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Verfasst: Samstag 16. April 2016, 18:25
von Olaf S-H
IH-Elektriker hat geschrieben:... Oder um es mal sarkastisch bzw. ironisch auszudrücken: In China ist der Arbeitsschutz dazu da die Arbeit zu Schützen und nicht den Mitarbeiter …
Moin zusammen,

hier sieht es wohl nicht anders aus. Heute war Submission für die Erstellung eines Wirtschaftsgebäudes. Beim Titel "Montagearbeiten" waren auch Bezüge auf die Regelwerke des Arbeitsschutzes enthalten (Prüfungen, PRCDS, Kennzeichnung K2, Mitarbeiterunterweisung, ...). Ergebnis: 0 Angebote. Scheint wohl zu heftig zu sein, wenn man liest, was sowieso eingehalten werden muss.

Gruß Olaf

Verfasst: Samstag 16. April 2016, 20:59
von Lightyear
Willkommen in der Realität... :D

Das ist es, was ich meine, wenn ich sage, dass "draußen" niemanden interessiert, was hier in der Steckdose philosophiert wird.
Gesetz oder Norm 'rauf oder 'runter ist toll, nur wenn's keiner (oder keine signifikante Anzahl) umsetzt, sind diese ganzen Trockenobstausscheidungen einfach vergebliche Liebesmüh...

Wenn ich mal überlege, wann ich das letzte Mal ein wiederholungsgeprüftes Gerät (außer meinen Eigenen) auf einer Baustelle gesehen habe - da muss ich verdammt lange nachdenken. Sollte es sich auch noch um ein Gerät handeln, dessen Prüffrist noch nicht länger, als ein Jahr abgelaufen gewesen wäre, noch VIEL länger.

Daher kann ich bei mancher (akademischen) Diskussion in diesem Forum hier auch nur schmunzeln, da schlicht und ergreifend völlig und fern ab der Praxis und Realität... ;)

Verfasst: Samstag 16. April 2016, 21:44
von Olaf S-H
Moin Lightyear,

ich habe durchaus die theoretische Realität erlebt.

In meinem Dunstkreis gibt es ein Unternehmen (E-Inst.), bei dem sogar Praktikanten, die nur 2 Tage da sind, eine Sicherheitsunterweisung erhalten. Ein anderes Unternehmen (Außenwerbung) klopft die Fachkunde der Nachunternehmer ab, bevor die Leistungen beauftragt werden.

Es wird also durchaus umgesetzt, was sich der Gesetzgeber ausdenkt. Aber auch hier gilt, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Gruß Olaf

Verfasst: Samstag 16. April 2016, 22:08
von Lightyear
Ja, ich kenne durchaus auch eine Hand voll Firmen, die sich an die Regeln halten. Auf deren Baustellen hab' ich aber zumeist sowieso nicht wirklich etwas zu tun.
Aber das sind absolute Ausnahmen, das Gros schert sich einen feuchten Kehricht um solche Dinge - jedenfalls in der Region Mittelfranken...

Verfasst: Dienstag 19. April 2016, 15:20
von IH-Elektriker
Lightyear hat geschrieben:Ja, ich kenne durchaus auch eine Hand voll Firmen, die sich an die Regeln halten. Auf deren Baustellen hab' ich aber zumeist sowieso nicht wirklich etwas zu tun.
Aber das sind absolute Ausnahmen, das Gros schert sich einen feuchten Kehricht um solche Dinge - jedenfalls in der Region Mittelfranken...

Je größer die Firma um so mehr wird sich an die Regeln gehalten, gerade was die Sicherheit an/auf Baustellen betrifft. Kleinere Firmen nehmen es nicht so genau – und zwar auf der Seite des Auftraggebers wie auch des Arbeitsausführenden….

Bei vielen Handwerkern und Monteuren sind beispielsweise auf Baustellen die geforderten PRCD-S eine absolute Seltenheit. Da werden einfach „vorhandene“ Speisesteckdosen verwendet. Wiederholprüfungen an handgeführten Werkzeugen – je kleiner der Auftragsausführende um so weniger geprüft und um so mehr Isolierband (oder Malerkrepp, alternativ Tesafilm oder Leukoplast :D ) an den Anschlussleitungen von Hilti, Flex & Co ;)

Wenn ich als Auftraggeber vor der Wahl stehe aufgrund von Sicherheitsmängeln welche der Auftragnehmer zu verantworten hat meine eigene Baustelle zu „sperren“ und durch diese Sperre einen Terminverzug bekomme oder einfach nach dem Motto „wird schon gutgehen!“ die Baustelle weiter laufen zu lassen wird in der Praxis das „wird schon gutgehen!“ die öfters angewendete Lösung sein.

Wer schon mal als Sicherheitskoordinator auf einer Montagestelle bzw. Baustelle tätig war und solche Entscheidungen zu treffen hatte weiss um was es bei so etwas geht – wenn man ggf. Produktionsstillstände oder –Verzögerungen bzw. Folgekosten im fünfstelligen oder gar sechsstelligen Bereich durch die eigene Entscheidung entstehen können wird man sich überlegen wann man eine Baustelle sperrt…..

Aber zurück zum Thema – es wird jetzt wohl das SIII+ angeschafft werden. Einfach auch deswegen weil Kollegen vor Ort die dort als Expats für einige Jahre arbeiten sich mit dem Gerät auskennen. Die Sache ist also quasi „erledigt“ – wie das dann später im Alltag aussehen wird und ob wirklich alle Prüfungen so wie bei uns durchgezogen werden ist eine andere Sache…..

Verfasst: Mittwoch 20. April 2016, 09:54
von Lightyear
IH-Elektriker hat geschrieben: Bei vielen Handwerkern und Monteuren sind beispielsweise auf Baustellen die geforderten PRCD-S eine absolute Seltenheit.
Da pickst Du Dir schon eines der "schönsten" Beispiele heraus... dd1

In freier Wildbahn habe ich dieses Produkt in meiner mittlerweile rund 25 Jährigen Baustellenerfahrung nur EIN EINZIGES MAL erlebt. Und da lag der PRCD-S-Zwischenstecker sauber verpackt in einem Koffer im Servicefahrzeug... :(

Und das Thema "Wiederholungsprüfungen" erlebe ich im Handwerk eben leider auch so gut wie nie. Bei Betriebsgrößen bis ca. 20 Mann sind hier einfach keine Prüfungen bekannt - egal, in welcher Branche des Handwerks.
In den größeren Firmen schaut's da in der Tat besser aus, aber ich kenne auch Elektro-Installationsfirmen mit mehr als 100 Mann, deren Geräte bestenfalls nach einer Reparatur (im Werk) geprüft werden.
Da sind oftmals Verlängerunsgleitungen in H05VV-F standard, ebenso wie schnell zusammengespaxte "Baustromverteilerbretter", Tischsteckdosenleisten billigster Qualität und und und...

Somit ist in diesem Feld gerade im "Elektro-Fachhandwerk" noch enorm viel Nachholbedarf zu erkennen, über Begrifflichkeiten wie "Gefährdungsbeurteilung", "befähigter Prüfer" oder gar "Bestellung zur VEFK" brauchen wir da gar nicht erst zu reden.
Und so toll, wie ich etliche Diskussionen hier im Forum oder auch persönlich finde, so weit weg von der tatgtäglichen Praxis sind diese Themen.

P.S. wie traurig ist eigentlich das Bild eines Elektro-Fachhandwerksunternehmens, welches selbst Wiederholungsprüfungen an ortsveränderlichen Elektrogeräten anbietet und dann mit ungeprüfter, beschädigter Verlängerungsleitung beim Kunden aufschlägt?!?

Re: VDE0701/702 - Prüfungen in China // Secutest SIII+ empfelenswert ?

Verfasst: Dienstag 8. Mai 2018, 23:44
von Ghostdri
Schaut mal nach England, da kann man sehen wie es besser gemacht wird.

Re: VDE0701/702 - Prüfungen in China // Secutest SIII+ empfelenswert ?

Verfasst: Mittwoch 9. Mai 2018, 06:12
von Elo-Ocho
Hallo Ghostri,

herzlich willkommen hier im Forum.

Wir haben in der Rubrik News -> Vorstellung die Möglichkeit geschaffen, einige Worte über sich selbst zu verlieren.
Bitte nutze diese.

Alte Themen werden hier grundsätzlich nicht geschlossen, es könnte ja neue Erkenntnisse geben, oder der Themenstarter sagt noch wie die Sache ausgegangen ist, leider passiert das viel zu selten.

Bitte nutze das nicht zum Verteilen von Belanglosigkeiten. Die Übersicht geht schnell flöten, wenn hier nachher 25 alte Themen, zu denen es nichts mehr zu sagen gibt, das Portal verstopfen!

Ich werde aber das unbestätigte Gefühl nicht los, dass Du entweder ein Forentroll bist, oder ungewünschte Werbelinks platzieren willst. Also, wir haben Dich auf dem Schirm.

Daher an dieser Stelle Deine erste Verwarnung!

Sollte mein mich mein Eindruck täuschen, was für alle das Beste wäre, wünsche ich Dir viel Spaß hier im Forum.

Gruß,

Ocho,

hier ausdrücklich in seiner Funktion als Moderator schreibend!

@ Alle Anderen: Wir haben das auf dem Schirm, bitte nicht auf den Nutzer eingehen, Meldungen dazu, auch in anderen Themen, sind nett aber nicht erforderlich.