Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Benutzeravatar
Snippy30
Null-Leiter
Beiträge: 220
Registriert: Montag 20. Juni 2016, 05:49

Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Beitrag von Snippy30 » Dienstag 29. Mai 2018, 09:39

Nach VDE 0113-1 gehört zu einer Prüfung einer Maschine ja auch die Restspannungsprüfung (max 5s bei Festanschlüssen; 1s bei Steckverbindungen)

In fast allen Vordrucken von Prüfberichten nach 0105-100 finde ich nirgends den Punkt zur Prüfung der zulässigen Abschaltzeit.
Meine Frage ist nun, ob dies auch bei der Wiederholungsprüfung nach VDE105-100 durchgeführt werden muss?

Challenger
Null-Leiter
Beiträge: 431
Registriert: Donnerstag 15. Mai 2014, 18:34
Wohnort: Münsterland

Re: Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Beitrag von Challenger » Dienstag 29. Mai 2018, 12:59

Hi Snippy30

Wenn ich in die EN60204-1 (VDE0113-1) schaue, lese ich im Kapitel 18 von "wo sinnvoll möglich" oder "können eine oder mehrere der folgenden Prüfungen enthalten" o.ä. .
Das bedeutet für mich, das ich bereits als Errichter schon selber entscheiden muss ob die Prüfung der Restspannung überhaupt durchzuführen ist.

Bei der Wiederholungsprüfung nach VDE 0105-100 muss sich die bP Gedanken machen ob diese Prüfung sinnvoll durchführbar ist und vor allem, welche Erkenntnisse aus dieser Prüfung gewonnen werden können.

Im echten Leben hab ich noch keine Restspannungsprüfung bei einer Wiederholungsprüfung gesehen.

Gruß Challenger

Benutzeravatar
Elt-Onkel
Null-Leiter
Beiträge: 5434
Registriert: Donnerstag 25. März 2004, 01:08
Kontaktdaten:

Re: Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Beitrag von Elt-Onkel » Dienstag 29. Mai 2018, 13:52

Hallo,

rein persönlich würde ich für eine Prüfung plädieren.

Ich kann mich sehr gut erinnern, daß ich bei einem kurz zuvor abgeschalteten Elektro-Rasenmähers
mal knapp 230 Volt an den beiden Stiften des Schuko-Steckers in den Händen hatte.

Meine Erkenntnis damals war, daß mindestens ein Entladewiderstand einzubauen wäre.


breadley-dr
Beiträge: 220
Registriert: Samstag 9. Februar 2013, 10:07

Re: Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Beitrag von breadley-dr » Dienstag 29. Mai 2018, 14:38

Snippy30 hat geschrieben:
Dienstag 29. Mai 2018, 09:39
Nach VDE 0113-1 gehört zu einer Prüfung einer Maschine ja auch die Restspannungsprüfung (max 5s bei Festanschlüssen; 1s bei Steckverbindungen)

In fast allen Vordrucken von Prüfberichten nach 0105-100 finde ich nirgends den Punkt zur Prüfung der zulässigen Abschaltzeit.
Meine Frage ist nun, ob dies auch bei der Wiederholungsprüfung nach VDE105-100 durchgeführt werden muss?
Das wird dir in der Praxis schwerfallen... Man kann wohl viel Messen, aber wer viel misst misst ...

Ein Beispiel für eine Messanordnung, die als akzeptabel betrachtet wird, ist ein Oszilloskop mit einem
Messkopf, der eine Eingangsimpedanz bestehend aus einem Widerstand von 100 MOhm ± 5 MOhm parallel zu einer
Eingangskapazität von 20 pF ± 5 pF besitzt.

Wenn man was messen will braucht man vergleichbare Bedingungen.

bis denne

Benutzeravatar
Snippy30
Null-Leiter
Beiträge: 220
Registriert: Montag 20. Juni 2016, 05:49

Re: Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Beitrag von Snippy30 » Dienstag 29. Mai 2018, 16:13

@breadley-dr
Der Profitest MXTRA kann dies!

Benutzeravatar
cyclist
Beiträge: 2478
Registriert: Mittwoch 23. November 2005, 21:29
Wohnort: Ruhrpott, tief im Westen u. OWL

Re: Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Beitrag von cyclist » Dienstag 29. Mai 2018, 17:48

Hallo Snippy,
Nach VDE 0113-1 gehört zu einer Prüfung einer Maschine ja auch die Restspannungsprüfung (max 5s bei Festanschlüssen; 1s bei Steckverbindungen)
na, als erstes mal die Frage, bist du Hersteller der Maschine und willst eine Erst(inbetriebnahme)prüfung machen? Da ist sicher die 0113-1 zutreffend. Oder möchtest du eine Erstprüfung als Nichterrichter, in Anlehnung an eine Wiederholungsprüfung, oder eine normale Wiederholungsprüfung, machen? Wenn letzteres, so verweist ja die 0113 vor allem auf die 0105-100.
Was du wie und womit prüfen sollst, dazu gibt es idealerweise ein Prüfkonzept - primär bei größeren "Objekten", als bei kleinen Maschinen.
Und dann entscheidet - wie so oft - die prüfende und befähigte EFK :D was, wie, womit und mit welchen Einstellungen usw. geprüft wird.
In fast allen Vordrucken von Prüfberichten nach 0105-100 finde ich nirgends den Punkt zur Prüfung der zulässigen Abschaltzeit.
Welche Abschaltzeit meinst du? Die Abschaltzeit für Überstromschutzeinrichtungen oder Fehlerstromschutzeinrichtungen? Oder die Zeit, die noch eine Restspannung von größer x Volt, an einem Messpunkt anstehen darf?
Der Profitest MXTRA kann dies!
Weißt du denn, welches Messverfahren hier angewendet wird?
Gehörst du auch zu denen, die gerne jede Funktion, die das Messgerät bietet, auch anwenden wollen? :D Ich jedenfalls habe die Urest-Messung bislang noch nicht angewendet. Und ja, das Mxtra ist mir, incl. diverser kleiner Fehler, auch gut bekannt... :rolleyes:
Vorsichtshalber: Dieser Beitrag stellt keine, in diesem Forum nicht zulässige, Rechtsberatung dar.
Ciao + Gruss
Markus

Benutzeravatar
cyclist
Beiträge: 2478
Registriert: Mittwoch 23. November 2005, 21:29
Wohnort: Ruhrpott, tief im Westen u. OWL

Re: Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Beitrag von cyclist » Dienstag 29. Mai 2018, 18:00

Hallo Elt-Onkel,
rein persönlich würde ich für eine Prüfung plädieren.

Ich kann mich sehr gut erinnern, daß ich bei einem kurz zuvor abgeschalteten Elektro-Rasenmähers
mal knapp 230 Volt an den beiden Stiften des Schuko-Steckers in den Händen hatte.

Meine Erkenntnis damals war, daß mindestens ein Entladewiderstand einzubauen wäre.

hast du schon mal eine elektrische Maschine geprüft? Hast du deine ganzen Eigenbauten an Maschinen und Geräten geprüft und auch die Prüfungen entsprechend dokumentiert? Wie siehts denn aus mit den erforderlichen Konformitätserklärungen? Wenn du eigenmächtig Geräte/Maschinen änderst oder umbaust, wirst du zum Hersteller und musst - so denn diese Teile gewerblich betrieben werden (was nicht heißen soll, das sowas im privaten Bereich nicht geprüft werden/sein sollte!!!), die entsprechenden Dokumente und Prüfungen, im Falle eines Falles, nachweisen können.

Bist du denn überhaupt, im Sinne der TRBS 1203 und der DGUV Vorschrift 3, ausreichend ausgestattet (Messgeräte), befähigt und qualifiziert, die Prüfungen auszuführen?
Vorsichtshalber: Dieser Beitrag stellt keine, in diesem Forum nicht zulässige, Rechtsberatung dar.
Ciao + Gruss
Markus

Benutzeravatar
Snippy30
Null-Leiter
Beiträge: 220
Registriert: Montag 20. Juni 2016, 05:49

Re: Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Beitrag von Snippy30 » Dienstag 29. Mai 2018, 18:10

Es geht um die Wiederholungsprüfung nach 0105-100 von Maschinen und die Restspannungsprüfung, die nach VDE 0113-1 unter 60V noch 5s bei Festanschlüssen und 1s bei Maschinen mit Steckverbindungen sein sollte.

Mir ist auch bekannt, dass das MXTRA einige Fehler hat. Wenn man schon alleine die von GMC vielgepriesene Funktion der Messung der Schleifenimpedanz ohne Auslösung des RCDˋs sieht 😀
Ist den zur Prüfung der Ures da was bekannt?

Olaf S-H
Beiträge: 12608
Registriert: Montag 10. Januar 2005, 23:57

Re: Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Beitrag von Olaf S-H » Dienstag 29. Mai 2018, 18:20

Snippy30 hat geschrieben:
Dienstag 29. Mai 2018, 09:39
... In fast allen Vordrucken von Prüfberichten nach 0105-100 finde ich nirgends den Punkt zur Prüfung der zulässigen Abschaltzeit. ...
Moin Snippy,

das Thema Restspannungsprüfung passt nicht so ganz in die Thematik der VDE 0105-100.

Siehe hierzu Abschnitt 1 der VDE 0105-100:2015-10. Diese Norm wurde nicht ausdrücklich für "elektronische Steuerung-, Regelungs- und Automatisierungssysteme" erarbeitet. Es wird empfohlen, die Prinzipien der Norm anzuwenden.

Klartext: Die VDE 0105-100 gilt nicht für die Maschine nach VDE 0113-1. Die Anwendung der VDE 0105-100 wird jedoch empfohlen.

Daher wirst Du in den Standard-Protokollen keine Prüfung der Restspannung nach Abschnitt 18.5 bzw. 6.2.4 der VDE 0113-1 finden. Hier ist die bP gefordert.

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
vde1
Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

Benutzeravatar
Snippy30
Null-Leiter
Beiträge: 220
Registriert: Montag 20. Juni 2016, 05:49

Re: Restspannungsprüfung bei der Wiederholungsprüfung

Beitrag von Snippy30 » Dienstag 29. Mai 2018, 18:25

Danke für die Info @Olaf S-H dank1
Das habe ich mir schon irgendwie gedacht und ist im Lehrgang nicht so rüber gekommen.

Antworten