Unterschied Netzimpedanz und Schleifenimpedanz

DBY656
Null-Leiter
Beiträge: 820
Registriert: Freitag 28. September 2007, 20:56

Re: Unterschied Netzimpedanz und Schleifenimpedanz

Beitrag von DBY656 »

Der Fehler liegt also eindeutig bei der Messung der Widerstände und nicht bei der nachfolgenden Berechnung von den möglichen Strömen.

Jetzt wäre es interessant was das Prüfgerät misst wenn man einen definierten Widerstand mit einschleift. Was kommt raus wenn man z.B. 1 Ohm (10W) zusätzlich reinbaut?

Gruß Markus
tm90
Null-Leiter
Beiträge: 354
Registriert: Sonntag 20. Februar 2022, 20:03

Re: Unterschied Netzimpedanz und Schleifenimpedanz

Beitrag von tm90 »

Moin,

selbst wenn ich das mache, was würde es ändern, ich kann es nicht reparieren inocc1 . Nachdem ich jetzt festgestellt habe, dass das Problem nicht normal ist, habe ich heute vor Feierabend das Gerät auf Werkseinstellung zurück gesetzt und die Kontakte der Spiralleitung mit dem Staubsauger ausgesaugt und Kontaktspray in den Steckadapter gesprüht. Ich glaube zwar nicht an Wunder aber morgen wird man sehen. Eigentlich sollte der Widerstand der Messleitung vor der Messung kompensiert werden. Mal sehen gutnacht1
Benutzeravatar
Elektromann
Null-Leiter
Beiträge: 68
Registriert: Mittwoch 15. September 2021, 09:40
Wohnort: 32351 Stemwede

Re: Unterschied Netzimpedanz und Schleifenimpedanz

Beitrag von Elektromann »

Hallo, nun auch noch von mir ein kleiner Beitrag:
Gemessen wurde an einer normalen Steckdose (SchuKo) 230V
Wir haben ein Board mit Netzsimulationen, TN / TT / IT d.h. hier sehe ich bis zum Trafo den gesamten Aufbau.
Gemessen wurde mit dem gleichen Messadapter (beide Messgeräte sind vom gleichen Hersteller)
Z-Schleife_MI3325_Display.jpg
und hier der kleine Bruder
Z-Schleife_MI3155_Display.jpg
ich hab allerdings übersehen, dass die Ik Faktor nicht gleich ist (seufzzzz);
Morgen nochmal
(ja beide Geräte sind kalibriert...)

Gruß Günter
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis, ist in der Theorie geringer als in der Praxis old-man1
tm90
Null-Leiter
Beiträge: 354
Registriert: Sonntag 20. Februar 2022, 20:03

Re: Unterschied Netzimpedanz und Schleifenimpedanz

Beitrag von tm90 »

Moin,

Also die Werte liegen deutlich näher als bei meinem Messgerät. Morgen bin ich wieder im Dienst, dann kommen Infos von meiner Pflegeaktion inocc1
tm90
Null-Leiter
Beiträge: 354
Registriert: Sonntag 20. Februar 2022, 20:03

Re: Unterschied Netzimpedanz und Schleifenimpedanz

Beitrag von tm90 »

Moin,

es hat sich nicht sehr viel geändert, Gerät geht heute noch raus zum kalibrieren und Fehleranalyse.
Vielen Dank für die Vergleichsmessungen und Hilfe.
Benutzeravatar
SPS
Beiträge: 5227
Registriert: Freitag 16. Juli 2004, 20:27
Kontaktdaten:

Re: Unterschied Netzimpedanz und Schleifenimpedanz

Beitrag von SPS »

Hallo,
viel fällt mir dann auch nicht mehr ein.
Dann berichte mal wie es weiter geht.

Ps. Kannst du für beide Messungen getrennt die Messleitung kalibrieren?
Hast ja nur 2 Anschlüsse an dem Prüfadapter.
Mit freundlichem Gruß sps
tm90
Null-Leiter
Beiträge: 354
Registriert: Sonntag 20. Februar 2022, 20:03

Re: Unterschied Netzimpedanz und Schleifenimpedanz

Beitrag von tm90 »

Moin,
Messleitungen kann man da an dem Gerät nicht kalibrieren. Das macht das Messgerät selbst (oder vielleicht auch nicht mehr) bei jeder Messung.
Probator
Null-Leiter
Beiträge: 667
Registriert: Montag 19. September 2016, 15:15

Re: Unterschied Netzimpedanz und Schleifenimpedanz

Beitrag von Probator »

tm90 hat geschrieben: Donnerstag 2. Juni 2022, 17:47Messleitungen kann man da an dem Gerät nicht kalibrieren. Das macht das Messgerät selbst (oder vielleicht auch nicht mehr) bei jeder Messung.
Die Gossen-Geräte arbeiten mit einem 4-Leiter-Messverfahren, darum braucht man die nicht nullen. Und daher messen die sowohl RLO, als auch die Schleifen- und Netzimpedanz auch ohne Offset exakt, egal wie lang die Leitung ist (es gibt ja auch ein Handstück mit bis zu 15m* langer Strippe).

Die einzige Ausnahme, wo das nicht geht, ist das Neutralleiter-Spiralkabel. Das hat nur einen Kontakt:
gssn.png
Das heißt, dass ihr ungefähr 60 mOhm mehr Widerstand im Messkreis habt. Ansonsten ändert sich an der Messung (meines Wissens) überhaupt nichts.

Was bedeuten diese 60 mOhm nun?
Wäre euer Kurzschluss-Strom bei 300A (entspricht 0,767 Ohm), liegt er mit dem Neutralleiter-Spiralkabel bei 0,827 Ohm. Oder umgerechnet 278A.

Heißt das nun, dass das Gossen eine Messabweichung erzeugt? Ja, ist so. Das tut es aber ausschließlich beim Neutralleiter-Spiralkabel. Weder mit den zwei Spitzen, noch mit dem Schuko-Stecker tritt das auf.
Bei anderen Messgeräte (ohne 4-Leiter-Messverfahren) habt ihr diese Abweichung bei allen Adaptern. Und darum fällt euch keine Abweichung auf - es ist bei allen gleichmäßig "falsch".

-------------------------

Unabhängig von den Messfehlern kann es am Messpunkt natürlich echte Abweichungen zwischen PE und Neutralleiter geben.
So ist der PE oft doch tatsächlich niederohmiger, z.B. wenn es Fundamenterder gibt. Dann kann der Strom auf mehreren parallelen Wegen direkter ins Erdreich, während er auf dem Neutralleiter nur einen Weg gehen kann. Dann ist die Schleifenimpedanz niederohmiger als die Netzimpedanz.

*Korrektur: es gibt sogar 50m!
Antworten