Bewertung von Zs und Ik

leonsberger
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Re: Bewertung von Zs und Ik

Beitrag von leonsberger » Donnerstag 12. Dezember 2019, 20:12

Alles klar, danke
lg Jochen

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Re: Bewertung von Zs und Ik

Beitrag von SPS » Donnerstag 12. Dezember 2019, 20:29

Ich würde hier noch auf die Messprofis warten, ob die das so absegnen.
Ich bin schon lange nicht mehr Aktiv. Als Rentner bekomme ich nicht alles mehr mit.
Mit freundlichem Gruß sps

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Re: Bewertung von Zs und Ik

Beitrag von SPS » Donnerstag 12. Dezember 2019, 21:33

Hallo,
Sicherheitsfaktor bei Schleifenimpedanzmessung Fachzeitschrift de
https://www.elektro.net/praxisprobleme/ ... nimpedanz/
Praxis Problem mit Antwort einzeln Online zu Kaufen.
Leider nicht so direkt wie mein Beispiel.
Dafür wird auf die Umgebungsbedingungen eingegangen. Ich hatte nur Messgerätefehler und Temperatur berücksichtigt.
Möglicherweise eine Zusatzfrage bei der Fachzeitschrift de stellen.
Mit freundlichem Gruß sps

leonsberger
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Re: Bewertung von Zs und Ik

Beitrag von leonsberger » Freitag 13. Dezember 2019, 15:49

Der Kommentar mit der Verlängerungsleitung ist zwar nicht ganz von der Hand zu weisen, allerdings sind diese Art von Steckdosen meistens auch mit FI geschützt. Somit der Kurzschlußstrom von geringerer Bedeutung.
lg Jochen

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Re: Bewertung von Zs und Ik

Beitrag von Probator » Freitag 13. Dezember 2019, 15:53

Die Norm sagt, du sollst 50% Sicherheitsfaktor obendrauf schlagen.
Die setzen sich zusammen aus:
20% für Erwärmung im Kurzschlussfall (du misst ja an lastloser, kalter Leitung?).
30% Messgerätefehler.

Jetzt hast du ein gutes Messgerät gekauft, also dürftest du auch nur 25 bis 28% Sicherheitsfaktor oben draufschlagen.

C16 Ik=10xIn = 160A + 28% = 205A als min. Messwert.

Normativ brauchst du einen Messwert von 240A,
mit gutem Messgerät 205A
und der reale Auslösewert der Sicherung liegt bei 160A.

Was du also tust, wenn du einen Wert zwischen 160 und 240A an einer C16-Sicherung misst, bleibt deiner Risikobereitschaft überlassen.
Wenn du keinerlei Sicherheitsfaktor mehr lässt, bedenke eines: da könnte jemand noch eine Steckdosenleiste (oder gar 50m-Kabeltrommel) anstecken! Zum Vergleich: In einer ordentlichen Elektroinstallation hat man regelmäßig auch 400-600A Kurzschluss-Strom.

Da ich als als Prüfer ja nicht bescheuert bin und die ganze Verantwortung auf mich nehme, wird bei mir mit 50% Sicherheit gerechnet. Darunter wird der Stromkreis bemängelt (Protokoll: nicht bestanden) und der Betreiber darf sich selbst aussuchen, welches Risiko er einzugehen bereit ist.

Wenn er als Zusatzschutz einen funktionierenden RCD hat, ist die Schleifenimpedanz ja auch nicht mehr ganz so wichtig, dem RCD genügen 30mA statt 160A.

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Re: Bewertung von Zs und Ik

Beitrag von leonsberger » Freitag 13. Dezember 2019, 18:20

Probator hat geschrieben:
Freitag 13. Dezember 2019, 15:53
Wenn er als Zusatzschutz einen funktionierenden RCD hat, ist die Schleifenimpedanz ja auch nicht mehr ganz so wichtig, dem RCD genügen 30mA statt 160A.
Hab ich ja auch schon geschrieben, wie du richtig schreibst : funktionierender RCD
Ich messe viele Anlagen an entlegenen Orten, da kommt es schon öfter vor, dass der Kurzschlußstrom schon grenzwertig ist. Überhaupt mit einer Verlängerungstrommel 1,5qmm und 50 Meter lang. Da reichen auch keine 240A bei einem C16, wenn der wirklich erst bei 160A auslöst.
Für diese Fälle ist ja sowieso ein FI vorgeschrieben und wenn der bei der Prüfung i.O. war, könnte mir der Rest egal sein.
Wenn selbst ein Ik von 50A würde lt. Norm passen, für mich aber nicht. Da suche ich schon nach dem Grund.
lg Jochen

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Re: Bewertung von Zs und Ik

Beitrag von Probator » Sonntag 15. Dezember 2019, 19:16

leonsberger hat geschrieben:
Freitag 13. Dezember 2019, 18:20
Wenn selbst ein Ik von 50A würde lt. Norm passen, für mich aber nicht. Da suche ich schon nach dem Grund.
Richtig, wenn ein logischer Grund vorliegt, ist das ja auch in Ordnung. Ein Beispiel wären lange Leitungen.

Oder wenn du im TT-Netz bist, wirst du vielleicht nicht einmal die o.g. 50A erreichen. Hier muss dann eben der RCD die alleinige Schutzfunktion übernehmen. Der sollte dann natürlich auch überall eingebaut sein und nachweislich funktionieren.

Worauf der RCD nicht reagiert, sind Kurzschlüsse L-N oder L1-L2. Die Netzimpedanz muss darum auch gemessen werden. Hier kann man ggf. etwas großzügiger sein, weil bei einem Kurzschluss Phase-Phase keine Spannung ans Gehäuse kommt. Irgendwann sollte die Sicherung dann schon mal abschalten, bevor die Leitung abbrennt.

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Re: Bewertung von Zs und Ik

Beitrag von Mail Mayer » Montag 16. Dezember 2019, 20:27

Bei vielen Stromkreisen müssen heute eh RCDs rein.
Ansonsten kann man die Abschaltzeit auch überschreiten, wenn man eine Berührungsspannung unter 50V~ garantieren kann.
Das ist bei Steckdosen leider nicht der Fall. Aber es gibt genug Beispiele wo man das anwenden kann.


Was die Netzimpedanz betrifft gibt es ja keine mindest Abschaltzeiten. Das heißt ein Automat oder eine Sicherung schaltet in jedem Fall den Stromkreis sicher ab. Die Netzimpedanz wird für die Berechnung des Spannungsfalls gemessen.

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Re: Bewertung von Zs und Ik

Beitrag von Mail Mayer » Montag 16. Dezember 2019, 21:01

leonsberger hat geschrieben:
Mittwoch 11. Dezember 2019, 20:58
Der C16 muss ja spätestens bei 160A in 0,4s auslösen, er kann ja auch schon bei 100A in 0,4s auslösen.
Der Automat kann das, aber die Netzbedingungen ändern sich im Kurzschlussfall und auch durch die Netzbelastung.
Die Beaufschlagung mit 50% berücksichtig das.

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Re: Bewertung von Zs und Ik

Beitrag von E-Jens » Montag 16. Dezember 2019, 21:05

Wenn es noch nicht qualmt, ist doch noch Zeit. bier4 joint1

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