL Hybridkabel,....
Probator hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 17:51
Kann man so nicht verallgemeinern, lass diese Aussage mal einen Veranstaltungstechniker hören!
Du hast mich erwischt, wir sind in der Veranstaltungsbranche
Probator hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 17:51
Da wird wohl schon ausreichend vorgekommen sein, wenn der Verantwortlich so drauf besteht!
Ja früher, dann haben wir uns vor 15 Jahren einen entsprechenden Kabeltester angeschafft. Die Fehlerquote ist deutlich gesunken.
Tobi P. hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 18:11
Einige unserer älteren Mobilaggregate holen sich die Netzmessspannung zur Rückynchronisierung über eine Drehstromverlängerung.
Solche haben wir auch noch in Verwendung.

Grundsätzlich war halt die Frage, ob jemand von Euch schon mal einen Kabeltester aus Secutest Pro, AT3 und Elektromanager nachgebaut hat.
Theoretisch erfüllt die Kombination ja alle Anforderungen.
Aber offenbar sind wir die Einzigen, die so prüfen wollen bzw. müssen.

Nächste Woche habe ich einen Termin mit einem Prüfgerätehersteller für die Industrie ( auch Automobilindustrie/Kabelbäume), mal schauen was der mir anbieten kann.
Aber schon mal DANKE für Eure Feedbacks.

lg Jochen
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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von E-Jens » Dienstag 3. Dezember 2019, 08:30

Hallo Tobi,

es ist doch fast ein Sport das Drehfeld durch Tauschen von Adern an den V-Leitungen anzupassen.
Gibt das nach so einem Kurzschluss einen Lerneffekt bei den Benutzern?
Gruß Jens

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von Tobi P. » Dienstag 3. Dezember 2019, 10:52

Moin,

tausch das Wort "Kurzschluss" gegen "Anlagenschaden von mehreren tausend Euro plus Stillstandszeiten plus Netzrückwirkungen ".
Dann weisst du warum ich es dazu gar nicht erst kommen lasse :)

Gruß Tobi

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von E-Jens » Dienstag 3. Dezember 2019, 10:53

Hallo,

bei der Menge an Kabeln und den Ausführungen ist nachzuvollziehen, dass ihr eine zuverlässige und für euch praktikable Lösung sucht.
Viel Erfolg dabei.
Ich stelle mit gerade die Prüfung mit meinen Mitteln, an der 20-ig Adrigen Verlängerung mit Harting Steckern vor. Zuerst auf der ganzen Länge besichtigen. Nun an allen Adern die Widerstandsmessung (20x) und danach die Isolationsprüfung jeder gegen jeden (190x). Dokumentieren nicht vergessen. Danach noch weitere 399 mal den gleichen Ablauf. gutnacht1
Gruß Jens

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