EMV-Störung über PE, PEN und Erdungsanlage

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Elektromann
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Re: EMV-Störung über PE, PEN und Erdungsanlage

Beitrag von Elektromann »

Hallo Markus,

zuerst herzlichen dank für die gute und ausführliche Schilderung. dank1 Für mich als EMV Menschen natürlich sehr interessant. Haben die Leute von der BNetzAgentur irgendwas gesagt wie es jetzt weiter geht? Ich bin die ganze Zeit am überlegen ob meine Messmethoden Deine Fehler finden würden oder ob ich da an meiner Methodik arbeiten muss. Aktuell ist aber so viel Arbeit ... Wenn ich in Deiner Gegend wäre, dürfte ich für'n Bier bier1 mal bei Dir messen?

Gruß Günter
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis, ist in der Theorie geringer als in der Praxis old-man1
DBY656
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Re: EMV-Störung über PE, PEN und Erdungsanlage

Beitrag von DBY656 »

Hallo Günter,

die BNetzA - Leute haben gleich zu Beginn ihrer Messungen betont das ihre Nahfeldsonde zur Reparatur ist. Ob diese ein "besseres Ergebnis" gebracht hätte ist eine andere Geschichte. Bei mir liegen die größten Probleme nicht in der Luft, sondern kommen über den PEN des TN-C-Netz in die Bude.
Die BNetzA kam übrigens zweimal, weil sia auf Distanz eine Störquelle mit 600kHz feststellen konnten, diese war aber im Haus selbst nicht lokalisierbar. Als Ursache konnte ich im nachhinein die PV-Anlage auf dem Dach durch aus/ein feststellen. Diese "Zicken" treten erst bei dem warmen sonnigen Wetter auf. Bei meinen früheren Scans mit meinem AR3000 war dieses jetzt doch sehr starke Signal nicht vorhanden. Ob da nicht auch noch Resonanzen eine Rolle spielen? Mit einem dicken Klappferrit über die PV-Leitungen konnte ich gar nichts erreichen, das Störsignal blieb unverändert.

Für weitere Messungen habe ich aktuell noch eine Einschränkung:
Meine Strommesszangen (-adapter) können entweder nur bis zu wenigen kHz messen oder der Durchmesser ist viel zu klein für die Leitungen. Es wird wohl oder über darauf hinauslaufen das ich mit noch eine teure Rogowski-Stromschleife zulegen muss.

Ein Hauptproblem ist ja eigenlich die Unzugänglichkeit der vermuteten Störquelle bzw. die mangelnde Kontaktmöglichkeit zu dem Betreiber. Heutzutage erreicht man die Rechtsabteilung vile leichter als die Technik-Leute.

Gruß Markus

PS: Die BNetzA wird sich in mehreren Wochen nochmal melden.
DBY656
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Re: EMV-Störung über PE, PEN und Erdungsanlage

Beitrag von DBY656 »

Hallo zusammen,

dieses Problem lässt mir leider keine Ruhe ... :mad:

Um das Störsignal von der PV-Anlage besser einschätzen zu können habe ich mal selbst ein bewusstes Störsignal erzeugt. Die PV macht bei 600kHz ein deutliches Signal , deshalb habe ich Vergleiche mit 500kHz und 700kHz gemacht. Beide Frequenzen bringen das selbe Ergebnis.

Ergebnis:
Um den gleichen Signalpegel wie die PV-Anlage an meinem Funkscanner mit Stabantenne zu erreichen reicht ein Pegel von 0,4Vpp aus, welches direkt parallel an den Oszi-Eingang "PE<>Erde" mit aufgeschaltet ist.
Wenn mein RCL-Messgerät mich nicht wegen der Störpegel aus dem Stromnetz angelogen hat, >2MOhm und 2,4nF ergeben bei 500kHz in etwa eine Impedanz von 830 Ohm, waren weniger als 0,03mWatt an Sendeleistung aktiv.

Kanal 1: Netzspannung L<>N _____________ Kanal 3: Störsingal PE<>Erde(Sonde)
SCR102.PNG
SCR104.PNG
Zuletzt geändert von DBY656 am Samstag 14. Mai 2022, 12:18, insgesamt 3-mal geändert.
DBY656
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Re: EMV-Störung über PE, PEN und Erdungsanlage

Beitrag von DBY656 »

Zum besseren Vergleich, jeder Tag und Tageszeit ist aktuell anderst:

Der angeschlossene und ausgeschaltete Signalgenerator zieht den Störpegel-Messwert mächtig runter :D

Hier ein Bild vom "Müll" ungefiltert:
SCR103.PNG

Parallel zum Oszi-Eingang mal eben einen Widerstand von 33 Ohm geschaltet:
SCR105.PNG

Die 600kHz von der PV sind auf all den Oszi-Bildern nicht zu finden. Der "Müll" kommt wo anders her und das "Paketweise"

Gruß Markus.
DBY656
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Re: EMV-Störung über PE, PEN und Erdungsanlage

Beitrag von DBY656 »

Noch ein Nachtrag, diese Messung so zu machen ist mir erst später eingefallen.
SCR107.PNG


Mit der Modulation wird der EMV-Anteil aus dem PE bei eingeschaltetem Funktionsgenerator erst so richtig deutlich erkennbar. Das Störsignal auf dem PE pulst übrigens nicht genau mit 400Hz, sondern schwankt deutlich rauf und runter.

Gruß Markus
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