Temperatur des Kabels

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E-Jens
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Re: Temperatur des Kabels

Beitrag von E-Jens »

Hallo,

es geht um dieses Bild. Mir stellte sich dabei die Frage, wie bei so langen Abschaltzeiten sicher gestellt ist, dass das Kabel keinen Schaden nimmt.
Üblicher Weise wird so dimensioniert, dass mit einer schnellen Abschaltung auch große Kurzschlussströme sicher abgeschaltet werden und das Kabel somit geschützt ist.

Abschaltzeiten.JPG
Gruß Jens
igor
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Re: Temperatur des Kabels

Beitrag von igor »

Elektromann hat geschrieben: Freitag 23. September 2022, 08:03 Nur zum Verständnis, über welche Ströme reden wir den? <20A / <100A / <1kA < 100kA / < 1000kA
die Kollegen haben ja, wie immer, schon viele gute fachlich korrekte Beiträge gebracht, aber bei größeren Leistungen wird häufig auch noch mit Nebenbedingungen gearbeitet...
Für alle Ströme, die zwischen größer Prüfstrom und Auslösung beim Kurzschluss sind. Also beim Leistungsschalter 1000A und mit unverzögertem Auslöser bei 10 kA -- alles ab 1300 A bis 12000 A (wenn größte Prüfstrom 1,3In ist und unverzögerte hat Toleranz 20%).
MOMA2
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Re: Temperatur des Kabels

Beitrag von MOMA2 »

Allgemein:
Für die vor unzulässigem Strom zu schützenden Betriebsmittel
– z. B. Kabel – ist die Gesamtenergie entscheidend,
welche durch das, vor dem Betriebsmittel vorgesehene, Schutzorgan durchgelassen wird.

Belastbarkeit von Kabeln und Leitungen
Bei der Belastung der Kabel und Leitungen ist der Querschnitt so zu wählen,
dass die Belastung Ib selbst unter ungünstigen Bedingungen an keiner Stelle
und zu keinem Zeitpunkt die zulässige Belastbarkeit überschreitet; Ib ≤ Iz.
Dadurch wird sichergestellt, dass die zulässige Betriebstemperatur,
d.h. die höchste zulässige Temperatur am Leiter, zu keinem Zeitpunkt überschritten wird.

Werden Leiterquerschnitt und Strombelastbarkeit aus den Tabellen
der DIN VDE 0276-603 oder DIN VDE 0298-4 ermittelt, so gilt die Forderung als erfüllt.

Die Erwärmung, und damit die Strombelastbarkeit eines Kabels oder einer Leitung, sind abhängig von:
Nennquerschnitt und Leitermaterial, Kabel- oder Leitungsbauart, Verlegebedingungen, Umgebungsbedingungen, Betriebsart.

Koordinierung zwischen Leitern und Schutzeinrichtungen zum Schutz bei Überlast (VDE 0100-430)
Zuordnungsbedingungen
Bei der Zuordnung der Überstromschutzeinrichtungen zum Schutz von Kabeln,
Leitungen und Stromschienen bei Überlast sind zwei Bedingen zu erfüllen:

Ib ≤ In ≤Iz Bedingung 1 (Nennstromregel)
I2 ≤ 1,45 Iz Bedingung 2 (Auslöseregel)

IB Betriebsstrom des Stromkreises (bei ungestörten Betrieb)
IN Nennstrom der Schutzeinrichtung
(bei einstellbaren Überstromschutzeinrichtungen ist In der einstellte Wert)
Iz zulässige Strombelastbarkeit des Kabels (siehe DIN VDE 0276-1000)
oder der Leitung (siehe DIN VDE 0298-4)
I2 Strom, der eine Auslösung der Schutzeinrichtung unter den in den Gerätebestimmungen (DIN VDE 0636, DIN VDE 0641 und DIN VDE 0600)
festgelegten Bedingungen sicherstellt (Auslösestrom)

Wenn Überstrom-Schutzeinrichtungen verwendet werden,
für die nach den Gerätebestimmungen
I2 ≤ 1,45 Iz gilt, so geht die Auslöseregel in folgende Gleichung über: Ib ≤ Iz.
Überstromschutzeinrichtungen, die die Bedingung I2 ≤ 1,45 Iz erfüllen, sind zum Beispiel:
NH-Sicherungen der Betriebsklasse gG mit Nennströmen 16A,
NH-Sicherungen der Betriebsklasse gTr,
D- und D0-Sicherungen mit Nennströmen über 10 A,
Leitungsschutzschalter, Leistungsschalter.

Quellen: VDE-Schriftenreihen 106/143
E-Jens
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Re: Temperatur des Kabels

Beitrag von E-Jens »

dank1 MOMA2,

demnach benötigt es keine weiteren Betrachtungen, wenn die Nennstromregel und die Auslöseregel erfüllt sind.
So, ich muss jetzt die VDE-Schriftenreihen 106/143 lesen.
Gruß Jens
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