Wasserkocher "leidiges Thema"

Strom
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Wasserkocher "leidiges Thema"

Beitrag von Strom » Dienstag 7. August 2018, 18:34

Guten Tag zusammen,


ich bin ein neuer und werde mich die nächsten Tage vorstellen. Im Moment habe ich leider wenig Zeit, heute um 19:30 Singstunde und
Morgenfrüh um 04:45 klingelt wieder der Wecker.
Aber ich hätte da noch eine Frage.?

Heute habe ich einen Wasserkocher als zwei Geräte geprüft und finde das garnicht so schlecht. Kam doch einer der Kunden später mit dem Kocher
vorbei und sagte: " Jetzt kocht der noch besser als vorher". Haha!

Also kommen den immer die Ober- und Unterteile wieder so zusammen.
In manchen Büros stehen mehrere Wasserkocher. Ich denke auch Abrechnungstechnisch ist das nicht schlecht.
Gerne erwarte ich eure Meinung.

Mit freundlichen Grüßen Strom

Olaf S-H
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Re: Wasserkocher "leidiges Thema"

Beitrag von Olaf S-H » Mittwoch 8. August 2018, 00:25

Moin Strom,

wenn es nur ein Wasserkocher ist, dann kann man darüber nachdenken, Ober- und Unterteil gemeinsam zu prüfen. Sind mehrere baugleiche Wasserkocher beisammen, dann sind es für mich 2 Betriebsmittel. Ebenso sehe ich es bei den Anschlussleitungen für z. B. Monitore. Nur eine Anschlussleitung weit und breit, dann kann ich intensiv über "ein" Betriebsmittel nachdenken. Ist aber zu erwarten, dass die EDV-Kollegen nur den Monitor tauschen, nicht aber die Anschlussleitung, dann sind es für mich ebenfalls zwei Geräte.

Die Art der Abrechnung wirkt sich auch auf den Preis aus. Hier ist ein gewisses Fingerspitzengefühl erforderlich. Der Kunde soll eine vernünftige Leistung erhalten - manchmal ist die Abrechnung nach zeitlichem Aufwand besser als nach Stück.

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
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Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

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Mackie Messer
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Re: Wasserkocher "leidiges Thema"

Beitrag von Mackie Messer » Mittwoch 8. August 2018, 08:16

Ich messe beide Teile gemeinsam aber beklebe beide Teile mit der selben Inventarnummer.

meisterglücklich
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Re: Wasserkocher "leidiges Thema"

Beitrag von meisterglücklich » Mittwoch 8. August 2018, 11:44

Bei mehreren gleichartigen Geräten im Betrieb mag die Einzelprüfung eine gute Idee sein, blöd nur, daß die einzelnen Komponenten die jeweilige Prüfung "gerade so" bestehen, aber als gemeinsames Gerät (und nur so wird der Zweck des Gerätes erfüllt) massive Schutzleiterprobleme haben, deshalb bekommt bei mir Ober- und Unterteil die gleiche Inventarnummer (nachdem ich nochmal die Schutzleiterkontakte geputzt habe). Damit ist auch nachweisber, daß ich genau diese Kombination geprüft habe und für sicher befunden habe.
Analog kann man ja auch mit der Kaltgeräteleitung argumentieren: wenn der Benutzer eine verschlissene Kaltgeräteleitung neu ansteckt, dann muß das versorgte Gerät ja auch noch genug "Reserven" für die Sicherheit haben.

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Re: Wasserkocher "leidiges Thema"

Beitrag von Probator » Montag 17. September 2018, 16:18

meisterglücklich hat geschrieben:
Mittwoch 8. August 2018, 11:44
aber als gemeinsames Gerät (und nur so wird der Zweck des Gerätes erfüllt) massive Schutzleiterprobleme haben,
Diese "Schutzleiterprobleme" sind aber in 99% der Fälle ein Messfehler, der dem niedrigen Prüfstrom von 200mA geschuldet ist.
Wer viele Wasserkocher (oder anderweitig verschmutzte Geräte) zu prüfen hat, dem sei ein Messgerät mit einer 10-Ampere-Option dringend ans Herz gelegt, diese gibt sofortige Klarheit über den tatsächlichen Zustand des PE.

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SPS
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Re: Wasserkocher "leidiges Thema"

Beitrag von SPS » Dienstag 18. September 2018, 18:57

Probator hat geschrieben:
Montag 17. September 2018, 16:18
Wer viele Wasserkocher (oder anderweitig verschmutzte Geräte) zu prüfen hat, dem sei ein Messgerät mit einer 10-Ampere-Option dringend ans Herz gelegt, diese gibt sofortige Klarheit über den tatsächlichen Zustand des PE.
Volle Zustimmung
Mit freundlichem Gruß sps

Mackie Messer
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Re: Wasserkocher "leidiges Thema"

Beitrag von Mackie Messer » Donnerstag 20. September 2018, 10:43

Probator hat geschrieben:
Montag 17. September 2018, 16:18
meisterglücklich hat geschrieben:
Mittwoch 8. August 2018, 11:44
aber als gemeinsames Gerät (und nur so wird der Zweck des Gerätes erfüllt) massive Schutzleiterprobleme haben,
Diese "Schutzleiterprobleme" sind aber in 99% der Fälle ein Messfehler, der dem niedrigen Prüfstrom von 200mA geschuldet ist.
Wer viele Wasserkocher (oder anderweitig verschmutzte Geräte) zu prüfen hat, dem sei ein Messgerät mit einer 10-Ampere-Option dringend ans Herz gelegt, diese gibt sofortige Klarheit über den tatsächlichen Zustand des PE.
Absolut.
Und wenn man es ganz genau machen will sollte nach einer Messung mit 10A in der Regel auch die 200 mA Messung ordentliche Werte erzielen.

Joachim
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Re: Wasserkocher "leidiges Thema"

Beitrag von Joachim » Donnerstag 20. September 2018, 13:06

Das muß sie sogar, da die Messung mit 200mA der Norm entspricht und man die Werte mit höheren Meßströmen nicht "gesundbeten" soll (Zitat Hr. Bödeker).
Als "Werkzeug" zum Reinigen oxidierter Kontaktstellen ist eine Hochstrommessung sehr praktisch und gegebenenfalls empfehlenswert!

Probator
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Re: Wasserkocher "leidiges Thema"

Beitrag von Probator » Donnerstag 20. September 2018, 17:20

Joachim hat geschrieben:
Donnerstag 20. September 2018, 13:06
Das muß sie sogar, da die Messung mit 200mA der Norm entspricht und man die Werte mit höheren Meßströmen nicht "gesundbeten" soll
Was (für mich) wiederum nicht bedeutet, dass ich nach einer 10A-Messung noch meine 200mA-Messung machen.

Der hohe Mess-Strom ist für mich das Maß der Dinge, weil sie die deutlich höhere Genauigkeit bietet.
Letztlich will ich ja nicht den Übergangswiderstand meiner Mess-Spitze wissen. Ich will herausfinden, ob der Schutzleiter im Geräteinneren sauber verbunden ist.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, was die "Reinigungseffekte" angeht:
Ein extrem korrodierter (oder mit Farbe überkleisterter) Schutzleiterkontakt am Stecker wird natürlich nicht "gesundgebetet", sondern fällt schon bei der Sichtprüfung durch.

Olaf S-H
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Re: Wasserkocher "leidiges Thema"

Beitrag von Olaf S-H » Donnerstag 20. September 2018, 20:25

Joachim hat geschrieben:
Donnerstag 20. September 2018, 13:06
... da die Messung mit 200mA der Norm entspricht ...
Moin Joachim,
VDE 0701-0702:2008-06, Anhang D, zu 5.3 hat geschrieben: ... Diese Messung ist nach DIN VDE 0404-2 (VDE 0404-2) mit einem Strom von mindestens 0,2 A durchzuführen. Da keine obere Grenze für die Stromstärke festgelegt wurde, werden bei manchen handelsüblichen Prüfgeräten für diese Messung Ströme von z. B. 1 A, 5 A und 10 A genutzt. ...
Gruß Olaf
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