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Re: Haftung und Entlassung des Testers

Verfasst: Mittwoch 8. August 2018, 14:58
von IH-Elektriker
Mackie Messer hat geschrieben:
Mittwoch 8. August 2018, 11:43
Der HErsteller verwendet einen Schneider ATV 12 M2.
Der Jumper steuert den eingebauten EMV-Filter (Elektromagnetische Verträglichkeit).
Wenn man den Jumper rauszieht, wird der ausgeschaltet und der Ableitstrom sinkt.
Dafür ist "...bei dieser Konfiguration () die elektromagnetische Verträglichkeit nicht garantiert."
Wie oben schon geschrieben, nicht verwunderlich das ohne Netzfilter der Ableitstrom eingehalten wird.

Trotzdem würde ich mich an der Hersteller der Maschine wenden, der hat eine normkonforme Maschine nach MRL zu liefern und somit bei mehr wie 10mA Ableitstrom entsprechende Maßnahmen vorzusehen. Das Abschalten des Filters ist eher ein "Workaround" als eine Fehler- bzw. Mängelbehebung !

Re: Haftung und Entlassung des Testers

Verfasst: Freitag 10. August 2018, 14:35
von Probator
IH-Elektriker hat geschrieben:
Mittwoch 8. August 2018, 14:58
Trotzdem würde ich mich an der Hersteller der Maschine wenden, der hat eine normkonforme Maschine nach MRL zu liefern und somit bei mehr wie 10mA Ableitstrom entsprechende Maßnahmen vorzusehen. Das Abschalten des Filters ist eher ein "Workaround" als eine Fehler- bzw. Mängelbehebung !
Ich würde auf jeden Fall mit der Hersteller sprechen. Der soll mal merken, dass er so einen Murks nicht bauen sollte/darf.
Falls keine Einigung gefunden wird, wäre für mich die unterste Mindesforderung, eine Schutzleiterüberwachung (z.B. SLU1P von ABB) einzubauen.

Re: Haftung und Entlassung des Testers

Verfasst: Montag 20. August 2018, 09:53
von Mackie Messer
Nochmal ganz doof gefragt:
Erst hatte ich ja >10mA auf dem PE.
Geht das jetzt einfach auf den N?
Und wenn ja wie kann fehlende EMV zu Buche schlagen?

Re: Haftung und Entlassung des Testers

Verfasst: Montag 20. August 2018, 17:14
von Probator
Mackie Messer hat geschrieben:
Montag 20. August 2018, 09:53
Geht das jetzt einfach auf den N?
Nach meinem Bescheidenen Wissen ist damit der Filter deaktiviert.
Und wenn ja wie kann fehlende EMV zu Buche schlagen?
Wenn der Filter deaktivert ist, kann das deutliche Störungen verursachen. Im harmlosesten Fall kannst du nur kein Radio mehr hören. Je nach Frequenz kann das Wlan- oder diverse andere Funknetze stören.
Über Netzrückwirkungen auch kabelgebundene Netze.

Wenn die IT-Abteilung über schlechte Netzwerkverbindungen klagt oder gar die Bundesnetzagentur mit dem Messwagen draußen steht, würde ich nervös werden. :D

Re: Haftung und Entlassung des Testers

Verfasst: Dienstag 21. August 2018, 09:38
von Mackie Messer
"Nach meinem Bescheidenen Wissen ist damit der Filter deaktiviert. "
Aber was macht der Filter?
Wandelt der Frequenz uüber Netz-Frequenz in Ableitstrom um?

Re: Haftung und Entlassung des Testers

Verfasst: Dienstag 21. August 2018, 10:25
von Josupei
Ganz blöde Frage.

Gibt es Leitungen/ Kabel mit 2 Schutzleitern? :-)

Gruß
Josupei

Re: Haftung und Entlassung des Testers

Verfasst: Dienstag 21. August 2018, 11:58
von breadley-dr
[/quote]

Es ist...
*Trommelwirbel*
... der Frequenzumrichter.
Das Ding wird über einen Jumper gesteuert und wenn ich den rausziehe, kommt das ding gerade so durch die Prüfung.
Schieb ich das Ding wieder rein, sind die Werte all wieder im Eimer.
Nur kann ich, soweit ich das sehe, das Ding nicht ohne Frequenzumrichter betreiben.
[/quote]

du solltest dich auch mit dem Prüfgerät beschäftigen. Eigentlich sollte da ein Tiefpass drin sein der die Oberwellen gerade solche Geräte wegfiltert, weil nicht sicherheitsrelevant. Frag mal den Prüfgerätehersteller...

bis denne

ps: Und entgegen des Titels hoffe ich das der Tester nicht entlassen wird... ;-)

Re: Haftung und Entlassung des Testers

Verfasst: Dienstag 21. August 2018, 11:59
von Snippy30
Gibt es Leitungen/ Kabel mit 2 Schutzleitern? :-)
Nicht das ich wüsste.

Gegenfrage: Warum sollte es?

Re: Haftung und Entlassung des Testers

Verfasst: Dienstag 21. August 2018, 12:51
von Probator
Mackie Messer hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 09:38
Aber was macht der Filter?
Seite 9., rot eingekreist:
https://www.schurter.com/content/downlo ... TER+AG.pdf
breadley-dr hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 11:58
du solltest dich auch mit dem Prüfgerät beschäftigen. Eigentlich sollte da ein Tiefpass drin sein der die Oberwellen gerade solche Geräte wegfiltert, weil nicht sicherheitsrelevant. Frag mal den Prüfgerätehersteller...
Das sollte bei ordentlichem Prüfequipment drin sein. Mag auch sein, dass viele Oberschwingungen enthalten sind. Bei Frequenzumrichtern sind aber sehr wohl auch "niederfrequente" Ableitstromanteile vorhanden.
Wie viel Ableitstrom fließt, hängt von der Leistung des Antriebs ab. Aber auch in ganz gehörigem Maße davon, wie "ausgefeilt" der Filter ist. Man kann es einfach/billig bauen, dann hat man hohe Ableitströme.
Man kann es auch besser machen und die Ableitströme des Filters in den Griff bekommen.

Und letztlich ist es immer eine ingenieursmäßige Zwickmühle:
- Will ich eine gute Entstörung? Gibt ggf. mehr Ableitstrom.
- Ist mir ein geringer Ableitstrom bedsonders wichtig? Muss ich vielleicht die Entstörung weniger wirksam gestalten.

Re: Haftung und Entlassung des Testers

Verfasst: Dienstag 21. August 2018, 16:41
von Josupei
Snippy30 hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 11:59
Gibt es Leitungen/ Kabel mit 2 Schutzleitern? :-)
Nicht das ich wüsste.

Gegenfrage: Warum sollte es?
Genau für solche Geräte die hier abgehandelt werden, die einen zweiten Schutzleiteranschluss benötigen, weil der Ableitstrom zu hoch ist.