Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

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Mackie Messer
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Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

Beitrag von Mackie Messer » Freitag 8. Juni 2018, 06:51

Hallo. Ich bin immer noch dabei die Betriebskaffeeautomaten zu messen und bin jetzt an dem Punkt wo ich denke es wäre vielleicht ganz interessant auch die Stromaufnahme zu testen.
Wenn ich mit einer Ampere-Zange einfach die Anschlussleitung messe dürfte erwartungsgemäßg nicht viel dabei rauskommen (idealerweise 0 ampere als messergebnis oder wieviel mA auch immer irgendwo in der Maschine versickern...).
Ich brauche also einen Adapter, genauer gesagt eine Leitung die ich vor die LEitung von der Kaffeemaschine hängen kann und die mir erlaubt jede leitung einzeln zu messen.
Spontan würde ich sagen dass schon so etwas Rudimentäres wie ein Stecker und eine Kupplung mit 3 Flexleitungen dazwischen für den Job ausreichen müssen. Dann wirde das ganze auf RIso und RPE getestet (um sicherzustellen dass meine Prüfleitung mir nicht mein Ergebnis versaut) und ich sollte bereit für meine Messungen sein.


Hab ich irgendwas vergessen?

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Lightyear
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Re: Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

Beitrag von Lightyear » Freitag 8. Juni 2018, 07:12

Du bist nicht der Erste und wirst auch nicht der Letzte sein, der genau so einen Adapter benutzt.

Will man allen (Haftungs-)Risiken möglichst weit aus dem Wege gehen, kauft man sowas fertig konfektioniert von einem Hersteller seiner Wahl.
Beispiele:
https://www.voelkner.de/products/798054 ... 1L-16.html
https://www.voelkner.de/products/101962 ... 1233D.html

Alternativ kann man sowas natürlich aus drei kurzen Stücken Aderleitung und einem Schukostecker und passender Kupplung selbst bauen.
Dabei zu beachten ist jedoch, dass man laut Lehrbuch nicht einfach H07V-K verwenden sollte, sondern geeignete Messaderleitung, die über eine verstärkte Isolierung verfügt.

PS: Ich habe bislang bei der enorm überwiegenden Zahl der selbstgebauten Messadapter fast immer H07V-K gesehen, diese spezielle Messaderleitung ist mir erst ein einziges Mal in freier Wildbahn begegnet...

Mackie Messer
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Re: Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

Beitrag von Mackie Messer » Freitag 8. Juni 2018, 07:31

Danke für die Antwort und die Links.
Sag mal, hat das einen Grund warum der Beha Adapter doppelt so teuer ist wie das Voltcraft Dingens?

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Lightyear
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Re: Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

Beitrag von Lightyear » Freitag 8. Juni 2018, 07:46

Der Voltcraft hat keine zangengeeignete Messstelle für den PE...
Außerdem ist der Aufbau komplett anders, der Voltcraft erinnert mich an industrielle Massenware aus Asien, wohingegegen der Beha-Adapter eher an eine eher handwerkliche Fertigung erinnert.

Challenger
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Re: Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

Beitrag von Challenger » Freitag 8. Juni 2018, 10:19

Hallo,
mit welchem Messgerät machst du deine Prüfung?
Nenn- und Schutzleiterstrom misst ein Gerätetester doch ohne Adapter? Jedenfalls bei Schuko-Geschichten. Oder machst du die Messungen zu Fuß mit Einzelmessgeräten?
Mein Adapterbestand ist eine Mischung aus gekauft und gebaut. Einiges ist echt merkwürdig teuer. Wenn ich an den CEE 32A Prüfstecker oder die Bürstensonde denke...

Gruß Challenger

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Re: Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

Beitrag von ttwonder » Freitag 8. Juni 2018, 10:31

An der Stelle möchte ich nochmal meinen Eigenbau-Messadapter zeigen. Mit dem kann man sich zwischen Einspeisung und Prüfsteckdose jede Messchaltung bauen. Das Zangenamperemeter oder die Leckstromzange legt man um gewöhnliche Messleitungen. Der RCD dient dem Personenschutz des Prüfers. In der Mitte sieht man den 2KOhm-Widerstand zur Messung des Berührungsstromes gemäß VDE 0701-0702.
Dateianhänge
928538A7-DC50-41CC-B8FD-A4C41CB9EE24.jpeg

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Re: Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

Beitrag von Mackie Messer » Sonntag 10. Juni 2018, 01:40

Challenger hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 10:19
Hallo,
mit welchem Messgerät machst du deine Prüfung?
Nenn- und Schutzleiterstrom misst ein Gerätetester doch ohne Adapter? Jedenfalls bei Schuko-Geschichten. Oder machst du die Messungen zu Fuß mit Einzelmessgeräten?
Mein Adapterbestand ist eine Mischung aus gekauft und gebaut. Einiges ist echt merkwürdig teuer. Wenn ich an den CEE 32A Prüfstecker oder die Bürstensonde denke...

Gruß Challenger
Ich messe mit dem Fluke 6500 -2. Aber gerade wenn es um Kaffeevollautomaten geht (meine derzeitige Obsession) fängt das Gerät oftmals kaum an Leistung zu ziehen bevor die Messung vorbei ist. Im Endeffekt misst du die LED-Anzeige und sonst nichts.
Wenn ich wirklich wissen will wieviel der Kaffeevollautomat zieht brauch die Amperezange um dann während eines kompletten Brühvorgangs zu messen.
Sicher sollte die ganze Chose zwar schon sein alleine dadurch dass ich einen PE nachgewiesen habe der auch funktioniert (i.e. kein Gehäuseschluss, keine Chance für übermäßige Ströme an berührbaren Teilen) aber den korrekten Laststrom messen zu können ist ja erstmal nicht verkehrt.

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Re: Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

Beitrag von Snippy30 » Sonntag 10. Juni 2018, 10:47

Im Setup kannst du doch die Messdauer einstellen oder während der Einzelmessung länger auf Start drücken.

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Re: Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

Beitrag von Mackie Messer » Montag 11. Juni 2018, 06:52

Snippy30 hat geschrieben:
Sonntag 10. Juni 2018, 10:47
Im Setup kannst du doch die Messdauer einstellen oder während der Einzelmessung länger auf Start drücken.
Der Automat war so langsam das er nach einer Minute noch nicht auf Touren war.

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Re: Fragen zum Bau von Adapter zur Benutzung von Ampere-Messzangen

Beitrag von meisterglücklich » Montag 11. Juni 2018, 14:25

Ich bediene mich selbst gebauter Adapter.
Also eigentlich immer Stecker und Kupplung und dazwischen H07RN in Einzeladerausführung. Über die schwarze Leitung farbiger Schrumpfschlauch zur Kennzeichnung. Da kann man dann mit der Meßzange Betriebsströme als auch Schutzleiterströme messen. Das Ganze als Schuko, CEE blau und CEE rot in 16 und 32A.
Zur Messung des Schutzleiterwiderstandes von Tischsteckdosen habe ich einen Gummischukostecker mit herausgeführtem PE-Kontakt und 4-mm-Buchse (berührungsgeschützt für die Feingewindler unter euch).

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