Netzwerkkabel

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Elt-Onkel
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Netzwerkkabel

Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 9. März 2019, 01:45

Hallo,

Frage:

Kann man mit den folgenden Kabeln noch was werden ?

- ACOME 4x652 N 6022,
- ACOME 4 FO Mono N 4688,
- DRAKA Multimedia cable A-DQ (ZN) B2Y12E (Singelmode - OM2),
- ACOME 24xG652 CLT Dc,
- DRAKA A-DQ (ZN) B2Y 2x12E (Multimode 50/125 - OM3)

Oder ist das ein Fall für die Tonne ?

Ich will mobile Einheiten über 600 m per LWL verbinden.



Apostoli
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Re: Netzwerkkabel

Beitrag von Apostoli » Dienstag 12. März 2019, 12:30

Das Glasfaserkabel an sich ist in der Regel nicht die teure Komponente. Teuer wird es durch die nötigen Steckermontage- oder Pigtail Spleißarbeiten.
Bei den LWL aus deinem VEBEG Angebot darf man damit rechnen, dass keine Stecker montiert sind. Das scheint alles reine Trommelware zu sein. Für Deine Belange hat das Material also keinen Wert.

Ich gehe bei Dir von Netzwerk aus. 1 GBit/s - da brauchst du für 600 Meter auf jeden Fall Singlemode LWL und entsprechende SFPs.

Fertig konfektionierte Außenleitungen 500 Meter mit 2 Fasern und duo LC Steckern mit Einziehschutz an beiden Seiten kosten rund 350 Euro netto. für Deine 600 Meter solltest Du dann vielleicht noch mit maximal 50 Euro mehr kalkulieren.

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Elt-Onkel
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Re: Netzwerkkabel

Beitrag von Elt-Onkel » Dienstag 12. März 2019, 20:39

Hallo,

ja, es ist alles Trommelware.

Das Einkleben der Stecker habe ich mir angesehen.

Gestern kam noch die Information, daß man Glasfaser auch Schweißen kann.
Dann kommen die eingeklebten Stecker mit einer Armlänge Faser.
Es soll dann so sein, daß die Anschlußstücke an die Meterware Angeschweißt werden.

Kennt das System jemand ?



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Tobi P.
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Re: Netzwerkkabel

Beitrag von Tobi P. » Dienstag 12. März 2019, 21:03

Moin,

ja, das ist handelsübliches Fusionsspleissen - notwendige Ausstattung wie Spleissgerät und Messtechnik liegt im deutlich fünfstelligen Bereich. Die geklebten Stecker sind hierbei aber besser da der Spleiss trotz Spleissschutz immer eine Schwachstelle bleiben wird. Wir haben bei uns im Unternehmen eigene Spleisser bzw. LWL-Spezis die mit dem Thema jahrelange Erfahrung haben, die raten durchgehend zu geklebten Steckern. Ein Fusionsspleiss ist eher was für LWL-Muffen oder Patchfelder aber nichts für was bewegtes.


Gruß Tobi

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Re: Netzwerkkabel

Beitrag von Apostoli » Mittwoch 13. März 2019, 10:56

Das Einkleben der Faser in den Stecker darf man aber nicht unterschätzen. Man benötigt viele verschiedene Spezialwerkzeuge, Geduld und Übung.
Ich war mal jung und naiv, wollte LWL selber konfektionieren und habe ein ziemlich teures Set von Telegärtner gekauft. Ganz ehrlich, von 50 Steckern, die ich zum Üben montiert habe, war keiner gut. Die Faser muss vorbehandelt werden und nach dem brechen/kleben muss die Faser und Steckeroberfläche perfekt poliert werden. In den bezahlbaren Montagesets sind für die Schleif-/Polierarbeiten nur manuelle Schleifteller und -hilfsmittel enthalten. Im professionellen Bereich poliert eine Maschine.

Und das war bei 50µm Multimode. Für Dein vorhaben brauchst du 9µm Singlemode - da sind die Anforderungen nochmal höher.

Es gäbe noch eine Variante mit Spezialsteckern für schnelle Reparaturen.
Dort ist ein kurzes Stück Faser im Stecker vormontiert, die Steckerfläche fertig poliert und die ankommende Faser wird von hinten in den Stecker geschoben. Die beiden Faserenden stehen sich dann exakt gegenüber und sind von einem gel umgeben, welches die optischen eigenschaften dieser Trennstelle optimiert.

https://www.aflglobal.com/Products/Fibe ... s_(1).aspx

Das Problem: Die ankommende Faser muss ebenfalls gut vorbereitet werden. Sie muss z.B. exakt abgeschnitten werden. Das Werkzeug hierfür kostet mehrere hundert Euro. (Manchmal findet man sie gebraucht auf ebay für 150 Euro - stumpf und prinzipiell unbrauchbar...)

Diese Sorte Stecker hat natürlich auch eine deutlich schlechtere Dämpfung, als "richtig" montierte Stecker.

Wenn Du also niemanden in Deinem Freundes-/Bekantenkreis hast, der täglich Fasern in Stecker klebt wird es wohl eher nichts mit den Fasern aus dem Angebot.

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Tobi P.
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Re: Netzwerkkabel

Beitrag von Tobi P. » Mittwoch 13. März 2019, 12:48

Moin,

allein ein vernünftiges Fasermikroskop für die Endflächenkontrolle kostet schon nen guten Tausender. Dazu Stripper, Anritzer, Schleif -u. Poliermittel und und und. Lass es machen, das lohnt nicht für ein paar Kabel.





Gruß Tobi

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