Thermographie / Wärmebildkamera

Funker
Null-Leiter
Beiträge: 859
Registriert: Donnerstag 23. April 2015, 21:13

Beitrag von Funker » Montag 19. September 2016, 17:24

Teletrabi hat geschrieben:Moin,

ich meinte damit schon "vorsorgliche" Thermografie an Schaltschränken etc. Also abseits einer ganz konkreten Verdachtsstelle eher mit etwas Überblick nach solch Schwachstellen suchen. Und da halte ich Dank eigener Erfahrung mit anfangs 160x120er Equipment selbiges oder gar noch darunter für absolut nicht sinnvoll.
Notgedrungen kann man mit der 160er Klasse da auch etwas hinbekommen, aber man tut sich ganz klar keinen Gefallen. Daher IMHO auf jeden Fall die 320er, oder wenn es bequem sein soll und nicht auf den Euro ankommt die 640er Klasse (echte thermische Auflösung, nicht diese Trickserein mit Kontrastverstärkung aus dem optischen Bild etc.)


Etwas anderes ist's, wenn man beispielsweise im Zuge von Arbeiten das Klemmbrett oder Lager eines Motors oder eine wiederholt durchbrennende Sicherung etc. kontrollieren will. In solchen Fällen mögen die einfach-WBK in Pad- oer Stiel-Bauform ein ergänzendes Werkzeug für den Instandhalter sein.
Genau hier sehe ich die eigentlich verkehrte Auffassung, die
bis zu kaufmännischen Versicherer, der von Elektrotechnik keine Ahnung hat und glaubt mit dem Verlangen von einer hochauflösenden Thermografie aufnahme von jedem Schaltschrank die Welt retten zu können und das von seinem Kunden verlangt.

Bei der Frontal - Ganzaufnahme eines Verteilers habe ich eine große Anzahl unterschiedliche Werkstoffe mit unterschiedlichen Reflexionsfaktoren.
Weiterhin unterliegen die Bauelemente unterschiedlichen Belastungen, die ich da auch nicht auf der Aufnahme stehen habe.
Ich fertige eine Frontaufnahme mit Wärmepixeln, d.h. bestenfalls die Vorderflächen der Gehäuse von Schützen oder dort wo vorhanden Berührungsschutzabdeckungen darstellen.
Das ist selbst bei hoher Auflösung dann immer ein Orakel.
Das ist dann schön bunt und gaukelt dem Kaufmann Objektivität vor,
die notwendigen weiteren Informationen fehlen aber.

Wenn ich nahe herangehe und einzelne Klemmen und Punkte des Betriebsmittels prüfe reicht dann auch wieder die kleine Auflösung bzw.
im besten Falle das Infrarot Punkthermometer. Dann schreibe ich mir den Datensatz Temperatur 120°C, Betriebsmittelname F 34.5.6 und die Belastung 35 A auf und habe alle was wichtig ist. Alles andere darum sind zwar bunte vielleicht auch nett aussehende aber von vielen überbewertete
nicht interessante und nicht Ziel führende Informationen.

In einer ordnungsgemäßen Anlage ist die Erfolgsquote meist gering und wird wohl unter 1 % liegen, dessen was danach behandelt werden muß.

Jörgi-1911
Null-Leiter
Beiträge: 794
Registriert: Mittwoch 25. Januar 2012, 21:31

Beitrag von Jörgi-1911 » Montag 19. September 2016, 19:46

Der eingestellte Messbereich ist sehr wichtig. Wenn die Messfläche nahezu
eine Temperatur hat, verkleinert sich der Messumfang und man hat wieder
beunruhigende bunte Bilder. Nur das jetzt zwischen rot und blau nur ein
paar Grad liegen.
Wer das nicht lesen kann, wird punktuelle Überhitzung diagnostizieren.

Wer viel misst, misst Mist.

Antworten