Produktwarnung ABB FI

In dieses Forum gehört alles, was sich mit dem Titel vereinbaren lässt
ego11
Null-Leiter
Beiträge: 1720
Registriert: Sonntag 12. November 2006, 21:40
Wohnort: Köln

Beitrag von ego11 » Dienstag 4. September 2007, 13:42

Möchte hier noch mal erinnern das die defekten Geräte allesamt "Made in Germany" sind.

Das Zeitfenster in der defekte Geräte angeboten wurden, ist wohl nur deshalb geschlossen weil die Produktion dicht gemacht wurde, und die FI jetzt aus Italien kommen.

Ego, der ansich mit ABB Produkten zufrieden ist, und auch weiter montiert.

Automatisierer

Beitrag von Automatisierer » Donnerstag 6. September 2007, 21:01

ego11 hat geschrieben:Möchte hier noch mal erinnern das die defekten Geräte allesamt "Made in Germany" sind.
Genau das ist das Problem: Die Geräte kommen nicht aus Deutschland. Vielmehr wurde in einer ausländischen Fertigung ein Schmiermittel eingesetzt, das möglicherweise im Laufe der Jahre seine Viskosität ändert. Und so kann die sehr empfindliche Mechanik des FI allmählich "verharzen". Folgerichtig lassen sich die angebenen FI-Auslösewerte nicht mehr garantieren. Und genau das war der Grund für die Produktwarnung.

jf27el
Null-Leiter
Beiträge: 4299
Registriert: Donnerstag 2. August 2007, 09:10
Wohnort: BW

Das heisst alle raus ?

Beitrag von jf27el » Donnerstag 6. September 2007, 21:15

Es ist also wie vor einigen Jahren mit dem Schloßmaterial, das sich verändert und müßte bedeuten, dass alle ausgetauscht werden müßten!

verd1

ABB will doch aber nur eine Messung:schimpf:

gruß
jf27el

Automatisierer

Beitrag von Automatisierer » Donnerstag 6. September 2007, 21:16

Nachtrag
Elektriker, die solche FIs beim Kunden eingebaut und trotz Produktwarnung nicht ausgetauscht haben, haften übrigens für evtl. entstehende Schäden. Und dies, obwohl ja der Hersteller den Mist verzapft hat. Aber so sind die Gesetze... :(

Automatisierer

Beitrag von Automatisierer » Donnerstag 6. September 2007, 21:25

jf27el hat geschrieben:Es ist also wie vor einigen Jahren mit dem Schloßmaterial, das sich verändert und müßte bedeuten, dass alle ausgetauscht werden müßten!
Ich bin zwar kein Jurist, aber im Prinzip müssen alle "verdächtigen" FIs raus:
Der ep schrieb: "ABB Stotz-Kontakt stellte bei der Analyse reklamierter Geräte fest, dass es bei Fehlerstromschutzschaltern der Baureihen F200, F360 und F370, die zwischen Januar 2003 und Mai 2005 hergestellt wurden, teilweise zu erhöhten Auslöseströmen kommen kann..."

lötfix

Beitrag von lötfix » Donnerstag 6. September 2007, 22:09

jf27el hat geschrieben:ABB will doch aber nur eine Messung:schimpf:
Mit der Messung und diesem Magneten sollst Du erstmal feststellen, ob der FI überhaupt betroffen ist. Es gibt bei den kritischen Baureihen nämlich auch FIs mit guter Schmierung aus der Heidelberger Fertigung bei Stotz. Die machen keine Probleme.

jf27el
Null-Leiter
Beiträge: 4299
Registriert: Donnerstag 2. August 2007, 09:10
Wohnort: BW

Beitrag von jf27el » Freitag 7. September 2007, 11:44

lötfix hat geschrieben:Mit der Messung und diesem Magneten sollst Du erstmal feststellen, ob der FI überhaupt betroffen ist. Es gibt bei den kritischen Baureihen nämlich auch FIs mit guter Schmierung aus der Heidelberger Fertigung bei Stotz. Die machen keine Probleme.
Genau hierin besteht mein Problem.

Solange ich nicht begreife, wie der Magnet auf den Schmierstoff wirkt, bzw. eine reelle Aussage gibt, welche Baureihe das ist, muss ich doch von der Annahme ausgehen, dass der FI momentan gerade noch funktioniert, aber in 14Tagen schon so verharzt sein könnte, dass die Funktion eingeschränkt ist.

Dann bin ich von ABB nur mit in die Haftung genommen worden, dann habe ich gemessen!

Der Fehler den ich von früher kenne war in etwa wie folgt:

Ein Teil des FI Schlosses wurde aus Kunstoff gefertigt.
Ausgangskontrolle einwandfrei.
Nach einiger Zeit (Materialermüdung) wurde durch Schieber eine kleine Vertiefung in den Kunststoff gedrückt.
FI hatte beim Erstauslösen bis zu 3x In.
Die zweite Messung war einwandfrei. (Schieber stand nicht mehr genau in der Vertiefung)

Für mich entscheidend, die Erstauslösung- weil im Fehlerfall ja nicht vorher die Auslösung geprüft wird.
Sehr schwer nachweisbar!!! (Reduktion der Fehlerhäufigkeit durch Auslösen 1xmon) Fehler tritt auch nur nach längerer Zeit auf.

Deshalb meine Impertinenz!

Soll ich nur in der Haftung beteiligt werden?
"Versteckter Langzeitfehler" und Pseudomessung durch Installateur?
Sicherheitsrelevantes Bauteil und Standzeit? Gefahrenübergang.

sind für mich offene Fragen, solange ich nicht den technischen Sachverhalt überschauen kann.

Gruß
jf27el
..................................................
Stotz muss zugute gehalten werden, dass der Fehler behoben werden soll.
Andere hätten ihn verschwiegen und nur Haftpflichtversicherung abgeklärt.

ego11
Null-Leiter
Beiträge: 1720
Registriert: Sonntag 12. November 2006, 21:40
Wohnort: Köln

Beitrag von ego11 » Freitag 7. September 2007, 12:52

Ich begreife auch nicht warum ABB nicht mit offenen Karten spielt und klipp und klar sagt warum der Fehler auftritt bzw. wie dieser entsteht.

Für einen Weltkonzern eher jämmerlich, bzw. zeigt wieviel man von den ausführenden Installateuren hält und wieviel eigenes denken man ihnen zutraut. Warum sonst sollte man sieh so künstlich dumm halten?

Und die Geschichte mit dem Magneten hat doch eher was von Vodoo!


Fakt: Auch nach Monaten weis keiner so genau was überhaupt vor sich geht, bzwe. was den Fehler verursacht, dementsprechend ernst wird die Geschichte auch genommen. Die geringe Prüfquote spricht für sich.

Zitteraal
Beiträge: 3341
Registriert: Dienstag 10. Februar 2004, 13:40

Beitrag von Zitteraal » Freitag 7. September 2007, 13:12

Ganz so einfach ist die Geschichte für ABB nicht, die Firma steht sehr wohl bei einem Schadensfall auf Grund mangelhafter FI-Produktqualität in der Haftung. Zumindest dann, wenn der Installateur ein Prüfprotokoll der betreffenden Anlage vorweisen kann. Denn damit ist der Installateur seinen Pflichten vollständig nachgekommen.

Einerseits gilt der Erbauer der Anlage als Hersteller, andrerseits gibt es da ja noch das Produkthaftungsgesetz.

Auf jeden Fall wird ein aus dieser Sache entstandener Straf- bzw. Zivilprozess mit Sicherheit äusserst interessant. :rolleyes:

Zitteraal
Beiträge: 3341
Registriert: Dienstag 10. Februar 2004, 13:40

Beitrag von Zitteraal » Freitag 7. September 2007, 13:15

ego11 hat geschrieben:Ich begreife auch nicht warum ABB nicht mit offenen Karten spielt und klipp und klar sagt warum der Fehler auftritt bzw. wie dieser entsteht.

Für einen Weltkonzern eher jämmerlich, bzw. zeigt wieviel man von den ausführenden Installateuren hält und wieviel eigenes denken man ihnen zutraut. Warum sonst sollte man sieh so künstlich dumm halten?

Und die Geschichte mit dem Magneten hat doch eher was von Vodoo!


Fakt: Auch nach Monaten weis keiner so genau was überhaupt vor sich geht, bzwe. was den Fehler verursacht, dementsprechend ernst wird die Geschichte auch genommen. Die geringe Prüfquote spricht für sich.
Und was ändert Dein Posting nun an der Sachlage?

Weshalb die FIs fehlerhaft sind spielt keine Rolle,.....sie sind es eben.

Antworten