Lithiumspeicher im Haus

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froebel88
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Re: Lithiumspeicher im Haus

Beitrag von froebel88 »

Olaf S-H hat geschrieben: Freitag 1. April 2022, 21:01 Interessant ist der § 14 MBO. Hier wäre zu beachten, dass Akkubrände von Li-Ionen-Akkus Metallbrände sind (Brandklasse D). In der Regel hat die Feuerwehr hierzu wenig bis nichts auf dem Wagen.
Da würde ich aber die Feuerwehren in der Pflicht sehen, da gegenzusteuern.
froebel88
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Re: Lithiumspeicher im Haus

Beitrag von froebel88 »

Elt-Onkel hat geschrieben: Freitag 1. April 2022, 00:24 Hallo,

also wir planen ein seperates Hausanschlußgebäude.

Einer von den Räumen ist der Batterieraum.

In dem Gebäude sind alle Räme der Reihe nach angeordnet.
Hinten und die beiden Seitenwände jeweils in 16cm Beton.
(Sohlplatte und Deckenplatte natürlich auch.)
Die jeweilige Frontseite als Stahlrahmenkonstruktion mit Sandwitch-Elementen
und Eingangstür.
Stahlramenkonstruktion mit Sandwich-Elementen als Wand eines F90-Raumes klingt für mich nun nicht unbedingt optimal.
Meines Wissens (gefährliches Halbwissen) wird die Außenwand bei Überlegungen hinsichtlich des Brandschutzes normativ gar nicht berücksichtigt.

Aber wenn man da ne Stahlrahmenkonstruktion hat, und es da brennt, könnte man evtl. Probleme kriegen mit der Wärmeübertragung der Konstruktion? Die Feuerwehr nennt das Wärmeleitung unter dem Oberbegriff der Brandausbreitung. (Sofern man den Raumanschluss der Konstruktion überhaupt F90-Gerecht hinbekommt)
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Elt-Onkel
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Re: Lithiumspeicher im Haus

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,

es hätte auch ein Maschendrahtzaun ausgereicht.

Jede Raumzelle hat zur Nachbarzelle und nach oben und unten 16cm Beton.

Die eine Wand ist zur Druckentlastung konzipiert.
Ausserdem kann die Wand demontiert werden.
Also z.B. bei Wechsel des Trafos, oder bei Ersatz vom 8-Zylinder-Diesel Aggi.

Die Sandwitch-Elemente sind 1/2 Meter nach innen gesetzt,
so daß im Brandfall keine Brandausbreitung stattfinden kann.
Es brennt dann immer nur eine Raumzelle aus.


...
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Elt-Onkel
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Re: Lithiumspeicher im Haus

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,
froebel88 hat geschrieben: Sonntag 3. April 2022, 23:31
Olaf S-H hat geschrieben: Freitag 1. April 2022, 21:01 Interessant ist der § 14 MBO. Hier wäre zu beachten, dass Akkubrände von Li-Ionen-Akkus Metallbrände sind (Brandklasse D). In der Regel hat die Feuerwehr hierzu wenig bis nichts auf dem Wagen.
Da würde ich aber die Feuerwehren in der Pflicht sehen, da gegenzusteuern.
Das bemängele ich seit 5 Jahren.

Eigendlich braucht jede Gemeindefeuerwehr jetzt einen Anhänger mit
Trockenlöschmittel Klasse D.

Die Feuerwehren in Deutschland haben es bisher nicht verstanden.
Die Chefs denken immer noch, daß man mit viiiiiel Wasser solange kühlen kann,
dass man kein Löschmittel Klasse D braucht.

Meine Betriebsfeuerwehr hat einen 50 kg Pulverlöscher mit D-Löschmittel.
Ursprünglich war da mal ABC-Pulver (= Salz) drin.
Jetzt ist er mit Glasperlpulver befüllt, und die Entnahmearmatur ist geändert.
Natürlich ist der Behälter auf Rollen.

Der Löscher reicht für Fahrrad-Akkus und für Handmaschinen-Akkus.
Zum Löschen von Lithium-Ionen-Akkus von PKW braucht man ein paar
Kubikmeter Löschpulver.


...
E-Jens
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Re: Lithiumspeicher im Haus

Beitrag von E-Jens »

Hallo,

es ist extrem wichtig, einen Zellentyp auszuwählen, der nicht thermisch durchgehen kann. Das ist der beste Schutz gegen Feuer aus dem Speicher und meiner Meinung nach der einzig sinnvolle.
Weil, wenn es brennt, ist es kein „einfacher“ Metallbrand.
An den Zellen brennt irgendwie alles.
Während des Brandes wird auch die gespeicherte Energie vollständig in Wärme ungesetzt.
Was immer wieder zur Selbstentzündung führt.
Eine F90 Wand wird einem Li-ION-Akkubrand nicht von der Ausbreitung abhalten.
E-Pkw werden zur Brandbekämpfung für mehrere Wochen in einem Behälter mit Wasser versenkt. Das geht bei in Gebäuden eingebauten Speichern nicht.
Zu berücksichtigen ist auch die Abführung der Verbrennungsabgase.
LFP oder LiFePO4 Zellen sind recht gut geeignet. Aber auch diese können thermisch durchgehen, allerdings bei höheren Temperaturen. Mit einer ordentlichen Temperaturüberwachung und einem ordentlichen Batterie-Management-System (BMS), was rechtzeitig abschaltet, wäre das handelbar.
Leider wird überall gespart und es werden nur wenige Temperatursensoren verbaut. Wenn nun die Zelle zu warm wird, die nicht so gut überwacht wird, schaltet das BMS eventuell erst ab, wenn es zu spät ist.

PS: Li-ION Akkus kann man auch mit genügend trockenem Sand bekämpfen. Den hat nur keiner in ausreichender Menge parat, wenn er dringend gebraucht wird.
Gruß Jens
tm90
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Re: Lithiumspeicher im Haus

Beitrag von tm90 »

E-Jens hat geschrieben: Montag 4. April 2022, 16:06 E-Pkw werden zur Brandbekämpfung für mehrere Wochen in einem Behälter mit Wasser versenkt. Das geht bei in Gebäuden eingebauten Speichern nicht.
Sollen nicht auch gebrauchte Zellen aus Fahrzeugen in dem Heimspeicher verbaut werden?
froebel88
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Re: Lithiumspeicher im Haus

Beitrag von froebel88 »

E-Jens hat geschrieben: Montag 4. April 2022, 16:06 Hallo,

es ist extrem wichtig, einen Zellentyp auszuwählen, der nicht thermisch durchgehen kann.
Was gibt es denn da, außer den genannten LFP bzw. LiFePO4? (Die scheinen ja auch nicht 100% sicher zu sein..)
E-Pkw werden zur Brandbekämpfung für mehrere Wochen in einem Behälter mit Wasser versenkt. Das geht bei in Gebäuden eingebauten Speichern nicht.
Naja, wenn man einen F90-Raum hat, der entsprechend dicht ist, könnte die Feuerwehr diesen natürlich fluten. ;)
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Elt-Onkel
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Re: Lithiumspeicher im Haus

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,
E-Jens hat geschrieben: Montag 4. April 2022, 16:06
PS: Li-ION Akkus kann man auch mit genügend trockenem Sand bekämpfen.
Den hat nur keiner in ausreichender Menge parat, wenn er dringend gebraucht wird.
Deswegen nimmt man besser Zement.


...
tm90
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Re: Lithiumspeicher im Haus

Beitrag von tm90 »

froebel88 hat geschrieben: Montag 4. April 2022, 17:06 Was gibt es denn da, außer den genannten LFP bzw. LiFePO4? (Die scheinen ja auch nicht 100% sicher zu sein..)
Es gibt noch für die PV-Speicher LI-NMC Akkus, die Energiedichte ist höher als Li-FePO4. Leider neigt der NMC Typ mehr zum thermischen Durchgehen.
froebel88 hat geschrieben: Montag 4. April 2022, 17:06 Naja, wenn man einen F90-Raum hat, der entsprechend dicht ist, könnte die Feuerwehr diesen natürlich fluten.
Das kenn ich noch aus den Heizöllagerräumen :D. Kommt ja alles wieder.
IH-Elektriker
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Re: Lithiumspeicher im Haus

Beitrag von IH-Elektriker »

froebel88 hat geschrieben: Montag 4. April 2022, 17:06 Naja, wenn man einen F90-Raum hat, der entsprechend dicht ist, könnte die Feuerwehr diesen natürlich fluten. ;)
Man könnte auch eine automatische Lösch- bzw. Flutungsanlage inclusive automatisierter Brandrauchabsaugung einbauen....

Die Frage ist allerdings ob dann so ein Batterieraum bzw. Batteriespeicher noch bezahlbar bleibt. Und auch vom Endkunden akzeptiert werden würde. Die Industrie wirbt ja mit schnieken kleinen Speichern in der Größenordnung einer Kühl-/Gefrierkombination welche sich ganz einfach in jeden Raum integrieren lässt. Denn oftmals wurde ja der Heizöllagerraum im Keller in vielen EFH nicht mehr eingebaut weil man von Anfang an auf eine Gasheizung gesetzt hat.

Ganz hartgesottene bauen sich übrigens ihren Speicher selbst, gibt ja alles am Markt, von den entsprechenden Zellen bis zum BMS und einen echten Frickler hält da nichts auf - und Absicherung, CE-Zeichen, Haftung - Pah wer braucht das schon, sind doch eh nur Maßnahmen um dem Frickler das Leben schwer und die Geldbörse leichter zu machen.....

Was dann die Gebäudeversicherung sagt wen so ein selbstgefrickelter Speicher hochgeht.....die wird vermutlich nicht zahlen wollen ;)
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