Anforderungen an den Schutzpotentialausgleich - Interpretation

Gelbschnalbel
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Re: Anforderungen an den Schutzpotentialausgleich - Interpretation

Beitrag von Gelbschnalbel » Mittwoch 3. April 2019, 12:03

Mail Mayer hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 19:33
[...]

Mit der Differenzstrommessung klammere ich die Transferströme aus. Denn ich will ja den Ableitstrom der Maschine messen und muss die Ströme ausklammern die ich über andere metallische Verbindungen einschleife. Entweder über Rohrsysteme oder andere zusätzliche Schutzmaßnahmen.
Es ist ja auch so das sobald ein Erdring entsteht ich nicht mehr beurteilen kann wer für den gemessenen Strom verantwortlich ist.

Gruß Maik
Meines Meinung nach interessant für spätere Aussagen über das Alterungsverhalten der Maschine (z. B. Isolation) oder Fehlersuche, soweit ich die Norm verstehe sollte es jedoch irrelevant sein, welche "Quelle" der Schutzleiterstrom hat.


Mit freundlichen Grüßen

Gelbschnabel
Die fünf Sicherheitsregeln:
0.0 Traue niemandem, am wenigsten dir selbst.
0.1. Ausnahmen sind dauerhaft ausverkauft.
0.2. Glauben tut man in der Kirche.
0.3. Spekuliert wird an der Börse.

1. Freischalten
2. Gegen Wiedereinschalten sichern.
3. Spannungsfreiheit feststellen
4. Erden und danach Kurzschließen
5. Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken

E-Jens
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Re: Anforderungen an den Schutzpotentialausgleich - Interpretation

Beitrag von E-Jens » Mittwoch 3. April 2019, 19:02

Hallo,

die Quelle des Schutzleiterstromes ist sehr wichtig. z.B. ist keine Isolation perfekt. Ein Strom der durch intakte EMV Beschaltungen entsteht ist auch normal. Jeder Strom der durch einen Defekt entsteht, soll nicht sein. Ich finde, dass ist nicht so einfach zu beurteilen. Sollte aber auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Gruß Jens

Mail Mayer
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Re: Anforderungen an den Schutzpotentialausgleich - Interpretation

Beitrag von Mail Mayer » Samstag 6. April 2019, 15:40

Gelbschnalbel hat geschrieben:
Mittwoch 3. April 2019, 12:03

Meines Meinung nach interessant für spätere Aussagen über das Alterungsverhalten der Maschine (z. B. Isolation) oder Fehlersuche, soweit ich die Norm verstehe sollte es jedoch irrelevant sein, welche "Quelle" der Schutzleiterstrom hat.

Mit freundlichen Grüßen

Gelbschnabel
Die Messung des Ableitstromes am Schutzleiter direkt erfordert eine Isolierung des Erdpotentials vom Rest oder man wendet die Differenzstrommessung an.
Hällt man sich nicht an diese Vorgaben kann man das Messergebnis auch nicht als Ableitstrom definieren.

Ein Beispiel. 2 Maschinen stehen nebeneinander die an einem Kühlwassersystem miteinander verbunden sind.
Die erste Maschine wird mit einer Pumpe betrieben mit einem Querschnitt von ca 1,5 mm² die zweite mit einer Pumpe mit 10 mm².
Die etwas kleinere Pumpe ist defekt und erzeugt einen Ableitstrom. Auf Grund der Querschnittsverhältnisse fließt jetzt ein Teil des Ableitstromes auch über die größere Pumpe, da sie ja über das Rohleitungssystem miteinander verbunden sind.
Unter bestimmten Umständen würde man jetzt messen das die kleinere Maschine i.O ist und die größere einen zu hohen Ableitstrom aufweist wenn man nicht das obige Messverfahren einhällt.
Es ist schon wichtig wer den Fehler erzeugt.

Gelbschnalbel
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Re: Anforderungen an den Schutzpotentialausgleich - Interpretation

Beitrag von Gelbschnalbel » Sonntag 21. April 2019, 19:28

Mail Mayer hat geschrieben:
Samstag 6. April 2019, 15:40
[...]
Die Messung des Ableitstromes am Schutzleiter direkt erfordert eine Isolierung des Erdpotentials vom Rest oder man wendet die Differenzstrommessung an.
Hällt man sich nicht an diese Vorgaben kann man das Messergebnis auch nicht als Ableitstrom definieren.

Ein Beispiel. 2 Maschinen stehen nebeneinander die an einem Kühlwassersystem miteinander verbunden sind.
Die erste Maschine wird mit einer Pumpe betrieben mit einem Querschnitt von ca 1,5 mm² die zweite mit einer Pumpe mit 10 mm².
Die etwas kleinere Pumpe ist defekt und erzeugt einen Ableitstrom. Auf Grund der Querschnittsverhältnisse fließt jetzt ein Teil des Ableitstromes auch über die größere Pumpe, da sie ja über das Rohleitungssystem miteinander verbunden sind.
Unter bestimmten Umständen würde man jetzt messen das die kleinere Maschine i.O ist und die größere einen zu hohen Ableitstrom aufweist wenn man nicht das obige Messverfahren einhällt.
Es ist schon wichtig wer den Fehler erzeugt.
Dann müsste man bei "normalen" Anlagen (immer mit dem Schutzpotentialausgleich verbunden! ) das Differenzstromverfahren anwenden. Auch wenn es nicht "nur" der Schutzleiterstrom ist. Ich las gerade eben, das es mit den Definitionen nicht immer so eindeutig ist, vielleicht trug das auch zu meiner "falschen" Anwendung der Norm bei:
Messung durchführen

Zur Erläuterung des geschilderten Zusammenhangs ist noch zu sagen. Der Schutzleiterstrom der Anlage (Abbildung1) ist nur dann exakt die Summe der Schutzleiterströme (Ableit-/Fehlerströme) aller angeschlossenen Geräte, wenn keiner der Gerätekörper Kontakt mit einem das Erdpotenzial führenden Teil hat (Abbildung 2a). Bei der Messung des Schutzleiterstroms eines Geräts, d.h. der Summe seiner Ableit-/Fehlerströme, zur Bestimmung möglicher Gefährdungen für Personen, muss die Differenzstrom-Messmethode (Abbildungen 3a und b) verwendet oder bei der direkten Prüfung das Gerät isoliert aufgestellt werden (Abbildung 3a).
aus:
https://www.elektrofachkraft.de/pruefun ... iterstroms
Der bei der indirekten Methode ermit-telte Strom (Ableit-/Fehlerstrom) wirdgrundsätzlich als Schutzleiterstrom be-zeichnet, obwohl er möglicherweise nichtvollständig über den Schutzleiter zur Erdefließt und daher dann nicht, wie man vomNamen her natürlich vermutet, mit demim Schutzleiter fließenden Strom übe-reinstimmt
aus:
https://www.elektropraktiker.de/ep-1999 ... 9d70410b89


Danke für den Hinweis!

MfG

Gelbschnabel
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