Übersicht Leckstromzangen

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cyclist
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Übersicht Leckstromzangen

Beitrag von cyclist » Donnerstag 15. Oktober 2015, 21:22

Hallo zusammen!
Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schon lange mal geschrieben haben, aber es kam halt immer wieder was dazwischen...

Leckstrom- bzw. Ableitstrom-Messzangen, gibt es ja mittlerweile so einige, auch tauchen hier immer mal wieder Anfragen, was es an Messzangen auf dem Markt gibt.
Die Auflistung ist zwar schon etwas umfangreicher, aber sicher noch nicht vollständig. Wer ein weiteres Modell kennt, möge es mir bitte per PN mitteilen, ich werde es dann in diesen Beitrag einarbeiten (lassen).
Diskussionen um einzelne Geräte und deren Qualitäten, bitte in einem eigenen Thema!

Hier ein paar Links, in denen es hier im Forum bereits um Leck-/Ableitstromzangen ging:
Erfahrungen mit der Ableitstromzange 02.2005
Leck-/Ableitstromzange 09.2013
Es gibt sicher noch einige Themen mehr hier dazu...

Aufgeführt werden hier nur eigenständige Messzangen, Zubehör, Messzangen u. Messadapter z. B. für den Anschluss an einen Installationstester oder an einen Rechner, kommt evtl. in einem zweiten Schritt.
Aufgeführt werden auch nur solche (Leck-)Stromzangen, die mindestens auf 0,1mA / 100µA auflösen!
Laut VDE 0404-4 bzw. EN61010 müssen die Messzangen einen sogenannten Tiefpassfilter enthalten, dies ist aber leider bei so einigen Messzangen nicht der Fall, bzw. es ist nicht eindeutig dokumentiert in den Unterlagen zu den jeweiligen Modellen. Vielleicht kann dies noch mal jemand anderes genauer hier erläutern?

Die Reihenfolge ist wertungsfrei und rein alphabetisch nach Hersteller sortiert. Die Links führen jeweils zu dem jeweiligen Hersteller, zu einem kleinen Teil aber auch zu einem Händler (wenn kein anderer Link mehr auffindbar). Falls ein Link nicht mehr tun sollte, bitte melden.
Die Preise liegen in der Regel zwischen 300 und 700,-€ (Stand 10.2015, ohne Zubehör).

Einen der ganz wenigen echten Testberichte kann man hier (PDF-Datei, schweizer Seite) runter laden. Ein neuerer / weiterer Testbericht ist mir leider nicht bekannt.

Beha / Amprobe bzw. Unitest
Beha / Amprobe AC50A-D
Beha Unitest CHB3 (englischsprachige Seite), Zange ist m.W. nicht mehr aktuell in D erhältlich
Beha Unitest CHB5, PDF-Datei mit der Beschreibung, kein Link mehr zu der Zange vom Hersteller gefunden. Scheint aber immer noch verfügbar zu sein im Handel, der Vertrieb im neuen Design (gelbe Messzange) erfolgt jetzt über Fluke (?)

Benning
Benning CM9 mit Tiefpassfilter VDE 0404-4

Chauvin Arnoux
Chauvin Arnoux F62 bzw. F65

Fluke
Fluke 360

GossenMetrawatt (GMC)
GMC Metraclip 61
GMC Metraclip 64, besteht aus einer Messzange und einem Bedienteil / Auswerteinheit

Hioki
Hioki 3283 (PDF-Datei mit der Anleitung), Vertrieb scheint offensichtlich über GMC zu erfolgen (?)
Hioki 3293-50 bzw. hier (PDF, Link zu einem Händler)

Iso-Tech
Iso-Tech ILCM03A (Link zu einem Händler) bzw. hier (Link zu einem Händler) --> gleiche Artikelbezeichnung, aber anderes Design, ähnelt stark den Modellen von Beha / Unitest CHB 3/5 :confused:

Kyoritsu
Kyoritsu KEW 2434
Kyoritsu KEW 2433R
(Links sind englischsprachig, leider keine deutsche Seite gefunden, die nicht von einem Händler stammt)

Lem
Lem LK60 bzw. Datenblatt auf deutsch (nicht mehr im Handel?)

Mebedo
Mebedo LCC

Megger
Megger DCM 300e

Metrel
Metrel TEK775 Sehr günstige Messzange, leider stark störfeldempfindlich, eigentlich nicht für den deutschen Markt vorgesehen (eigene Aussage eines Metrel-Mitarbeiters auf einer Messe)
Metrel MD9270

PCE-Instruments
PCE-Instruments PCE LCT-1, ähnelt stark den Zangen von Beha / Amprobe / Unitest.

Anbei noch ein Bild eines Versuchsaufbaus, zur Verdeutlichung von abweichenden Messwerten bei Ableitströmen (von mir auf einem Forumstreffen aufgenommen).
Dateianhänge
DSCF6911.2.JPG
DSCF6911.2.JPG (83.16 KiB) 3365 mal betrachtet
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Ciao + Gruss
Markus

Funker
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Beitrag von Funker » Freitag 16. Oktober 2015, 08:49

Danke für die Auflistung.

Interessanter sind aber sicher die Zangen mit und für Anschlüsse an
VDE 0100 oder VDE 0701-0702 oder VDE 0113 Meßgeräte.
Meßwerte schätzungsweise ansehen ist die eine Seite, dokumentieren im Prüfablauf bei VDE 0100 ist die zweite Seite.

Bei der Auflistung der an VDE 0100 -Tester anschließbare Zangen sollten dann zwei weiter Punkte mit berücksichtigt werden.

Kompatibilität mit verschiedenen Geräten und Baugleichheit.

z.B. HT 97 C 1000 A Hardwareumschaltung Bereiche 1 A, 10 A, 100 A
1000 A - Amprobe (ca. 2000) verwendbar an HT Geräten, Amprobe,
Anzeige bis 0,1 mA
Baugleich C 160 (ChauvinA.), C 3 (Sonel MPI-520)

HT 96 (HT Instruments) 1A , 100 A, 1000 A Anzeige bis 0,1 A
Hardwareumsschaltung verwendbar an HT Geräten, Amprobe,

A1019, A1018 Metrell 1000 A Zange Bereichsumschaltung nur durch
interne Gerätesoftware im MI3105 nicht kompatibel zu anderen Geräten


Daher bitte immer mit angeben an welchen Geräten die Zangen angewendet
werden - Praxiserfahrung

Viel Spaß beim Erstellen der Liste

dwarslöper
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Beitrag von dwarslöper » Freitag 16. Oktober 2015, 09:08

Moin

Danke für die gute Auflistung der am Markt erhältlichen Zangen. Ebenso die anfolgende Ergänzung.
Was jetzt nicht schaden könnte, wären Erfahrungswerte von draußen auf´m Feld unter Einsatzbedingungen.

dwarslöper
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Beitrag von cyclist » Freitag 16. Oktober 2015, 09:15

Moin Funker!
Ja, die Messzangen für den Anschluss an die Installationstester sollen in einem zweiten Schritt kommen. Die Recherche war gestern schon recht aufwändig und ist sicher nicht vollständig.
Vielleicht kannst du diesen Teil übernehmen, da mir da nur relativ wenige Geräte einfallen und ich damit auch keine Erfahrungen habe. Wenn dann aber bitte nur Messzangen bzw. -adapter, die auch min. auf 0,1mA auflösen. Die Zangen für bis 1000A können dies vermutlich eher nicht?

Erfahrungen und Diskussionen zu den einzelnen Zangen und wie man die angezeigten Werte deutet (was nicht gerade trivial ist! :rolleyes: ), sollten auch eher in einen getrennten Thema behandelt werden (mit Verweis auf diesen Thread hier).
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Ciao + Gruss
Markus

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Beitrag von Funker » Freitag 16. Oktober 2015, 09:19

cyclist hat geschrieben:Moin Funker!
Ja, die Messzangen für den Anschluss an die Installationstester sollen in einem zweiten Schritt kommen. Die Recherche war gestern schon recht aufwändig und ist sicher nicht vollständig.
Vielleicht kannst du diesen Teil übernehmen, da mir da nur relativ wenige Geräte einfallen und ich damit auch keine Erfahrungen habe. Wenn dann aber bitte nur Messzangen bzw. -adapter, die auch min. auf 0,1mA auflösen. Die Zangen für bis 1000A können dies vermutlich eher nicht?

Erfahrungen und Diskussionen zu den einzelnen Zangen und wie man die angezeigten Werte deutet (was nicht gerade trivial ist! :rolleyes: ), sollten auch eher in einen getrennten Thema behandelt werden (mit Verweis auf diesen Thread hier).
Es geht ja gerade darum nicht bei einem nahezu stromlosen PE irgendwelche Ableitströme / PE Ströme zu messen, sondern unter Last
in Anlagen mit 200 A oder mehr den Differenzstrom von 10 mA zu messen.
Die Zange muß beides können.

Vielleicht können die Kollegen einer Firma am Rhein bei Ihren Schulungen einmal Ihre Praktikanten darauf ansetzen und die Ergebnisse veröffentlichen, so in der Art
wie es ein Kollege Hering regelmäßig im EP mit Überspannungsableitern macht.

dwarslöper
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Beitrag von dwarslöper » Freitag 16. Oktober 2015, 09:20

cyclist hat geschrieben:Erfahrungen und Diskussionen zu den einzelnen Zangen und wie man die angezeigten Werte deutet (was nicht gerade trivial ist! :rolleyes: ), sollten auch eher in einen getrennten Thema behandelt werden (mit Verweis auf diesen Thread hier).

Moin.

O.K. spricht nichts dagegen, macht die Sache übersichtlicher. Wenn du möchtest, kannst du dann ja ggf. einen entsprechenden Thread eröffnen.

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Beitrag von dwarslöper » Freitag 16. Oktober 2015, 09:23

Funker hat geschrieben:Die Zange muß beides können.

Moin.

Warum muss die Zange beides können? Jede Zangenart hat ihren "Schwerpunkt" im Messbereich. Man fährt ja auch nicht mit einem Trecker im Formel1-Rennen.

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Beitrag von Funker » Freitag 16. Oktober 2015, 11:20

dwarslöper hat geschrieben:Moin.

Warum muss die Zange beides können? Jede Zangenart hat ihren "Schwerpunkt" im Messbereich. Man fährt ja auch nicht mit einem Trecker im Formel1-Rennen.

dwarslöper
Wenn ich mit der Leckstromzange Differenzströme z.B. an unter Last stehenden 120 qmm Adern mit 250 A Last messe, muß sie die Last aushalten
und gleichzeitig den gewünschten bzw. unerwünschten demgegenüber kleinen oder auch größeren Differenzstrom aushalten.

dwarslöper
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Beitrag von dwarslöper » Freitag 16. Oktober 2015, 12:53

Funker hat geschrieben:Wenn ich mit der Leckstromzange Differenzströme z.B. an unter Last stehenden 120 qmm Adern mit 250 A Last messe, muß sie die Last aushalten
und gleichzeitig den gewünschten bzw. unerwünschten demgegenüber kleinen oder auch größeren Differenzstrom aushalten.

Moin

Dann klär mich bitte kurz auf, wo die Last herkommt.
Wenn ich zwei Magnetfelder, z.B. von einer Hinleitung und einer Rückleitung habe und beide Magnetfelder sind gleich groß, weil in beiden Ader der gleichhohe Strom fließt, so ist doch das Magnetfeld = null weil es sich aufhebt. Von der "Leckstromzange" wird doch nur das Differenzmagnetfeld erfasst, welches kleiner ist als das des einzelnen stromdurchflossenes Leiters.
Oder hab ich hier einen Denkfehler?

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Beitrag von melange » Freitag 16. Oktober 2015, 13:01

Funker hat geschrieben:Wenn ich mit der Leckstromzange Differenzströme z.B. an unter Last stehenden 120 qmm Adern mit 250 A Last messe, muß sie die Last aushalten
und gleichzeitig den gewünschten bzw. unerwünschten demgegenüber kleinen oder auch größeren Differenzstrom aushalten.

Hallo Funker

wenn du einen Leckstrom bzw Differenzstrom messen willst, umfasst du ja mit der Zange alle stromführenden Leiter (ausser dem PE natürlich).
Der in der Zange befindliche Eisen- oder Ferritkern erfasst dann das resultierende Magnetfeld, welches im Idealfall (kein Leckstrom) gleich Null ist, da sich die Felder der hinein- und herausfließenden Ströme gegenseitig aufheben.

Die Zange muss also wirklich nur den Differenzstrom (bzw das durch ihn erzeugte Magnetfeld) aushalten.

Willst du jedoch mit derselben Zange den Strom eines Leiters messen
(250A in deinem Beispiel), dann muss die Zange dafür geeignet sein, sprich der Messbereich muss das auch hergeben.

Bei einem Messbreich von 250A hielte ich es aber für äußerst fraglich, ob damit noch Leckströme im Bereich von Bruchteilen von Milliampere gemessen werden könnten (siehe auch Messfehler in den technischen Daten).

Daher für jede Messaufgabe das passende Messgerät.


Edit : (da war schon einer schneller).

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