Merkwürdige Kapazitätsmessung

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h1723c
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Merkwürdige Kapazitätsmessung

Beitrag von h1723c »

Hallo Zusammen,
Ich versuche, den Verlauf einer 1.5mm^2 NYY-Leitung zu verfolgen, leider ist nichts dokumentiert. Ich habe mal die Kapazität zwischen den Adern gemessen und folgende Werte erhalten: N-L: 4.24nF; PE-L: 4.25nF; N-PE 3.6nF. Hat jemand eine Idee, wie es sein kann, dass der Wert zwischen N-PE deutlich niedriger ist als die anderen beiden Werte?
froebel88
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Re: Merkwürdige Kapazitätsmessung

Beitrag von froebel88 »

Leitung unterwegs beschädigt? Platt gehauen bei verlegen oder angebohrt?
Bzgl. Verfolgung: Mal mit nem Signalgenerator+Suchgerät versucht?
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Elektromann
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Re: Merkwürdige Kapazitätsmessung

Beitrag von Elektromann »

Hallo, froebel hat ja schon die Grundfrage beantwortet. Aber Grundsätzlich ist bei solchen Fragestellungen (Länge od. Qualität des Kabels) nicht nur C sondern auch R und L hilfreich. Das Messgerät sollte 4 Leiter Messmethode verwenden. Sonst hilft oft auch noch mit einem Kondensator einen Einheitssprung (Signalsprung) zu erzeigen und die Wellenreflektion mit einem halbwegs guten Oszi zu messen... Die Kapazität ist oft eine schwierige Messgröße, Feuchtigkeit und die Nachbarschaft zu anderen Leitungen usw... Es gibt natürlich auch die "harte Methode" ... siehst Du erst den rauch aufsteigen, wird sich auch der Fehler zeigen.... ich mag die anderen Methoden lieber mm:1
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis, ist in der Theorie geringer als in der Praxis old-man1
E-Jens
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Re: Merkwürdige Kapazitätsmessung

Beitrag von E-Jens »

Hallo,

Grund für die unterschiedlichen Messwerte muss nicht unbedingt ein Fehler sein. L kann auch einfach nur länger sein. So wie es häufig bei Beleuchtungsstromkeisen anzutreffen ist.
Gruß Jens
h1723c
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Re: Merkwürdige Kapazitätsmessung

Beitrag von h1723c »

Vielen Dank für die Anregungen! Ich werde mal schauen, wie weit ich komme.

Das ganze ist insgesamt merkwürdig, das Kabel endet an einer Stelle fünfadrig und an zwei anderen Stellen dreiadrig, und ich kann beim besten Willen keine Klemmstelle finden. Das fünfadrige Kabel scheint direkt in die Erde zu gehen und vermute daher eine Muffe in der Erde, was auf eine Planung von Anfang hindeutet, andererseits scheint mir diese Installation viel zu provisorisch. Ich werde, sobald ich alles durchgemessen habe, mal eine Skizze machen und hier einstellen, ich kann mir auf das ganze keinen Reim machen.
h1723c
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Re: Merkwürdige Kapazitätsmessung

Beitrag von h1723c »

So, gestern Abend habe ich ein paar Widerstandsmessungen gemacht und wurde wieder überrascht. Die Werte scheinen für mich so, als wäre der Klemmpunkt nicht bei Punkt B auf meiner Skizze, sondern in einiger Entfernung davon. Ich beschreibe mal die Situation, vielleicht hat jemand sowas schonmal gesehen.

Das ganze ist auf einem Privatgrundstück mit Wohnhaus. Es gab dort einen elektrischen Torantrieb für das Hoftor. Der Torantrieb ist schon uralt und die Steuerung ist schon seit mindestens 15 Jahren ausser Betrieb. Die Platine habe ich im ausgebauten Zustand mal gesehen und habe ein Foto davon (müsste ich mal raussuchen), die Platine ist aber längst entsorgt. Es war dort alles auf Italienisch beschriftet. Diese Platine war in dem dem Haus näheren Torpfosten montiert. Von diesem Torpfosten gehen drei 3-Adrige NYY-Kabel in die Erde. Leider konnte ich nicht sehen, ob/wie die Platine im eingebauten Zustand mit diesen drei Kabeln verbunden war. Die Platine hatte auch noch ein Funkmodul von Dorma draufgeschraubt, so dass die primäre Torsteuerung vermutlich per Fernbedienung erfolgte. Das eine NYY-Kabel ist vermutlich die Zuleitung, allerdings konnte ich das andere Ende in der UV nicht finden. Laut Kapazitätsmessung müsste dieses Kabel ca. 15 Meter lang sein. Ich habe mit einem Messband gemessen, wie die Entfernung von Torpfosten zum Hauseingang/UV ist und komme da auch auf ca. 15 Meter. Das könnte also passen. Die zweite NYY-Leitung geht zum anderen Torpfosten, um den Motor anzusteuern. (Die hätte eigentlich vieradrig sein müssen, hatte man aber wohl grad nicht da und dann den PE-Leiter umfunktioniert und sich spontan ein bisschen Erde direkt neben dem Tor aus der Erde geholt.)

So und dann gibt es noch eine dritte NYY-Leitung. Die geht vom Torpfosten ebenfalls in die Erde und kommt an zwei anderen Stellen wieder hervor. Und zwar einmal ca. 6.4m Entfernt (mit Messband gemessen) direkt vor dem Haus, an der Süd-Ost-Ecke. Von dort geht sie dann einen Meter ums Haus (die Pflanzen wachsen schön zwischendrin) und wieder in ein Leerrohr die Hausfassade hoch zu einer Türsprechkamera. Etwas zu lang entmantelt, so dass die Adern ca. 10 cm freiliegend waren, bis sie in die IP54-geschützte Dose der Kamera gingen. Auf den ersten Blick gar nicht gut zu erkennen, da sie alle drei schön weiss übertüncht waren. Muss mal gucken, habe bestimmt ein Foto davon.

Die zweite Stelle ist ca. 16 Meter von der Kamera entfernt, und zwar in einer kleinen Abzweigdose in der Garage. Dort aber als NYM und fünfadrig. Wo die beiden anderen Adern hingehen, bzw. wo die Klemmestelle ist, wo das 5-Adrige auf das 3-Adrige kabel übergeht, konnte ich noch nicht herausfinden. Auf jeden Fall sind N,L und PE der drei Stellen, in der Garage, an der Kamera und im Torpfosten miteinander niederohmig verbunden.

Meine erste Idee war, dass die Kamera vom Torpfosten aus mit gespeist wird. Aber warum dann die Verbindung in die Garage? Nun befindet sich in der Klemmdose auch noch eine fünfadrige Leitung, die an einem Schalter vor der Garage endet. Daher war meine Vermutung, dass der vielleicht mal dazu gedient hat, einen Steuerbefehl zu geben, das Tor zu öffnen. Aber, dann hätte eine dreiadrige Leitung zum Torpfosten ja nicht ausgereicht. Das macht also keinen Sinn. Die nächste Idee wäre, dass sowohl die Kamera als auch das Tor von der Garage aus gespeist werden. Aber: Das Tor ist 15m von der UV weg, die Garage vom Kabelverlauf ist dagegen der Ort mit der höchsten Schleifenimpedanz im Haus, warum also sollte man diesen Umweg gehen? Das macht also auch keinen Sinn. Tatsache ist: Ich kann mir nicht erklären, wozu dieses Kabel in dieser Konstellation. Und: wo endet das 15m lange Kabel in dem Torpfosten? In der UV habe ich lang und breit gesucht und nichts gefunden. Ob das ganze je funktioniert hat? Weiss ich nicht.

Ich hänge mal eine Skizze mit den Widerstandsmessungen an. Punkt A ist die Garage, Punkt B vor dem Haus, bei der Kamera, Punkt C ist der Torpfosten, wo die Elektronik eingebaut war. Ich hatte leider kein Messgerät mit Vierleitermethode da. Ich habe immer die Schleife gemessen, jeweils alle Adernpaare um Fehler bei der Messung ein bisschen unwahrscheinlicher zu machen.

Ich hoffe, ich habe das halbwegs verständlich beschrieben ;-)
widerstandsmessung.png
tm90
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Re: Merkwürdige Kapazitätsmessung

Beitrag von tm90 »

Moin,

möchtest du die Leitungen wieder in Betrieb nehmen oder ist das nur aus Interesse?
Leider kann man bei alten Installationen schwer wissen, wie das alles vorher aufgebaut war oder was sich der Künstler dabei dachte.
h1723c hat geschrieben: Dienstag 30. August 2022, 13:13 Aber warum dann die Verbindung in die Garage?
Da es sich hier scheinbar nicht um das Werk einer EFK (Kein NYY) handelt, wird da wohl was gebastelt worden sein. Vielleicht war vorher kein Licht in der Garage und das war die einzige Leitung in der Nähe oder ein Aufnahmegerät von der Kamera wurde da montiert oder eine zweite Kamera wurde in der Garage montiert. Da kann man viel Mutmaßen rad2
h1723c
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Re: Merkwürdige Kapazitätsmessung

Beitrag von h1723c »

tm90 hat geschrieben: Mittwoch 31. August 2022, 08:09 möchtest du die Leitungen wieder in Betrieb nehmen oder ist das nur aus Interesse?
Ich fände es schön, am Torpfosten wieder Strom zu haben, *falls* es eine direkte Leitung zur UV gibt, die nur noch nicht gefunden wurde. Dann könnte man ein neues Tor einbauen oder auch noch ein Kabel für eine Aussenbeleuchtung abzweigen. Der Rest ist nur aus Interesse.
tm90 hat geschrieben: Mittwoch 31. August 2022, 08:09
h1723c hat geschrieben: Dienstag 30. August 2022, 13:13 Aber warum dann die Verbindung in die Garage?
Da es sich hier scheinbar nicht um das Werk einer EFK (Kein NYY) handelt, wird da wohl was gebastelt worden sein. Vielleicht war vorher kein Licht in der Garage und das war die einzige Leitung in der Nähe oder ein Aufnahmegerät von der Kamera wurde da montiert oder eine zweite Kamera wurde in der Garage montiert. Da kann man viel Mutmaßen rad2
Not sure. Die Garage hat Strom und Licht, alles als NYM direkt von der UV aus dem Haus. Nur der von mir beschriebene Teil ist ausser Betrieb.
tm90
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Re: Merkwürdige Kapazitätsmessung

Beitrag von tm90 »

Da wird wohl nur der Spaten das Rätsel lösen inocc1
Ich habe erst vor kurzen wieder ein durch eine Baufirma sauber getrenntes Kabel gesucht.
Leider haben die gewusst, dass das Kabel getroffen wurde, haben die Enden isoliert und wieder zugebuddelt.
Leitungssucher angeklemmt, bis zur Signalverluststelle gelaufen und dann 2m aufgeschachtet.
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