Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Benutzeravatar
SPS
Beiträge: 4728
Registriert: Freitag 16. Juli 2004, 20:27
Kontaktdaten:

Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Beitrag von SPS » Mittwoch 8. September 2021, 03:14

Hallo zusammen,
ich habe mir nochmal das Protokoll angesehen.

https://wfe-shop.de/media/catalog/produ ... 8111_1.jpg

Bei R-ISO steht "U Mess bei R-ISO"

Ist damit die Soll Messspannung von 500 V gemeint?
Ist damit die bei der Messung verwendete Spannung gemeint?
Würde auch eine Angabe im Feld > 500 V .... reichen?

Bei der ausführlichen Messung sind ja 10 Kombinationen möglich. Dabei kann die vom Messgerät verwendete Spannung also 10-mal unterschiedlich sein.
Vorhanden ist jedoch nur 1 Feld

Bei der Software von meinem Messgerät werden beide Werte übertragen.
Wobei U Mess der gemessene Wert ist . Der andere ist U Nom
Mit freundlichem Gruß sps

Heinrich
Null-Leiter
Beiträge: 97
Registriert: Montag 29. August 2016, 21:41

Re: Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Beitrag von Heinrich » Mittwoch 8. September 2021, 11:55

Da der "echte" U-Mess ja stark abhängig vom gemessenen Widerstand ist, würde ich die gemessene Leerlaufspannung da einrtagen, oder eben die Nennspannung(500V). Ich meine das >500V ausreicht.

hth

Benutzeravatar
SPS
Beiträge: 4728
Registriert: Freitag 16. Juli 2004, 20:27
Kontaktdaten:

Re: Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Beitrag von SPS » Mittwoch 8. September 2021, 12:23

Danke für die Rückmeldung

In der Regel reichen > 500
Wenn jedoch ein Leiter schlechte Werte hat, könnte die Spannung heruntergehen
Dann ist die Messspannung mit einem Eintrag nicht mehr ausreichend.
Oder wird nur der niedrigste Wert eingetragen?
Mit freundlichem Gruß sps

Heinrich
Null-Leiter
Beiträge: 97
Registriert: Montag 29. August 2016, 21:41

Re: Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Beitrag von Heinrich » Mittwoch 8. September 2021, 13:38

Die Klemmspannung am Isolationsmessgerät während der Messung ist doch für die Beurteilung irrelevant.
Und falls man doch aus irgenteinen Grund der Meinung sein sollte, das die Klemmspannung während der Messung wichtig ist, muss man der Vollständigkeithalber dann auch den Innenwiderstand des Messgerätes mit angeben.
Aber letztlich sind die Geräte nach Norm gebaut, und in der 0100T600 wird nur der Isolationswiderstand gefordert, nicht die reale Spannung während der Messung.
Ich verstehe die Spannungsanzeige während(und vor allem kurz nach der Messung) so: Das ist eine reine Information(Warnung) für den Benutzer das dort eine hohe(u.U. gefährliche) Spannung anliegt.

Ich glaube ja die Spalte für UMess ist da nach dem Motto rein gekommen "Wenn das Gerät den Wert anzeigt wird der auch wichtig sein" .

mfg

Olaf S-H
Beiträge: 13467
Registriert: Montag 10. Januar 2005, 23:57

Re: Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Beitrag von Olaf S-H » Mittwoch 8. September 2021, 20:38

Moin SPS,

die Norm fordert, dass die Prüfung des Isolationswiderstandes z. B. mit mindestens 500 V erfolgen muss.

Wird nun die Messspannung vom Gerät angezeigt, so kann dieser Wert doch ins Protokoll übernommen werden. Damit hat die befähigte Person den Nachweis erbracht, sorgfältig und normgerecht gearbeitet zu haben. Bei schlechten Isolationswiderständen sinkt die Spannung ggf. unter den geforderten Wert. Damit wäre die Messung als "nicht in Ordnung" zu betrachten.

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
vde1
Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

Benutzeravatar
SPS
Beiträge: 4728
Registriert: Freitag 16. Juli 2004, 20:27
Kontaktdaten:

Re: Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Beitrag von SPS » Mittwoch 8. September 2021, 21:33

Teil 2 VDE 0100-600 Protkoll V17.jpg
Teil 1 VDE 0100-600 Proktoll V17-1.jpg
Danke Olaf für den Hinweis. dank1

Das ZVEH Protokoll hat nur, wie geschrieben 1 Feld. Ich kann jedoch 10 unterschiedliche U Mess Spannungen haben.


Wenn bis auf N-PE zwischen 500 V und 530 V sind und eben N-PE nur 400 V hat was trage ich dann ein?

Ich habe mal ein Muster gemacht in Libre Office.
Noch nicht fertig.
Es wird sogar, R-ISO "Soll "mit R-ISO "Ist" verglichen. Dabei die Zellen Rot markiert. Auch Abschaltbar.
Die Zeilen je Messung können angepasst werden mit dem Filter oder Zeilen Ausblenden ..
Bei der Farbanzeige wäre es bei der Spalte Bewertung sinnvoll diese auszublenden.
Mit freundlichem Gruß sps

Benutzeravatar
SPS
Beiträge: 4728
Registriert: Freitag 16. Juli 2004, 20:27
Kontaktdaten:

Re: Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Beitrag von SPS » Donnerstag 9. September 2021, 13:57

Ja da fehlt mir noch N/PE. Da ist kein Platz mehr. Es müsste die Messung aller Aktiven Leiter gegen PE entfallen.
Könnte dann in der Anmerkung stehen ...
Mit freundlichem Gruß sps

Funker
Null-Leiter
Beiträge: 1238
Registriert: Donnerstag 23. April 2015, 21:13

Re: Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Beitrag von Funker » Freitag 10. September 2021, 09:46

Insgesamt genommen ist des ZVEH Protokoll bei weitem nicht ausreichend Praxis tauglich.
Wichtig wären solche Werte wie gemessener Idn im Stromkreis oder PE Ströme,
letzteres wird zwar nicht in VDE 0100-600 verlangt aber in VDE 0100-510, VDE 0100-530, VDE 0100-540 schon
sowohl Verteiler-Eingang und Verteilerausgang,
dann kann man sich dort auf Riso beschränken wo idn kritisch ist oder hinterfragt werden muß,
weiterhin würde bei RCD Messung mit Überschrift tc bei Idn auch eine Spalte für tc reichen oder eben bei einzelnen anderen
Messungen dann alternativ für ic verwendet.
Insofern ist das mit den 10 Varianten von Riso auch nicht wirklich praktikabel, es paßt eben nicht alles auf eine Seite.
Bei mir gibt es für den Laien-Kunden nur ein ausgedünntes Meßprotokoll je Datensatz in der Druck oder .pdf Version mit Vermerk i.O. oder nicht und den Rest als fortlaufende txt.-Datei elektronisch.
Wenn man dann in einzelnen Fällen etwa strittiges oder informatives sucht, kann man das an Hand der lfd.Nr. finden.
Das sollte dann auch im Zweifelsfall für das Gericht reichen, wenn man die mit Datum versehen originale Meßgerätedatei mit Datum und entsprechendem Ausleseprogramm lange genug vorhält.
Man muß nicht versuchen alles perfektionistisch in eine dann fast leere Exel-Tabelle o.ä. die nicht mehr zuordenbar ist unterzubringen.

Probator
Null-Leiter
Beiträge: 620
Registriert: Montag 19. September 2016, 15:15

Re: Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Beitrag von Probator » Dienstag 14. September 2021, 13:45

SPS hat geschrieben:
Mittwoch 8. September 2021, 21:33
Wenn bis auf N-PE zwischen 500 V und 530 V sind und eben N-PE nur 400 V hat was trage ich dann ein?
Warum solltest du zwischen N-PE nur 400V haben?

Normalerweise misst du ma alles mit 500V.
Sofern du einen so schlechten Isolationswiderstand hast, dass die Strombegrenzung (üblich: 1mA) vom Messgerät greift, werden die 500V nicht mehr erreicht. Das heißt, sobald dein ISO-Wert unter 500V/1mA = 500kOhm geht, werden auch die 500V nicht erreicht.

Zur Interpretation der 500 Kilo-Ohm brauche ich aber die Spannung nicht. Das sehe ich ja auch so, dass die normativen 1 MegaOhm nicht erreicht sind.

Wenn du also grundsätzlich immer mit 500V misst (wovon auszugehen ist, weil normativ Vorschrift), genügt die Angabe auf dem Protokoll einmalig.
Ob es dann tatsächlich 530V sind, ist egal.

Extrembeispiel: Bei einem satten Kurzschluss ist die Mess-Spannung bei 0V. Anhand des Werts in Ohm kann ich auch das interpretieren, ohne zu wissen, was genau die Spannung war.

Wenn du nur mit 250V gemessen hast, würde ich das als VEFK schon wissen wollen. Vielleicht hast du verpennt, das Messgerät von 250 auf 500V zurückzustellen. Dann wäre das nicht normgerecht und du darfst die Messung eigentlich nochmal machen. Dafür genügt mir aber (wie schon gesagt) die Angabe einmal pro Protokoll.

Benutzeravatar
SPS
Beiträge: 4728
Registriert: Freitag 16. Juli 2004, 20:27
Kontaktdaten:

Re: Prüfprotokoll Messspannung R-ISO

Beitrag von SPS » Dienstag 14. September 2021, 16:02

dank1 Probator

ja so weit hatte ich das auch gesehen.

Ich war nur über das ZVEH Protokoll gestoßen.
Da ist eben U mess angegeben.

Nach meinem Messgerät ist U mess eben die gemessene Spannung im Stromkreis. Das heißt dann U "ist". Also 10 Werte möglich.
Für U "Soll"steht bei meinem Gerät eben U nom.

Also wird im Protokoll nur einmal U "Soll "im Stromkreis angegeben und das ist in einem Stromkreis immer gleich.
Die Verwirrung kommt hier durch unterschiedliche Bezeichnungen.

Also ist der U "Ist" nicht für das Protokoll wichtig, da Abzuleiten.
Für mein Musterprotokoll wäre dann eine andere Bezeichnung wie U "nom" Sinnvoll.
Mit freundlichem Gruß sps

Antworten