Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

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MrThiemann
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Re: Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

Beitrag von MrThiemann » Sonntag 11. März 2018, 11:07

wie wahr - wie wahr....
Schöne Grüße
Karsten

geloescht

Re: Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

Beitrag von geloescht » Sonntag 11. März 2018, 11:15

Aus irgend einem Grund ist mein Beitrag nach einem Edit jetzt doppelt vorhanden. Deshalb habe ich ihn einmal gelöscht.
Zuletzt geändert von geloescht am Sonntag 11. März 2018, 11:19, insgesamt 2-mal geändert.

geloescht

Re: Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

Beitrag von geloescht » Sonntag 11. März 2018, 11:17

Hallo Karsten,

es gab mal die elektrotechnisch unterwiesene Person. Diese Person wurde dazu ausgebildet wiederkehrende Prüfungen durchzuführen. Diese Personen hatten aber nur Prüfgeräte zur Verfügung die "Gut" und "Schlecht" unterscheideten.

Ich nehme immer das Beispiel eines Schleifenwiderstandes der als "Gut" anzusehen wäre.

Bei einer relativ kurzen Leitung kommt ein Schleifenwiderstand von 0,5 Ohm heraus. Das Prüfgerät würde das mit "Gut" bewerten. Die erfahrene Elektrofachkraft würde aber wissen, dass 0,5 Ohm bei der kurzen Distanz zu hoch ist und würde der Sache auf den Grund gehen.

Wenn wir nur mal davon ausgehen, dass an einer Stelle ein Übergangswiderstand - wodurch auch immer - von 0,2 Ohm entstanden wäre, dann würde - wir gehen von einer eigentlich zulässsigen Strombelastung von 16 Ampere aus - an dem Überrgangswiderstand eine Leistung von

P = I² * R = 16A * 16A * 0,2 Ohm = 51 Watt entstehen

Welche Wärme ein 50 Watt Lötkolben entwickelt muss ich Dir nicht sagen.

Inzwischen dürfen - genau aus dem Grund weil sie die Gefahren einschätzen können - sollen - - nur Elektrofachkräfte wiederkehrende Prüfungen durchführen.

Gruß

Alois

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MrThiemann
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Re: Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

Beitrag von MrThiemann » Sonntag 11. März 2018, 12:03

Alois hat geschrieben:
Sonntag 11. März 2018, 11:17
Hallo Karsten,

es gab mal die elektrotechnisch unterwiesene Person. Diese Person wurde dazu ausgebildet wiederkehrende Prüfungen durchzuführen. Diese Personen hatten aber nur Prüfgeräte zur Verfügung die "Gut" und "Schlecht" unterscheideten.

Ich nehme immer das Beispiel eines Schleifenwiderstandes der als "Gut" anzusehen wäre.

Bei einer relativ kurzen Leitung kommt ein Schleifenwiderstand von 0,5 Ohm heraus. Das Prüfgerät würde das mit "Gut" bewerten. Die erfahrene Elektrofachkraft würde aber wissen, dass 0,5 Ohm bei der kurzen Distanz zu hoch ist und würde der Sache auf den Grund gehen.

Wenn wir nur mal davon ausgehen, dass an einer Stelle ein Übergangswiderstand - wodurch auch immer - von 0,2 Ohm entstanden wäre, dann würde - wir gehen von einer eigentlich zulässsigen Strombelastung von 16 Ampere aus - an dem Überrgangswiderstand eine Leistung von

P = I² * R = 16A * 16A * 0,2 Ohm = 51 Watt entstehen

Welche Wärme ein 50 Watt Lötkolben entwickelt muss ich Dir nicht sagen.

Inzwischen dürfen - genau aus dem Grund weil sie die Gefahren einschätzen können - sollen - - nur Elektrofachkräfte wiederkehrende Prüfungen durchführen.

Gruß

Alois
So ein ähnlicher Aspekt wurde uns auch vermittelt.
Man hat seine Grenzwerte, die definitiv nicht überschritten werden dürfen. Wenn ja, Handlungsbedarf (eigentlich nur durch Elektriker)
Solange die Messerergebnisse im Tolleranzbereich liegen, geben die Gerääte, (so auch meins) grünes Licht.
Aber man sollte natürlich wissen, dass wenn ein Wert bei der Erstprüfung schon am "Limit" ist, dass irgendwo etwas nicht stimmen kann, und somit nicht einfach billigend hingenommen werden sollte.

Wir haben gelernt, dass eine EuP nur noch "freischalten" darf. Nicht einmal mehr Spannungsfreiheit feststellen darf, von den anderen Sicherheitsregeln ganz abzusehen.
Schöne Grüße
Karsten

geloescht

Re: Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

Beitrag von geloescht » Sonntag 11. März 2018, 12:17

Hallo Karsten,

Ein Schleifenwiderstand von 0,5 Ohm ist weit entfernt von einem Grenzwert. Ich habe das bewusst so gewählt um genau die Misere aufzuzeigen in der Nicht-Fachleute stecken. Sie können nicht erkennen ob der Wert wirklich gut ist, oder ob ein Problem vor liegt.

Um mal wieder Beispiele aufzuzeigen.

Grenzwert LS Schalter 16A Typ B

Zsch kleiner 2/3*Uo/Ia = 1,91 Ohm

Grenzwert LS Schalter 16A Typ C

Zsch kleiner 2/3 * Uo/Ia = 0,96 Ohm

also alles weit weg von 0,5 Ohm

Erst beim Typ D kommt man in den Bereich kleiner 0,5 Ohm.

Gruß Alois

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MrThiemann
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Re: Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

Beitrag von MrThiemann » Sonntag 11. März 2018, 13:14

Alois hat geschrieben:
Sonntag 11. März 2018, 12:17
... Sie können nicht erkennen ob der Wert wirklich gut ist, oder ob ein Problem vor liegt.
Auch hier gebe ich Dir vollkommen recht!

Ich hab mir eine Leitlinie erstellt, die ich mit mir führe. Aber auch hier sind es nur Richtwerte, bzw. Grenzwerte.
Da ich mir noch längst nicht alles merken kann, ist es quasi als begleitendes Hilfsmittel zu betrachten.
Dateianhänge
Hilfsmitte_messen_001.png
Schöne Grüße
Karsten

Olaf S-H
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Re: Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

Beitrag von Olaf S-H » Sonntag 11. März 2018, 14:14

Moin MrThiemann,

Deine Übersicht ist so auch in der VDE 0701-0702 zu finden.

Allerdings: Es wird nicht stumpf nach Schutzklasse sondern nach Schutzmaßnahme geprüft und der Schutzleiterwiderstand muss auch nach Länge und Querschnitt betrachtet werden (0,5 m Anschlussleitung 1,5 mm² mit 0,25 Ohm ist ein Durchfallkriterium).

Es ist echt toll, wie Du Dich in die Thematik einbringst. Wenn Du meinen Vorschlag in der E-Mail aufgreifst, kann da evtl. etwas sehr brauchbares bei rauskommen.

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
vde1
Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

geloescht

Re: Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

Beitrag von geloescht » Sonntag 11. März 2018, 14:26

Hallo Karsten,

wenn man es ganz genau nimmt, dann müsste man - um sich abzusichern bei irgendeiner Arbeit an der elektrischen Anlage z.B. in einer Wohnung - die komplette für die Wohnung zuständige Anlage prüfen. So sah das jedenfalls ein Richter der in einem entsprechenden Fall zu entscheidden hatte.

Im Prinzip wurde das gleiche Urteil im Fall des Falles, der zur Gründung des Forums führte, gefällt.

Damit ist aber die EfKffT außen vor. Und damit ist es m.E. nicht ok solche Lehrgänge durchzuführen.

Gruß

Alois

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Re: Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

Beitrag von Olaf S-H » Sonntag 11. März 2018, 14:30

Alois hat geschrieben:
Sonntag 11. März 2018, 14:26
... Damit ist aber die EfKffT außen vor. Und damit ist es m.E. nicht ok solche Lehrgänge durchzuführen. ...
Moin Alois,

einige Schulungsanbieter vergessen schlicht, die Einschränkungen für die Einzelkämpfer-EFKffT zu vermitteln. furios1

Gruß Olaf
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Re: Prüfablauf (DIN VDE 0701/0702) Autarkes-Ceranfeld

Beitrag von MrThiemann » Sonntag 11. März 2018, 18:54

Olaf S-H hat geschrieben:
Sonntag 11. März 2018, 14:14
Allerdings: Es wird nicht stumpf nach Schutzklasse sondern nach Schutzmaßnahme geprüft und der Schutzleiterwiderstand muss auch nach Länge und Querschnitt betrachtet werden (0,5 m Anschlussleitung 1,5 mm² mit 0,25 Ohm ist ein Durchfallkriterium).
Danke für diese Information! Kommt gleich als Notiz mit auf den Zettel.
Olaf S-H hat geschrieben:
Sonntag 11. März 2018, 14:14
Es ist echt toll, wie Du Dich in die Thematik einbringst. Wenn Du meinen Vorschlag in der E-Mail aufgreifst, kann da evtl. etwas sehr brauchbares bei rauskommen.
Naja, ich geb mir mühe. Als reiner Holzwurm ist es schon ein absolutes Fremdgebiet. Da reichen auch 10 Tage Seminar nicht....
Jetzt heißt es für mich den gesunden Mittelweg finden, und vor allem meine Auftraggeber davon zu überzeugen.

Richtig prüfen und messen ist die eine Sache und ob mir das vergütet wird eine andere....schließlich macht es keiner und daran haben sich alle gewöhnt...

zur eMail: vde1
Schöne Grüße
Karsten

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