Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

glhsman
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Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

Beitrag von glhsman » Dienstag 28. August 2018, 18:49

Hallo zusammen,
möchte gerne wissen, wie ihr das bei der Prüfung der ortsveränderlichen Arbeitsmittel mit den Kaltgerätekabeln (Anschlusskabel) handhabt.
Keine Ahnung, ob es rechts-konform ist, aber ich handhabe das so:

Prüfung und Beurteilung der Arbeitsmittel (meist Computer + Monitore) mit dem dazugehörendem Anschlusskabel. Das Kabel wird dazu noch einmal extra gemessen wegen Riso, aber nicht in der Datenbank inventarisiert und nicht gelabelt. Einen Prüfaufkleber mit dem nächsten Prüftermin bekommt es trotzdem. Die Arbeitsmittel sind inventarisiert und protokolliert und jedes mit Prüfprotokoll.

Ist das so in Ordnung?

Viele Grüße,
Frank

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SPS
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Re: Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

Beitrag von SPS » Dienstag 28. August 2018, 19:44

Für mich sind das 2 getrennte Geräte.
Die Leitungen werden möglicherweise an andere Geräte angeschlossen und vertauscht (Umzug der PCs, Vergleichswerte über die Zeit werden nicht erfasst).
Wenn du der Prüfer bist, betrügst du dich bei Bezahlung nach Stückzahl selber.
Selbst wenn du nur nach Aufwand bezahlt wirst, kann ein Kostenrechner später deine Leistung in geprüfte Stückzahl umrechnen.
Siehst dann eben schlechter aus wie eine Externe Firma.
Ich habe es so auch in den Letzten Tagen gelesen.
https://www.elektro.net/wp-content/uplo ... 832601.pdf
Die PC-Anschlussleitung ist ein eigenständiges Betriebsmittel. Die zusätzliche
Prüfung der Kaltgeräteanschlussleitung erhöht die Sicherheit.
Mit freundlichem Gruß sps

bernd52
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Re: Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

Beitrag von bernd52 » Dienstag 28. August 2018, 20:12

moin

wie soll ein PC ohne Anschlußkabel geprüft werden? Der Fredersteller macht nach meiner Kenntnis alles vollkommen richtig.

Der link von SPS ist reichlich veraltet.......2007, VDE 702, gibts schon lange nicht mehr, heisst jetzt VDE 701/ 702 usw
Zuletzt geändert von bernd52 am Dienstag 28. August 2018, 21:19, insgesamt 1-mal geändert.

Probator
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Re: Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

Beitrag von Probator » Dienstag 28. August 2018, 20:24

glhsman hat geschrieben:
Dienstag 28. August 2018, 18:49
Prüfung und Beurteilung der Arbeitsmittel (meist Computer + Monitore) mit dem dazugehörendem Anschlusskabel. Einen Prüfaufkleber mit dem nächsten Prüftermin bekommt es trotzdem. Die Arbeitsmittel sind inventarisiert und protokolliert und jedes mit Prüfprotokoll.
Ist das so in Ordnung?
Würde ich auch so machen, wenn so halbwegs davon ausgehen kann, dass die Kabel am Gerät verbleiben. Wird nie 100%ig einzuhalten sein, klar.

Dienstleister, welche nach Stückzahl abrechnen, werden dir selbstverständlich immer eine eigene Nummer auf das Kabel kleben. :D
Das Kabel wird dazu noch einmal extra gemessen wegen Riso, aber nicht in der Datenbank inventarisiert und nicht gelabelt.
Ich messe Kabel und Gerät zusammen, aber schalte die Iso-Messung nicht ab. Ordentlich konstruierte Geräte haben das auszuhalten!
Ausnahmen bei "lebenswichtigen" Servern, Steuerrechnern u.ä.

Bei solchen Verbundmessungen sollte dem Prüfer glasklar sein, was eine "parallele Schutzleiterverbindung" ist, wo sie auftreten kann und was das im Zweifel bedeutet. Wisst ihr das nicht, steckt das Kaltgerätekabel lieber vom PC ab.

Olaf S-H
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Re: Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

Beitrag von Olaf S-H » Dienstag 28. August 2018, 20:50

bernd52 hat geschrieben:
Dienstag 28. August 2018, 20:12
... heisst jetzt VDE 701/ 702 usw
Moin Bernd,

VDE 0701-0702 wäre richtig. :D

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
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Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

Olaf S-H
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Re: Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

Beitrag von Olaf S-H » Dienstag 28. August 2018, 20:50

SPS hat geschrieben:
Dienstag 28. August 2018, 19:44
Für mich sind das 2 getrennte Geräte. ...
Moin SPS,

für mich auch.

Gruß Olaf
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DBY656
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Re: Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

Beitrag von DBY656 » Dienstag 28. August 2018, 21:02

Hallo zusammen,

es ergibt sich bei "Betriebsmittel-Versammlungen" wie einem PC-Arbeitsplatz folgendes Problem:

Die einzelnen Betriebsmittel können alle für sich selber die Prüfung als in Ordnung bestehen, zusammen aber nicht mehr. Überhöhter Ableitstrom, hoher Einschaltstrom und lockere Steckverbindungen können die Folge sein.

Aus eigener Berufserfahrung:
Nach jedem kurzen Stromausfall löst der Fehlerstromschutzschalter aus.
PC-Arbeitsplatz über Steckdosenleiste eingeschaltet - Sicherung löst aus.
Wackelkontakt an Kaltgeräte-Steckverbindung, passten irgendwie nicht richtig zusammen.


Ob nun nur alle Komponenten einzeln, nur der zusammengeschaltete Arbeitsplatz oder beide Prüfvarianten durchgeführt werden müssen, liegt in der Verantwortung des Betreibers. Dafür gibt es die Gefährungsbeurteilung ....

"Wenn Sie mir keine Gefährdungsbeurteilung vorlegen können muß ich leider alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, was den Umfang der Prüfungen deutlich erhöht. Also zuerst die Einzelstücke nach VDE 0701/0702 und anschließend zusammen nach VDE 0105-100."

Gruß Markus


PS: Geräte der Schutzklasse 1 im Bereich von Schweißarbeitsplätzen ist auch so ein Problemfall

glhsman
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Re: Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

Beitrag von glhsman » Dienstag 28. August 2018, 21:38

Hallo zusammen,
Vielen Dank für die vielen konstruktiven Antworten.
Trotzdem noch einmal zum Verständnis: Kabel wird praktisch 2x gemessen. Einmal als Kabel und zusätzlich als notwendiges Anschlusskabel für das (Haupt)gerät. Sind somit 2 getrennte Geräte, wie einige hier erwähnten.
Bei meinen ersten Prüfungen habe ich noch die Kabel gelabelt, aber das war nicht von langer Dauer. Es löst sich zu schnell. Daher mein neuer Ansatz, die Kabel NUR messen/prüfen, aber nicht eindeutig kennzeichnen. Habe in dem Zug auch schon einige ausmustern müssen, auch wenn sie noch IN der Norm waren. Aber mir persönlich eben nicht gut genug.
Es besteht kein Zeitdruck, bin fest angestellter Mitarbeiter in dieser Firma, wo ich u.a. auch für die VDE 701/702 verantwortlich bin.
Es geht also nicht um Kosten- oder Zeiteinsparung.

Frank

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Re: Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

Beitrag von Funker » Dienstag 28. August 2018, 22:11

Die Frage ist doch dann wie labeln. Wenn der einfache Prüfaufkleber oder als Banderole hält, wird doch auch die Nummer halten.
Man macht das ganze immer aus zwei oder auch drei Gesichtspunkten.
1. Einmal für die Sicherheit - das scheint ja i.O. zu sein.
Wäre nur der Hinweis, wenn im Verbund geprüft wird und die Werte stimmen, könnte man sich die Einzelprüfung sparen.
2. Einmal für den Fall der Fälle um dann einen gerichtsfesten Nachweis zu haben. Da wird es schwierig, wenn nicht jedes Gerät eine Nummer hat.
Lieber bei Nummernverlust eine neue ausgeben. Wir sind ja nicht beim Finanzamt.
Die Ablage würde ich nicht einzeln nach Gerät machen, sondern nach Liste.
Das alle Geräte bei der Prüfung vorgestellt werden ist Aufgabe des Nutzers, d.h. des Bereichsleiters oder Einzelnutzers
unternehmerische Verantwortung des Nutzers, da der auch beschafft.
Das würde ich in so einer EFK / VEFK Funktion klar regeln, sonst wird man nie fertig.
3. für`s Geld, was hier wohl keine Rolle spielt, oder die Zeit, die man hat.

Olaf S-H
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Re: Kaltgerätekabel im Verbund messen ohne extra Inventarisierung?

Beitrag von Olaf S-H » Mittwoch 29. August 2018, 06:48

Moin glhsmann,

das Problem der Anschlussleitungen liegt ist deren "Austauschbarkeit". Dadurch kann es sein, dass beim Gerätetausch das Altkabel über Jahrzehnte die angeschlossenen Geräte überlebt.

Es gibt unterschiedliche, haltbare Aufkleber für Anschlussleitungen. Hierzu kann man auch ein "Fähnchen" kleben. Die Prüfplakette kommt dann auf die Fahne.

Gruß Olaf
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