Nachweis der Niederohmigkeit bei Schleifringen

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cyclist
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Nachweis der Niederohmigkeit bei Schleifringen

Beitrag von cyclist » Freitag 27. Januar 2017, 11:31

Moin zusammen!
Bei einem Kunden soll eine verfahrbare Regalanlage geprüft werden, die über eine Einspeisung über eine Stromschiene und einen entsprechenden Abnehmer verfügt.
Nun stellt sich die Frage, wie der PE an der Anlage, in allen Positionen, nachgewiesen kann.
Das Messverfahren mit 200mA mit automatischer Umpolung ist klar. Zur Verfügung steht hier ein GMC Mxtra.

Auch ist der Nachweis der Niederohmigkeit an der Einspeisung, wie auch an den diversen Positionen, jeweils zum Potentialausgleich, kein Problem.
Eine sekundäre / zufällige Verbindung zum PA lasse ich mal unberücksichtigt.

Wie geht ihr bei sowas vor? Dauermessung während des verfahrens der Anlage? :confused:
Ähnliche Situation ist ja auch bei Hallenkrananlagen gegeben.

dank1 schon mal!
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Ciao + Gruss
Markus

Probator
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Beitrag von Probator » Freitag 27. Januar 2017, 15:28

Beim Schleifring ist immer von einem erhöhten Widerstand auszugehen.

Da würde ich stark zur Verwendung eines RCDs raten, dann hat man ein Abschaltbedingung, die auch bei mehreren hundert Ohm Widerstand auf dem PE noch funktioniert.

"In allen Positionen" halte ich für verzichtbar, wenn am Abnehmer und der leitfähigen Schiene eine saubere Sichtprüfung gemacht wird / gemacht werden kann.

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Elt-Onkel
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Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 27. Januar 2017, 15:55

Hallo,

ohne die Materie genau zu kennen:

Widerstandprüfung mit Oszilloskop und Aufzeichnung ?


...

Markus83
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Beitrag von Markus83 » Freitag 27. Januar 2017, 22:07

cyclist hat geschrieben:Wie geht ihr bei sowas vor? Dauermessung während des verfahrens der Anlage? :confused:
Ähnliche Situation ist ja auch bei Hallenkrananlagen gegeben.
Bezogen auf Hallenkrane:

Was ich für richtig hielte: Dauermessung während dem Verfahren, es gibt ja durchaus Messgeräte die das können. Allerdings eher mit 10A als mit 200mA.

Wenn man "gut" sein will, prüft man zusätzlich während der Messung mittels Stromzange, ob zumindest ein Teil des Messstroms auch wirklich über den PE fließt. Meist ist der Stahlbau deutlich niederohmiger.


In der Praxis:

Prüfer der sich Gedanken macht:
Niederohm oder Schleifenimpedanz Messung an mehreren Punkten, bevorzugt am Bahnende und/oder wo der Kran selten benutzt wird (im Stillstand). Das ganzen kombiniert mit der Hoffnung, dass ein Phasenausfall schneller bemerkt wird als ein Schutzleiterausfall.

0815 Prüfer:
Misst irgendwo und irgendwas, nach Schema F, der Kollege/Chef/VEFK hat ihm das irgendwie mal so gezeigt und das Messgerät zeigt ja auch was an. Darf ja alles nix kosten.


@Probator: Die Übergangswiderstände sind erstaunlich gering und aufgrund des hohen Kupferquerschnitts haben Schleifleitungsanlagen häufig bessere Messwerte als eine Schleppkabel-Stromzuführung. (Zumindest bei kleinen Kranen/Anschlussleistungen)
RCD sind in dem Bereich völlig unüblich (was nicht heißt, dass sie nicht sinnvoll wären).

Gruß Markus

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cyclist
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Beitrag von cyclist » Samstag 28. Januar 2017, 21:05

Hallo Markus!
Hatte da schon mit einer Antwort von dir gerechnet... ;)
0815 Prüfer:
Misst irgendwo und irgendwas, nach Schema F, der Kollege/Chef/VEFK hat ihm das irgendwie mal so gezeigt und das Messgerät zeigt ja auch was an. Darf ja alles nix kosten.
Ne..., da machen wir uns schon Gedanken, wie wir was prüfen. Wir gehören zu denen, die da auch ein bissl mehr drüber nachdenken... :D Was manch einem Kunden sogar eher schon zuviel des Guten ist... :D

Die Dauermessung kann zwar das Mxtra, aber man kann leider zum einen "nur" mit 200mA messen, zum anderen nur am Ende einer jeweiligen den Wert speichern. So kann man also nur mehrfach hintereinander messen und den jeweiligen Wert abspeichern. Nen Ossi bringt uns da leider nicht wirklich was. ---> Kein zugelassenes Messmittel für Niederohmmessungen...

Eine Messung der Schleifenimpedanz an mehreren Positionen ist auch eine gute Idee.

Es handelt sich übrigens hier nicht um einen Hallenkran, das Prinzip ist aber vergleichbar mit einer Krananlage.
Ob da ein RCD vorhanden ist, weiß ich jetzt nicht, könnte mir aber durchaus vorstellen, das hier einer erforderlich sein könnte, wg. Personenschutz.

dank1 schon mal und Gruß nach Siegen!
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Ciao + Gruss
Markus

Markus83
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Beitrag von Markus83 » Sonntag 29. Januar 2017, 00:14

cyclist hat geschrieben:Hallo Markus!
Hatte da schon mit einer Antwort von dir gerechnet... ]
Das ist mir schon klar. War eher eine Spitze gegen die, die das nicht tun (mit denen ich leider des öfteren zu kämpfen habe). Aber das ist ein anderes Thema.
Ich glaube deine Mängelliste wäre noch einige Seiten länger als meine...
cyclist hat geschrieben:Die Dauermessung kann zwar das Mxtra, aber man kann leider zum einen "nur" mit 200mA messen, zum anderen nur am Ende einer jeweiligen den Wert speichern. So kann man also nur mehrfach hintereinander messen und den jeweiligen Wert abspeichern. Nen Ossi bringt uns da leider nicht wirklich was. ---> Kein zugelassenes Messmittel für Niederohmmessungen...
Ich verwende den Beha-Amprobe MT-204S, der kann zwar Dauermessung (auch mit 10A), aber leider speichert er auch nur den letzten Messwert. In der Praxis für "Messspitzen-Kontaktprobleme" sinnvoll, wenn man Schleifleitungen auf gesamter Länge messen will problematisch.
cyclist hat geschrieben:Eine Messung der Schleifenimpedanz an mehreren Positionen ist auch eine gute Idee.
Sehe ich auch so. Hat vorallem den Vorteil, dass man sich nicht mit unpraktikabel langen Messleitungen rumschlagen muss. Im Fall der Hallenkrane fahren unten ja auch noch Stapler rum, arbeiten Menschen und so weiter. Da wird das mit langer Messleitung und/oder der Kabeltrommel schonmal nervig.
cyclist hat geschrieben:Es handelt sich übrigens hier nicht um einen Hallenkran, das Prinzip ist aber vergleichbar mit einer Krananlage.
Ob da ein RCD vorhanden ist, weiß ich jetzt nicht, könnte mir aber durchaus vorstellen, das hier einer erforderlich sein könnte, wg. Personenschutz.
Das Prinzip der Stromversorgung ist identisch. In sofern halte ich die Messmethoden für durchaus übertragbar.
In Sachen Personenschutz mögen die Anforderungen bei dir eher höher sein. Die Berührbaren Teile halten sich beim Kran ja sehr in Grenzen (Unterflasche/Lasthaken und der Steuerschalter, letzterer ist Schutzisoliert ausgeführt).

Gruß Markus

Funker
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Beitrag von Funker » Sonntag 29. Januar 2017, 17:46

Markus83 hat geschrieben:Das ist mir schon klar. War eher eine Spitze gegen die, die das nicht tun (mit denen ich leider des öfteren zu kämpfen habe). Aber das ist ein anderes Thema.
Ich glaube deine Mängelliste wäre noch einige Seiten länger als meine...


Ich verwende den Beha-Amprobe MT-204S, der kann zwar Dauermessung (auch mit 10A), aber leider speichert er auch nur den letzten Messwert. In der Praxis für "Messspitzen-Kontaktprobleme" sinnvoll, wenn man Schleifleitungen auf gesamter Länge messen will problematisch.


Sehe ich auch so. Hat vorallem den Vorteil, dass man sich nicht mit unpraktikabel langen Messleitungen rumschlagen muss. Im Fall der Hallenkrane fahren unten ja auch noch Stapler rum, arbeiten Menschen und so weiter. Da wird das mit langer Messleitung und/oder der Kabeltrommel schonmal nervig.


Das Prinzip der Stromversorgung ist identisch. In sofern halte ich die Messmethoden für durchaus übertragbar.
In Sachen Personenschutz mögen die Anforderungen bei dir eher höher sein. Die Berührbaren Teile halten sich beim Kran ja sehr in Grenzen (Unterflasche/Lasthaken und der Steuerschalter, letzterer ist Schutzisoliert ausgeführt).

Gruß Markus
Grundsätzlich seid Ihr schon auf dem richtigen Wege.

Da ein Regalbediengerät sicher als Maschine eingestuft werden kann,
wäre die Messung mit größer 1 A sicher sinnvoll.
Je nach Länge der Fahrbahn würde ich am Anfang am Ende oder dann ca. aller 5 m einen Meßpunkt setzen und aufnehmen.

Eine andere Variante wäre noch die Sache als Schleifenwiderstand mittels einer oder zweier Stromzangen zu messen.
Wenn kein RCD vorgeschaltet ist kann man in der Anlage vor Ort für die
Messung N und PE überbrücken, d.h. für die Messung ein TN - C Netz schaffen.
Entsprechend VDE 0100-600 Anhang B3 lassen sich dann ebenfalls die
bei Anordnung einer Zange in den PE der Zuleitung und einer in den N der Zuleitung die Widerstände kontinuierlich bestimmen.
Mit parallelem Abgriff des Meßwertes über eine hochohmige Auskopplung parallel zur Empfängerzange und Zuführung über Oszivorsatz für einen
Laptop läßt sich das ganze sogar kontinuierlich aufzeichnen, Problemstellen sichtbar im Fahrbetrieb erkennen und alles abspeichern.
Für solche Zweizangenmethoden gibt es ja einige Megräte.

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