Prüfen von Verlängerungskabeln

leonsberger
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Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von leonsberger » Donnerstag 28. November 2019, 10:20

Hallo an alle,

wie prüft Ihr Verlängerungskabel, also Schuko oder auch CEE Verlängerungen?

Bei uns in der Firma haben wir einen alten Prüftisch, welcher Kabel bis zu 15 Pole prüfen kann. Wobei bei einem jeden Pol eine echte Widerstandsmessung mit einstellbaren Grenzwerten (derzeit 0,3 Ohm) und Isolationsmessung zwischen allen Polen durchgeführt werden.
Allerdings gibt es keine Möglichkeit die Messwerte zu speichern und dokumentieren.

Die Geräteprüfungen führen wir mit einer Kombination von Secutest inkl. AT3 Adapter und Elektromanager durch.
Verwendet wer von Euch auch die Kombi und führt Kabelüberprüfungen durch? Die originale Sequenz am Secutest verwendet ja nur einen normalen Durchgangstest an L und N, somit werden keine lockeren Klemmstellen oder hohe Übergangswiderstände erkannt.

Danke schon mal
lg Jochen

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von Probator » Donnerstag 28. November 2019, 16:48

Es wäre ratsam, sich mal die Anleitung seiner Messgeräte durchzulesen (oder stattdessen eine Schulung zu besuchen, dort wird das gezeigt):
https://www.gossenmetrawatt.com/resourc ... e/ba_d.pdf

Du musst dem Messgerät vor der Prüfung sagen, dass du den AT3-Koffer angeschlossen hast. Dann macht es auch eine Prüfung sämtlicher Adern deiner Drehstromleitung (L1, L2, L3, N haben Durchgang sowie Drehfeld nicht vertauscht).

leonsberger
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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von leonsberger » Freitag 29. November 2019, 15:06

Sehr lustig Kollege und Danke für dein Feedback, auch wenn es nicht stimmt!

Aber nochmal:
Die originale Sequenz am Secutest verwendet ja nur einen normalen Durchgangstest an L und N, somit werden keine lockeren Klemmstellen oder hohe Übergangswiderstände erkannt.

Und wie man den AT3 mit Drehstromkabeln oder Schukokabeln nutzt ist mir bekannt, ändert aber an der Messung nix.
lg Jochen

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von Probator » Freitag 29. November 2019, 16:23

Jetzt hast du mich erwischt, doh1 dass ich nicht ordentlich bis zu Ende gelesen habe und vom typischen Fall ausging, der bei uns hin und wieder vorkommt - Adapter einstellen vergessen. Dann findet man Kabel, die frisch geprüft sind, aber doch ein linkes Drehfeld haben, weil die Prüfung vergessen wurde. Und wenn ich eines hasse, ist es auf der Baustelle mit Adern drehen anzufangen... :mad:

Also jetzt zu deiner Frage:

Dir ist bekannt, dass die Prüfung der Niederohmigkeit nur beim Schutzleiter gefordert ist? Die Norm (und auch ich) verlässt sich darauf, dass lose Klemmstellen auf den strombelasteten Außenleitern sich bei der Sichtprüfung in Verfärbungen (oder unschönem Geruch) äußern. Dann ist es natürlich zu spät, kommt aber selten genug vor.

Wenn du noch viel sorgfältiger als die Norm prüfen willst und mehr als eine Handvoll Leitungen in der Firma hast, dann würde ich das nicht mit dem AT3-Adapter machen, sondern mir aus einem CEE-Stecker und einer Kupplung einen Messadapter bauen, der den Prüfstrom von einer Niederohmigkeitsmessung im Kreis über sämtliche 5 Adern des Kabels führt. Dann aber auch mit mindestens 10A-Prüfstrom, nicht mit den 200mA.

Wenn du schon einen Secutest BASE oder PRO hast, kannst du dir dafür sogar eine Automatik selbst programmieren. Mit einem S2N wird das nicht (komfortabel) gehen. Welches Messgerät hast du denn?

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von leonsberger » Montag 2. Dezember 2019, 07:44

Guten Morgen,

ich habe einen Secutest Pro und einen AT3.
Wir müssen auf Grund von Betriebssicherheit alle Pole niederohmig messen, bei rund 2000 Verlängerungskabeln ist das Aufschrauben und Klemmen kontrollieren recht mühsam.
Wir haben zwar auch ein Prüfgerät, welches die Funktionen abdeckt, jedoch wurde das vor ca. 15 Jahren speziell für uns gebaut. Also kein Serienprodukt und nicht mit einer Datenbank kompatibel. Die Firma gibt es leider nicht mehr.
Da wir jetzt einen zweiten Standort haben, brauchen wir ein zweites Gerät.

Den Secutest Pro inkl. AT3 (wegen der Drehrichtung und Isolationswiderstandmessung) hätte ich gerne weiter verwendet. Die Rpe Messung hätte ich gerne mit einer "Relaiskiste" kombiniert, welche mir die Pole durchschaltet.
Dafür bräuchte ich irgend ein Signal wann die Messung fertig ist, also um weiter zu schalten. Eventuell über den PC mit dem Elektromanager, hab da aber keine Möglichkeit gefunden.
lg Jochen

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von Probator » Montag 2. Dezember 2019, 08:06

leonsberger hat geschrieben:
Montag 2. Dezember 2019, 07:44
Wir müssen auf Grund von Betriebssicherheit alle Pole niederohmig messen, bei rund 2000 Verlängerungskabeln ist das Aufschrauben und Klemmen kontrollieren recht mühsam.
Hast du schonmal nachgefragt, ob ein Vorgesetzter einfach die Norm nicht richtig gelesen hat?

Edit: Im Gespräch mit Vorgesetzten wäre diese Formulierung natürlich etwas unvorteilhaft.
Ich würde mal hingehen und sagen "Die Messung - so wie sie derzeit verlangt ist - erfordert einen hohen Zeitaufwand sowie speziell dafür gebaute Messgeräte, die normalerweise am Markt gar nicht erhältlich sind. Der Grund ist, dass die Norm diese Messung gar nicht fordert. Gibt es eine wichtige Begründung dafür, dass wir sie dennoch durchführen sollen?"

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von leonsberger » Montag 2. Dezember 2019, 08:17

Zur Norm hast ja recht, diese ist halt auch nur eine Mindestanforderung.
Eine Diskussion darüber hat auch keinen Sinn, vor allem da der Zeitaufwand mit einem entsprechenden Messgerät im Rahmen bleibt.
Mir fehlen die Argumente.
Als Verantwortlicher für die Anlagenprüfungen und Geräteprüfungen muss ich mir jetzt etwas überlegen, um in der selben Qualität weiter prüfen zu können.
Für Tipps und Anregungen bin ich gerne offen, aber bitte nur konstruktive Beiträge.
lg Jochen

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von Probator » Montag 2. Dezember 2019, 08:22

Wie oben schon erwähnt:
Bau dir aus einem Drehstromstecker und einer Buchse einen Adapter, der sämtliche 5 Adern in Reihe schaltet und miss alle gemeinsam über den RPE durch. Skizze nötig?

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von leonsberger » Montag 2. Dezember 2019, 08:31

Ok, in Reihe hab ich überlesen. Sorry

Das würde sogar für 5 polige Leitungen ohne großen Aufwand gehen, der "defekte" Pol wäre dann auch schnell gefunden.
Bei 12, 15 oder 20 Polen ist das nicht mehr komfortabel. Deshalb der Gedanke mit dem Signal nach dem Ende der Rpe Messung.
lg Jochen

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Re: Prüfen von Verlängerungskabeln

Beitrag von Probator » Montag 2. Dezember 2019, 08:46

Der Secutest hat noch eine weitere Messung, wo er für RPE die Netzdose einschaltet. Das ist eigentlich für PRCD-S gedacht. Vielleicht kannst du damit was anfangen?
1. RPE
2. Riso
3. Netzspannung schaltet zu, Relaisbox tut irgendwas (hat ja jetzt Strom), RPE läuft gleichzeitig.

Noch eine Idee: Der Secutest PRO hat ja das zweite Buchsenpaar P2 oben. Du kannst auch eine RPE-Messung von P1 nach P2 machen, also von beliebig vielen Polen von einem Ende des Kabel zum anderen.
Auch hier musst du aber wieder einen Adapter basteln, aber das wäre mit einem Stufenschalter auch kein Problem.
Auf einer Seite P1 anschließen und alle Pole durchbrücken, auf der anderen Seite P2 anschließen und mit einem Stufenschalter schnell nacheinander durchtickern, während die Messung am Display läuft.

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