Niederohmmessung Multimeter

DBY656
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Re: Niederohmmessung Multimeter

Beitrag von DBY656 » Dienstag 9. April 2019, 19:24

Hallo zusammen,
vor etlichen Jahren hatte ich an einer Schweißanlage mit EMV-Problemen zu tun. Die ist innnerhalb des Unternehmens umgezogen und dabei gleichzeitig umgebaut worden.
Da bin ich dann mit einem geregelten DC-Netzteil mit 6A Belastbarkeit, einem Multimeter und langen Messleitungen auf die Fehlersuche gegangen. Unter anderem konnte ich dank der Messwerte (x,x mOhm) an mehreren Stellen aufgewickelte Schutzleiter auffindig machen.
Blanker Stahl mit blankem Stahl zusammengeschraubt müsste ein sehr gute leitfähige Verbindung sein .... Nee, bei dieser Anlage nicht!

Gruß Markus

Probator
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Re: Niederohmmessung Multimeter

Beitrag von Probator » Dienstag 9. April 2019, 20:20

Dann hast du mit dem
Installationstester :
5% von 1 = 0,05 Ohm
3 Digits = 0,03 Ohm
Summe = +/- 0,08 Ohm (Edit: Korrektur)

Multimeter mit 1 Nachkommastelle
1% von 1 = 0,01 Ohm
2 Digits = 0,2 Ohm
Summe = +/- 0,21 Ohm (Edit: Korrektur)

Das ist aber nur das Messgerät selbst, in der Praxis wirst du wesentlich größere Probleme mit dem Übergangswiderstand der Messspitzen haben.

Ist aber beides nicht relevant, denn laut Norm darfst du das Multimeter für die Prüfung eh nicht verwenden. Also zumindest nicht für jene Werte, die du in ein Protkoll notierst und mit deiner Unterschrift versiehst.

P.S.: Es gibt sehr wohl Multimeter, die für diese Prüfung zugelassen sind und die 200mA bringen. Dann steht im Datenblatt aber drin, dass sie nach DIN VDE 0413 gebaut sind.

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SPS
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Re: Niederohmmessung Multimeter

Beitrag von SPS » Dienstag 9. April 2019, 20:56

Hallo dank1 für die Rechnung.

Ich hatte schon geschrieben das ich das nicht selber so Messen möchte.
Ich habe VDE Messgeräte.
Ich habe nur Argumente gegen das Multimeter gesucht. Ohne nur Formal auf Normen zu verweisen.
Ich denke neben der Genauigkeit macht die Spannung und der Strom schon was aus.
Nur wie genau haben Strom und Spannung Einfluss?
Ich hatte schon mit 200 mA Probleme die Ohm Werte einzuhalten.
Mit freundlichem Gruß sps

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Wulff
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Re: Niederohmmessung Multimeter

Beitrag von Wulff » Dienstag 9. April 2019, 22:07

Was meinst du mit „Ohm-Werte einhalten“?

Meintest du „erhalten“?

Die Erklärung steht doch weiter oben. Ein zu geringer Prüfstrom lässt einen zu großen Spannungsabfall am Übergangswiderstand der Prüfspitzen entstehen. Kannst du dir mit einem Ersatzschaltbild mit Stromquelle des Prüfstromes (200mA) aus dem Multimeter darstellen, als Gegenbeweis mit einem Prüfstrom z.B. von 10A bei einer externen Spannungsquelle (dann mit einer Spannungsmessung über einen Shunt).

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Re: Niederohmmessung Multimeter

Beitrag von Probator » Mittwoch 10. April 2019, 19:00

Nimm dir mal einen alten, stark verkalkten Wasserkocher und versuche mit 200mA den Schutzleiter zu messen, ohne das Blech abzuschmirgeln oder zu verkratzen.

Statt Wasserkocher geht auch eine stark korrodierte Außensteckdose, der ölige Tisch einer gußeisernen Standbohrmaschine oder das Edelstahlblech einer Dunstabzugshaube oder Lampe.

Wenn du Zugriff auf ein Messgerät mit 10A-Fähigkeit hast, probier beides gegeneinander.
Falls nicht, nimm ein kurzschlussfestes Labornetzteil, stell es auf 4V und max Strom und probiers damit.

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SPS
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Re: Niederohmmessung Multimeter

Beitrag von SPS » Donnerstag 11. April 2019, 00:02

Ja, das mit hohen Prüfstrom das genauer wird habe ich vor einiger Zeit selber festgestellt.
Ja ich habe auch mit 10 A zum Vergleich gemessen.
Das war mir soweit klar.
Warum das so ist hat Wulff geschrieben
Ein zu geringer Prüfstrom lässt einen zu großen Spannungsabfall am Übergangswiderstand der Prüfspitzen entstehen.
Da komme ich noch nicht ganz mit. Muss ich auch nicht unbedingt wissen.
Ich dachte immer, je höher der Strom je höher der Spannungsfall bei gleichen Querschnitt und Spannung.
So ist es bei der Leitungsberechnung.
Ich dachte der hohe Strom brennt den Übergangswiderstand weg.

Editvermerk Olaf S-H: Korrektur im Namen
Mit freundlichem Gruß sps

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Wulff
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Re: Niederohmmessung Multimeter

Beitrag von Wulff » Donnerstag 11. April 2019, 16:20

Sps: da hast du recht. Wollte ich irgendwie anders formulieren.. :confused:

Heinrich
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Re: Niederohmmessung Multimeter

Beitrag von Heinrich » Freitag 12. April 2019, 07:28

SPS hat geschrieben:
Dienstag 9. April 2019, 20:56
Hallo dank1 für die Rechnung.

Ich hatte schon geschrieben das ich das nicht selber so Messen möchte.
Ich habe VDE Messgeräte.
Ich habe nur Argumente gegen das Multimeter gesucht. Ohne nur Formal auf Normen zu verweisen.
Bei allen was über die Erde läuft haben wir es oft mit vagabzndierenden Gleichströmen zu tun, ein Multimeter das mit 2V und mit uA-mA arbeitet zeigt dann schon mal in die eine Richtung 0Ohm und in die andere unendlich Ohm an. Verbindungen von unterschiedlichen Metallen sind oft durch oxide Halbleiter auch das beeinflusst ein Messgerät das mit niedrigen Strömen/Spannungen arbeitet erheblich.

mfg

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Re: Niederohmmessung Multimeter

Beitrag von SPS » Freitag 12. April 2019, 21:03

dank1 Heinrich, für die Ergänzung
Mit freundlichem Gruß sps

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