H07V-R ohne Isolierung

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Elt-Onkel
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H07V-R ohne Isolierung

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,

für die Verdrahtung von Schaltanlagen gibt es u.a. Lamellenband.

Das Lamellenband hat aber dort sein Ende, wo in zwei Richtungen gebogen werden muss.
Als Behelf tordiert man das Band, und bringt dann den zweiten Bogen an.
Bei größeren Querschnitten liegen dann die beiden Bögen ziemlich weit auseinander.
Daher haben wir gestern etwas anderes ersonnen:
Wie wäre es eigenes H07V-U mit parallelen Einzeldrähten zu erschaffen ?
Dann eine verschiebbare Fixierung drüber.
Anschließend biegen.
Also ein H07V-R, wo die Einzeldrähte nicht tordiert sind.
Das müsste relativ einfach zu machen sein, weil sich die Einzeldrähte ja gegeneinander verschieben können.
Nach vollendeter Formgebung zwei Lagen Schrumpfschlauch drüber und Kabelschuhe aufpressen.
Hat wahrscheinlich noch nie jemand gemacht.
Wer aber schonmal H07V-R in 150 mm² 'um die Ecke' hat biegen wollen, weiß was ich meine.
Allein das Rückfedern nach erfolgter Biegung ist lästig.
Das liegt an der Verseilung der Einzeldrähte.

Frage:
Woher bekommt man Cu-Einzeldraht ohne Isolierung auf Rolle in 4mm² oder 6mm² ?


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Wulff
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Re: H07V-R ohne Isolierung

Beitrag von Wulff »

Ähmm... H027V-U?

H07V-U ist starre EInzelader. In 150mm²? Das ist schon ein Kupferstab mit ~ 14mm Durchmesser. Gibt es so etwas überhaupt?

Ich nehme an, du meinst H07V-K (Feindrähtig...)


Ansonsten: NSGAFöu? ist feinstdrähtig..., Biegeradius ca 110mm

Wenn das nicht passt: Anlage größer planen!


Elt_Onkel, der das Rad mal wieder neu erfindet... help1
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Elt-Onkel
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Re: H07V-R ohne Isolierung

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,

H07V-R sind die Adern, die im NYY drin stecken.
Die sind bei 150 mm² mehrdrähtig. (*)

Die Grenze liegt bei 16 mm².
Da kann der Hersteller selbst entscheiden, ob eindrähtig, oder mehrdrähtig.

In der Anlage, um die es geht sind Biegeradien erforderlich, wie sie bei Lamellenband üblich sind.
Also weit unter 110 mm.


...

(*) Bei NAYY sind die 150 mm² (fast immer) eindrähtig.
Da habe ich schon erfolgreich Biegeradien von 30 mm (von Hand) für eine Spule einer Trafowicklung erzeugt.
Technisch also möglich.
tm90
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Re: H07V-R ohne Isolierung

Beitrag von tm90 »

Warum nimmst du nicht einfach Kupferseil?

https://shop.faberkabel.de/Starkstromka ... 12248.html
ego11
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Re: H07V-R ohne Isolierung

Beitrag von ego11 »

H07V-U ist wie immer aus einer starren Ader gefertigt.

Was du offenbar meinst ist H07V-R. (Mehrdrähtig)

Der Fachmann benutz in Schaltanlagen allerdings H07V-K in feindrähtig.


Edit Elt-Onkel: Schreibfehler berichtigt.
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Elt-Onkel
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Re: H07V-R ohne Isolierung

Beitrag von Elt-Onkel »

Moin Männer,

also die Idee mit dem Kupferseil ist ja schon mal ein Wegweiser.
Daran hatte ich nicht gedacht.

Der 'Fachmann' verwendet H07V-K in 150 mm², wenn man große Biegerden möglich machen kann.
Genauso, wie Lamellenband, kann man (jetzt neu) Kupferseile 'um die Ecke' biegen,
und sie bleiben dann auch in ihrer Geometrie so liegen.
(Kräfte von Kurzschlußströmen mal aussen vor.)

Also wenn des die Bündellösung wird, werden es jetzt Kupferseile !

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Elt-Onkel
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Re: H07V-R ohne Isolierung

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,

inzwischen gibt es einen dritten Weg.

Man muss nur hinreichend lange nachdenken.
Dann wird's was.

Wir stanzen aus 0,5mm Cu - Blechen die Geometrie aus.
Das liefert die Form in x-y Richtung.
In Z-Richtung wird das selbst erzeugte Lamellenpaket vor Ort gebogen.

So erzeugt man eine Geometrie, die in allen Richtungen variabel ist.


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Trumbaschl
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Re: H07V-R ohne Isolierung

Beitrag von Trumbaschl »

ego11 hat geschrieben: Dienstag 16. Mai 2023, 19:58 H07V-U ist wie immer aus einer starren Ader gefertigt.

Was du offenbar meinst ist H07V-R. (Mehrdrähtig)

Der Fachmann benutz in Schaltanlagen allerdings H07V-K in feindrähtig.
Wenn ich die Anfrage richtig verstehe, wollte er aus blanker Cu-Einzelader 4 oder 6 mm2 und Schrumpfschlauch sein eigenes H07V-R 150 mm2 bauen.
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Elt-Onkel
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Re: H07V-R ohne Isolierung

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,

das hätte dann so ähnlich funktioniert, wie in der Automobilindustrie das Fertigen von Kabelbäumen.

Man baut (im Raum) Fixpunkte, und legt z.B. 25 Einzeldrähte zu je 6mm² 'in Form'.
Anschließend mit Isolierband umwickeln, damit alles hübsch zusammen bleibt.
Dann aus dem Gestell nehmen.
Zum Schuß mit Schrumpfschlauch isolieren.

Da wären dann nur die zulässigen Biegeradien von nacktem 6 mm² Draht zu beachten.
(Wobei, wenn ich mir die Verarbeitung von Sammelschienen betrachte, die Elektrotechniker da sehr schmerzfrei sind.)

Nachfolgend mal ein Foto, wo sich bei Betrachtung durch einem Materialkundler 'die Fußnägel aufrollen'.

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Sammelschiene_ums_Eck.jpg
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Aber nun scheint der Weg über das Ausstanzen von Kupferblechen in 0,5mm zielführender zu sien.


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Elt-Onkel
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Re: H07V-R ohne Isolierung

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,

der erste Prototyp:
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Lamellenband_Winkel.JPG
.

Durch den Schattenwurf macht es den Eindruck, dass die Kanten wellig sind.
Dem ist aber nicht so.


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