Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Olaf S-H
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Re: Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Beitrag von Olaf S-H » Donnerstag 21. September 2017, 12:01

Moin Skabe,

die Frage war gemein und hinterhältig. :D

1,5 mm² Cu haben rund 13 Milliohm je Meter. Mit Übergangswiderständen liegt der Erwartungswert bei "weit unter 0,1 Ohm". Außerdem hat H05VV-F in der Werkstatt (meistens Umgebung K1 nach DGUV Information 203-005) nichts zu suchen. Insofern 2 augenscheinliche KO-Kriterien.

Ich wollte damit nur zeigen, dass zum Prüfen weit mehr dazu gehört, als einen Messwert abzulesen. Dein Chef sollte hier etwas mehr investieren als in eine EFK, die gelegentlich mal guckt.

Es ist aber dennoch gut, dass Du nachfragst.

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden.
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Re: Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Beitrag von Skabe » Donnerstag 21. September 2017, 13:24

Moin Olaf,

ja absolut. Zum Glück hab ich nur eine Arbeitsanweisung für bestimmte Geräte und sollte ich Geräte antreffen mit denen ich nicht vertraut bin und EFK auch nicht bereit steht, wird die von mir nicht gemessen und fertig.

Mir ist absolut klar, dass meine Erfahrung hier limitiert sind, aber denke schon das mit etwas Vorbereitung auch eine solche Prüfung von mir durchführbar ist.

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Re: Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Beitrag von Snippy30 » Donnerstag 21. September 2017, 13:37

@Skabe
Ja, ich hätte es "noch" im Normbereich gehalten. Wenn es ein Querschnitt von 1,0 mm² wäre, hätte ich direkt gesagt, passt nicht.
Wieso nur bei 1,0mm²? Gerade bei 1,5mm² sollte der Wert besser sein und dich stutziger machen.

@Olaf S-H
Nicht nur die Anschlussleitung würde mich stören, sondern auch, das eine "normale" Steckdosenleiste die geforderte Schutzart von IP43 für K1 nicht einhält.

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Re: Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Beitrag von Skabe » Donnerstag 21. September 2017, 13:43

@Snippy

Nicht nur bei 1,0 mm², wollte damit nur sagen, wenn bei 1,0 dieser Wert entstanden wäre, wäre keinerlei grenzwertigkeit mehr gegeben.

@Olaf: Danke für deine Aufklärung :)

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Re: Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Beitrag von Snippy30 » Donnerstag 21. September 2017, 14:06

Und auch bei 1,0mm² ist der Wert von 0,295 Ohm viel zu niedrig. Du willst zwar die Prüffrist auf 3 - 6 Monate setzen. Das wäre mir in diesem Falle nicht ratsam. Im Falle eines Strafprozesses hättest du vor einem Richter mit Sicherheit schlechte Karten. Als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten bist du je nach dem mit in der Verantwortung. Ich würde das Teil nicht abnehmen!

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Re: Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Beitrag von Snippy30 » Donnerstag 21. September 2017, 14:13

Hier übrigens mal ein Auszug meines Dozenten der Unfallkasse NRW über die EfkffT:
Wer ist eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten?
Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten werden bei der Inbetriebnahme und Instandhaltung von elektrischen Betriebsmitteln eingesetzt und führen gleichartige, sich wiederholende Arbeiten an Betriebsmitteln aus. In eigener Fachverantwortung dürfen nur solche festgelegten Tätigkeiten ausgeführt werden, für welche die Ausbildung nachgewiesen ist (Ausbildung und bestandene Prüfung) und die in einer durch den Unternehmer verfassten Arbeitsanweisung beschrieben wurden.
Da der Umfang der Kenntnisse und Erfahrungen in der Regel weit unterhalb derjenigen einer Elektrofachkraft liegt, ist es ratsam dafür zu sorgen, dass Elektrofachkräfte bei Bedarf als Ansprechpartner für fachliche Fragen zur Verfügung stehen.
Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten müssen (ebenso wie alle anderen Elektrofachkräfte) sich für die fach- und sicherheitsgerechte Durchführung ihrer Arbeiten auf dem aktuellen Stand der Technik halten. Viele Bildungseinrichtungen, die Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten ausbilden, bieten deshalb „Auffrischungskurse“ für den Fachkundeerhalt an, die in festgesetzten Zeitabständen absolviert werden müssen. Durch eine Prüfung in Theorie und Praxis im Anschluss an diese Kurse wird nachgewiesen, dass das notwendige Fachwissen vorhanden ist.
Da noch einiges im Unklaren ist, würde mich schon mal für den nächsten Kurs vormerken lassen. mm:1
Berufsgenossenschaften oder Unfallkassen bieten auch Kurse kostenlos an und das Essen ist dort echt viel und lecker :D bier3
Zuletzt geändert von Snippy30 am Donnerstag 21. September 2017, 14:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Beitrag von Skabe » Donnerstag 21. September 2017, 14:20

Hast du konkreten Kurstipp? - nehme das gerne mit, wenn die Kurse was bringen.

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Re: Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Beitrag von Snippy30 » Donnerstag 21. September 2017, 14:25

Da müsstes du dich selber auf den Portalen deiner Unfallkasse oder BG schlau machen. Ich weiß ja nicht, in welchem Gewerbe du bist. Frag deine Fachkraft für Arbeitssicherheit!

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Re: Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Beitrag von Razupaltuff » Donnerstag 21. September 2017, 14:51

Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass es Seminare gibt, die -zumindest im praktischen Teil- eine Art Verkaufsveranstaltung namhafter Hersteller von Prüfgeräten sind. Zumindest meinem Empfinden nach.

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Re: Geräteprüfung DGUV3 mit Fluke 6500

Beitrag von Snippy30 » Donnerstag 21. September 2017, 15:07

Bei den Unfallkassen oder BG´s wohl weniger

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