Neuer Gerätetester

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Bender
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Neuer Gerätetester

Beitrag von Bender » Freitag 9. Februar 2018, 15:57

Hallo liebe Gemeinde,

meine 0701/0702-Ausrüstung besteht derzeit aus einem leicht angegrauten Benning ST710 sowie einer Leckstromzange nebst Adaptern für die aktiven Messungen. Protokolliert wird bislang noch händisch in einer ausgedruckten Excel-Tabelle.
Für die Bohrmaschine mit neuer Anschlussleitung reicht es aus.

Nun kommen jedoch einige umfangreichere Prüfungen auf mich zu, ganz grob geschätzt werden vielleicht 1000 Prüflinge pro Jahr anstehen.

Ein neues Gerät wird nun also fällig. Unter 1000€ scheint es ja illusorisch zu sein, auch nur eine PRCD-Prüfung, geschweige denn eine optionale 250V-Isomessung zu erhalten.
Mit Barcode habe ich mich noch nicht beschäftigt, ich würde statt dessen Inventarnummern vergeben und diese per Aufkleber auf die Prüflinge bannen.

Meine Idealvorstellung: das Prüfgerät ist mit dem Laptop verbunden, so dass ich sämtliche Daten über eine komfortable (QWERTZ!)-Tastatur eingeben und auch einfach ändern (Beispiel: Lötkolben 000266156 hängt nun nicht mehr im Physikzimmer sondern in der Werkstatt des Hausmeisters) und später ausdrucken kann.

Nun habe ich nach längerer Recherche den Fluke 6500-2 ins Auge gefasst, mit rund 1600€ kratzt der schon ein wenig an der Obergrenze dessen, was ich investieren wollte.

Gibt es klare Gründe, die GEGEN das Gerät sprechen?
Wie ist der Umgang mit der dazugehörigen PC-Software DMS (wovon ich leider keine Demo finden kann)?
Was ist denn von den "Speicherfunktionen" der preiswerten Geräte wie z.B. dem Benning ST 725 zu halten?
Welche Alternativen könnt ihr möglicherweise empfehlen?

Gruß!

Dani CEE
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Re: Neuer Gerätetester

Beitrag von Dani CEE » Freitag 9. Februar 2018, 20:11

bei mir Ist es ein Vorführgerät von Metrel geworden (Sigma). Die haben ja schon früher für BEHA produziert
Die haben öfters Vorführgeräte http://www.metrel.de/sonderposten-demogeraete.html

Und ich muss sagen das die Speichermöglichkeiten von den Testsequenzen sind nicht schlecht

Fegen Fluke habe ich so meine Abneigungen seit dem der Suporrt bei BEHA platt gemacht wurde.

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Bender
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Re: Neuer Gerätetester

Beitrag von Bender » Samstag 10. Februar 2018, 08:38

Also Metrel hatte ich bislang noch gar nicht auf dem Schirm, macht aber nen guten Eindruck, danke für den Tipp!

Wäre es möglich, mal einen Screenshot der PC-Software und/oder nen fertigen Ausdruck hier einzustellen?
Wo siehst du die Schwächen des Gerätes?

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Re: Neuer Gerätetester

Beitrag von kabelmafia » Samstag 10. Februar 2018, 13:08

Moin,

Gegen das Fluke spricht die umständliche Handhabung mit den zwei Sonden: Eine für Schutzleiterwiderstand und eine für RISO und IB.

Schau dir mal das GMW TGomni1 an. Das ist ne runde Lösung und kann ohne Zusatzgeräte auch PRCD-S richtig prüfen.

Dani CEE
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Re: Neuer Gerätetester

Beitrag von Dani CEE » Samstag 10. Februar 2018, 15:36

Metrel hat einen Sondenanschluß und bei uns sind wir soweit das wir einen Freien Barcode Scanner haben
Die Gerätennummer kann manuel eingegeben oder eingelesen werden. Im Zweitem Jahr mit Rücklesen sind wir noch nicht wir haben ca. 15 für uns Spezifische Autotests Angelegt.

Schwächen sind meines Erachtens das etwas umständliche Auslesen, Da auf USB/RS232 basis

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Tobi P.
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Re: Neuer Gerätetester

Beitrag von Tobi P. » Samstag 10. Februar 2018, 18:45

Moin Bender,

ich arbeite mit dem 6500-2, als Dokusoftware habe ich es control 2.6 professional im Einsatz. Prüfumfang liegt bei etwas über 2000 Geräten pro Jahr.
Was mich am Fluke nervt ist die Stammdateneingabe, das Eingabemenü für neue Prüflinge umfasst bei weitem nicht alle Informationsfelder die die Software bietet. Daher mache ich die Datenverwaltung nur noch direkt in es control und gebe am Fluke lediglich die Prüflings-ID ein. Das bedingt dass grundsätzlich mein Notebook bei den Prüfungen dabei sein muss.
Ein weiterer Knackpunkt sind die werkseitig programmierten Prüfabläufe, die sind für qualifizierte Prüfungen nicht zu gebrauchen. Man kann zwar problemlos eigene Abläufe anlegen aber auch dabei wird man eingeschränkt - die Messdauer lässt sich zb nur mit max. 60 Sekunden programmieren. In 60s bekomme ich eine 50m lange 125A-Verlängerung aus 5G50 für die Schutzleiterprüfung nicht auf ganzer Länge bewegt. Das ist sogar für einen Leitungsroller mit 50m 3G2,5 schon knapp wenn man erst alle Steckdosen abtastet und dann noch die Leitung bewegen muss.
Tastentöne sind auch nicht abschaltbar. Bei jedem Tastendruck piept das Gerät, das ist auf Dauer echt nervig. Drehstromgeräte sind ebenfalls nicht wirklich prüfbar, für aktive Prüfungen muss man auf Zusatzausstattung zurückgreifen.

Die Datenübergabe an die Software funktioniert allerdings problemlos. Das Gerät installiert sich als USB-Wechseldatenträger, die Prüfdaten können dann einfach per Tastendruck in die es control importiert werden. Bei bestehender PC-Verbindung sind allerdings keine Prüfungen möglich.
Es control basiert auf einer Access-Datenbank, die Software bietet schon ganz gute Sortier - u. Filtermöglichkeiten und benötigt keine besondere Einarbeitungszeit da ziemlich intuitiv bedienbar.
Prüfungen lassen sich auch manuell anlegen und individuell zusammenstellen, dadurch können auch nichtelektrische Prüfungen wie Leitern und PSA verwaltet oder Messergebnisse von zb Leckstromzangen eingegeben werden (was am 6500-2 nicht geht).

@kabelmafia: Welcher 0815-Prüfer macht sich denn über die beiden Sonden wirklich Gedanken? Der Anteil an Nutzern der sich individuelle Prüfabläufe zusammenstellt und wirklich qualifiziert mit dem Gerät arbeitet dürfte verschwindend gering sein. Das Ding ist werkseitig auf Masse optimiert und nicht auf das was ich unter einer vernünftigen Prüfung verstehe.



Gruß Tobi

PS: Seitdem ich den Kladderadatsch von meinem Vorgänger übernommen habe hasst mich mein Projektleiter, ich scheine den Job also ganz gut zu machen inocc1

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Re: Neuer Gerätetester

Beitrag von Bender » Sonntag 11. Februar 2018, 20:12

Hm, je mehr ich mich mit der Materie beschäftige, um so mehr scheint mir, dass es hier (vielleicht auch nur wegen meinem finanziell begrenzten Spielraum?) keine wirklich befriedigende Lösung gibt, vor allem im Bereich der 5pol. CEE-Geräte.
Ein Adapterkoffer für die aktiven Prüfungen sowie die Prüfung von 5pol. Verlängerungsleitungen kostet ja nochmal runde 1600€ :rolleyes:

Auch wenn das nur wenige Geräte betrifft, mir widerstrebt es irgendwie, jetzt ein neues Meßgerät zu kaufen und dann immer noch die Prüfungen der Drehstromprüflinge "händisch" zu machen, vor allem, weil ich nicht weiß, ob und wie gut sich diese Meßwerte dann in das digitale Protokoll "einbauen" lassen.

Vielen Dank erstmal für die vielen Anregungen und Erfahrungsberichte, da hab ich erstmal was zum Grübeln :)

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Re: Neuer Gerätetester

Beitrag von Dani CEE » Sonntag 11. Februar 2018, 20:17

Ich mache z.B. nach der Isomessung mit Umschalter mit einer Mobilen Leckstromzange die Ableitstrommessung

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Tobi P.
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Re: Neuer Gerätetester

Beitrag von Tobi P. » Sonntag 11. Februar 2018, 21:21

Moin Bender,
Bender hat geschrieben:
Sonntag 11. Februar 2018, 20:12
Ein Adapterkoffer für die aktiven Prüfungen sowie die Prüfung von 5pol. Verlängerungsleitungen kostet ja nochmal runde 1600€ :rolleyes:
in der Beziehung habe ich eigentlich nur Selbstgebautes im Einsatz. Das kostet nur etwas Material und Arbeitszeit sowie ein bisschen Grübelei wie man es denn am besten baut :) Vieles was ich brauche gibts so oder so nicht fertig von der Stange da viele Spezialleitungen aus der Bühnentechnik unter meinen Prüflingen sind, da bleibt ausser Selbstbau so oder so nichts übrig.
Aktuell überlege ich gerade den Bau eines Universal-Multiadapter-Dingens im Pelicase um nicht immer tausend verschiedene Adapter mitschleppen zu müssen, allerdings wird "es" für komfortable Prüfabläufe wohl ein wenig Intelligenz benötigen.


Gruß Tobi

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Re: Neuer Gerätetester

Beitrag von Bender » Montag 12. Februar 2018, 18:21

Tobi P. hat geschrieben:
Sonntag 11. Februar 2018, 21:21
allerdings wird "es" für komfortable Prüfabläufe wohl ein wenig Intelligenz benötigen.
So sieht's wohl aus.
Mein neuester "Helfer", der Kleeblatt-Kaltgeräte-Adapater, hat sich heute schon bewährt ;)

Ich werde wohl auch die CEE-Verlängerungen sowie den CEE-Differenzstrom weiterhin mit meinen erprobten Adaptern+Leckzange machen und das neue Meßgerät "nur" für die 2/3poligen Sachen nutzen.
Dann hoffe ich mal, dass mein neues Gerät auch gestattet, diese "externen" Werte in das Protokoll aufzunehmen. Zu diesem Zweck werde ich mal den Support der Hersteller bemühen.

So einen "Multi-Adapter" zu bauen hatte ich auch schon mal auf'm Schirm, aber das ist dann doch eher was für kalte Wintertage, an denen wenig Arbeit ansteht :D

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