Strom auf Potentialausgleich zwischen UV und PAS

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Fluttershy
Null-Leiter
Beiträge: 5
Registriert: Sonntag 17. Dezember 2023, 14:25

Strom auf Potentialausgleich zwischen UV und PAS

Beitrag von Fluttershy »

Hallo zusammen,

mir ist letztens durch Zufall aufgefallen, dass über den Potentialausgleich einige Ampere fließen.

Folgendes Setup:
- vom VNB kommt TN-C-Netz
- im HAK ist der PEN mit 1x16qmm mit der PAS verbunden
- vom HAK zum Zählerschrank geht 4x16qmm NYM-J
- im Zählerschrank wird der PEN aufgeteilt (TN-S ab hier)
- vom Zählerschrank geht es mit 5x10qmm zu einer UV ab
- in der UV ist ein ÜSS Kombiableiter, weil es dort nach draußen abgeht (Garage)
- dort bekommt der ÜSS zusätzlich zum PE eine eigene Leitung 1x16qmm zur PAS

Ich messe zwischen 1A und 6A auf der Leitung zwischen der PAS und der UV. Der Strom ist abhängig von dem Strom auf dem Neutralleiter. Bei fast symmetrischer Last habe ich keinen Strom auf dem PA.

Meine Vermutung ist, dass ein Teil des Neutralleiterstroms über den PEN-Leiter zwischen Zählerschrank und HAK geht, aber ein Teil auch über den PE zur UV und dort über die PAS zum PEN im HAK läuft und ein Teil über den Fundamenterder läuft.

Hier mal kurz hingekritzelt:
Bild

Ist das ein Problem, wie es aktuell ist und müsste das geändert werden?
Wenn ich die PEN-Aufteilung im HAK hätte, dann hätte ich keinen Strom auf dem PA zwischen UV und PAS, korrekt?
Dann hätte ich aber immer noch einen Strom zwischen HAK und Fundamenterder, weil ein Teil des Neutrallleiterstroms zwischen Fundamenterder und dem geerdeten Sternpunkt des Trafos über Erde fliesst.
DBY656
Null-Leiter
Beiträge: 948
Registriert: Freitag 28. September 2007, 20:56

Re: Strom auf Potentialausgleich zwischen UV und PAS

Beitrag von DBY656 »

Das ist ein ganz normaler Zustand in einem TN-C-Netz. Je niederohmiger die Erdung umso größer der Stromanteil darüber.

Wenn man mit einem Oszillosok und einer Strommesstechnik für höhere Frequenzen rangeht, wird man nur selten einen sinusförmigen Strom finden.
Differenzstrom HAK Zuleitung von VNB
Differenzstrom HAK Zuleitung von VNB
Letztes Wochenende mitten in der Nacht direkt am Hausanschluss gemessem, die Messchleife um das Einspeisekabel gelegt.

Gruß Markus
Dipol
Null-Leiter
Beiträge: 410
Registriert: Sonntag 10. Januar 2010, 19:04
Wohnort: Nahe Stuttgart

Re: Strom auf Potentialausgleich zwischen UV und PAS

Beitrag von Dipol »

DBY656 hat geschrieben: Samstag 3. Februar 2024, 20:46 Das ist ein ganz normaler Zustand in einem TN-C-Netz. Je niederohmiger die Erdung umso größer der Stromanteil darüber.
Dass zwischen der UV und der MET/HES ein zweiter PEN-Leiter mit 1-6 A dargestellt ist, kommt mir als Fernsehschrauber seltsam vor. Nach Adam Ries kann dann aber nicht auf dem Erdungsleiter vom Gebäudeerder zur MET/HES sowie darüber zum HAK der gleiche Strom mit 0,5 - 3 A fließen.

Zur Art der PEN-Aufteilung im Zählerschrank + dem zweiten PEN zwischen UV und MET lasse ich den Starkstromern den Vortritt.
laut&hell
Null-Leiter
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Registriert: Samstag 23. Februar 2019, 21:22

Re: Strom auf Potentialausgleich zwischen UV und PAS

Beitrag von laut&hell »

Moin,

Über deinen Fundamenterder laufen ja auch Ströme durch unsymmetrische Belastung von außerhalb, sofern deine Erdverbindung im Verhältnis zum VNB-PEN hinreichend niederohmig ist (bzw. die N-Ströme entsprechend hoch sind).

Mir erscheint es daher logisch, dass die Verbindung vom HAK zur HES weitestgehend unabhängig von deiner Belastung ist (da hängen die Ströme weitestgehend von äußeren Einflüssen ab), während die Verbindung von UV zur HES stark von deiner hausinternen Belastung abhängt (die von außen eingetragenen Ströme fließen wohl nicht in nennenswerte Maße bis zur UV-Verbindung aufgrund der verhältnismäßig hohen Widerstände durch).

Bei Typ 1 Ableitern bzw. Entsprechenden Kombiableitern von Dehn ist es meinem Verständnis nach (und so auch in den meisten Anwendungsabbildungen zu sehen) auch so vorgesehen, dass sowohl der lokale PE wie auch eine Direktverbindung zur HES anzuschließen sind. Da die beiden Anschlüsse im Ableiter intern aber verbunden sind widerspricht das dem Prinzip, solche Verbindungen möglichst rein sternförmig aufzubauen, da eine weitere Verbindung geschaffen wird.

Also so wie ich es sehe eigentlich alles richtig (außer dass der PEN idealerweise schon im HAK aufgetrennt wird), zur Thematik des Ableiter-Anschlusses würde mich aber auch die Lösung interessieren...
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