Katastrophen im Altbau

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Tobi P.
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Re: Katastrophen im Altbau

Beitrag von Tobi P. »

Moin,

was willst du da prüfen und zulassen? Verteilerbau ist gerade im Mobilbereich immer sehr individuell, das kannst du mit irgendwelchen Standardteilen gar nicht verknuspern. Wir haben für diverse Gehäuse schon extra Gussformen fertigen lassen weil Gifas&Co einfach nichts passendes im Programm hatten.


Gruß Tobi
ego11
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Re: Katastrophen im Altbau

Beitrag von ego11 »

Fakt ist:
In einem Schutzisolierten Verteiler haben keine leitfähigen Schrauben die diese Schutzebene durchdringen etwas verloren.
Genausowenig wie Metallkabelverschraubungen!
Trumbaschl
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Re: Katastrophen im Altbau

Beitrag von Trumbaschl »

Tirol kenne ich zu wenig, aber in Ostösterreich sind die Zählermonteure robust. Die Rechtslage dürfte folgende sein: sofern eine Anlage den Normen zum Zeitpunkt der Errichtung entspricht, müssen Nachrüstwünsche, die vom Netzbetreiber ausgehen, auch vom Netzbetreiber bezahlt werden. Daher wird im Normalfall nur modernisiert, wenn der Kunde Änderungen wünscht. Bei turnusmäßigen Zählerwechseln und Umstellungen von Freileitung auf Kabel wird ohne mit der Wimper zu zucken alles wieder angeschlossen, was nicht unübersehbar lebensgefährlich ist. Wenn der Monteur die 4 mm2 nicht gesehen hat, und es vorgezogen, die Stärke der Vorsicherung nicht zu sehen, ist das durchaus möglich.

Der Inhalt von dem Verteiler war aber auch vor 10 Jahren schon nicht mehr frisch... die F&G L7 mit U-Charakteristik sind 80er oder frühe 90er, Umstellung auf B/C müsste 1993 gewesen sein.
TSR_9614
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Re: Katastrophen im Altbau

Beitrag von TSR_9614 »

Hallo,

ja die kleinen Steckdosenverteiler sind sicher nicht optimal.
Was mir aber schon zusagt ist die Absicherung vor Ort, der Hauptverteiler ist immer versperrt und die Anwesenden haben (normalerweise) keinen Zutritt.

Den einen oder anderen Fehler muss ich mich noch widmen, das ist der Lieblingsverteiler des Schlossers: verd1

011.jpg

Fehlersuche bei einer Heizungsteuerung:
Dem Cousin ist aufgefallen das die Gebläse des Heizkessels ständig laufen.

Dokumentation der Anlage ist nur noch homöopathisch vorhanden, so musste ich erst mal rausfinden was der Normalbetrieb wäre.
Der Feuerungsvorgang wird von einem Steuergerät überwacht das im Prinzip nur zwei Größen beobachtet: Kesselwassertemperatur und Flammtemperatur.
Wenn das Steuergerät den Kessel anfordert wird über mehrere Steuerketten der Betrieb aufgenommen. Bei erreichen des Sollwertes erlischt die Anforderung und die Relaissteuerung sollte dann selbsttätig abstellen.
Das funktioniert aber nicht, die Anforderung fällt zwar weg, aber die Anlage will nicht abstellen. Ich habe dann begonnen die einzelnen Steuerketten zu trennen, plötzlich stellte sich die Anlage von selbst ab. Nach dem durchmessen kam sich ein recht fieser Fehler raus: einer der Einschaltverzögerer hatte erheblichen Leckstrom von Klemme A1 zu B1, dadurch wollte die am selben Draht hängende Ausschaltverzögerung nicht ablaufen.
Zum Glück liegen einige davon auf Lager, den Einschaltverzögerer ausgetauscht und die Anlage läuft wieder normal.



019.JPG



In einem Durchgang zwischen den Hallen hängt an der Decke ein grauer Kabelkanal, der Deckel steht seltsam ab.
In einer ruhigen Minute habe ich eine Leiter organisiert und bin hochgestiegen.

039.JPG
Schon wieder jemand der den Kabelkanal mit einer Abzweigdose verwechselt hat...

grüße
Trumbaschl
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Re: Katastrophen im Altbau

Beitrag von Trumbaschl »

... inklusive klassischer Nullung. Wunderhübsch!

Über das Thema Klemmen in Kanal hab ich wunderhübsche Diskussionen mit einem riesengroßen E-Unternehmen aus Ostösterreich geführt, im Haus meiner Eltern. Der Komiker war selbst mit passender Seite der ÖVE EN-1 direkt unter die Nase gehalten nicht davon abzubringen, Blockklemmen im Kanal zu versenken. Im Badezimmer versteht sich. Anklemmen seiner neuen Anlagenteile war auch amüsant. Wir sitzen beim Mittagessen, plötzlich ertönen laute Flüche aus dem Bad - Kurzschluss beim Versuch, den neuen Teil unter Spannung einzuklemmen.
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Elt-Onkel
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Re: Katastrophen im Altbau

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,
TSR_9614 hat geschrieben: Sonntag 31. Oktober 2021, 14:35

In einem Durchgang zwischen den Hallen hängt an der Decke ein grauer Kabelkanal, der Deckel steht seltsam ab.
In einer ruhigen Minute habe ich eine Leiter organisiert und bin hochgestiegen.


039.JPG

Schon wieder jemand der den Kabelkanal mit einer Abzweigdose verwechselt hat...

Da hat jemand den gn/ge auf rt geklemmt.
Wenn das man richtig war.
Vielleicht ist der graue auch ein PEN.


...
Trumbaschl
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Re: Katastrophen im Altbau

Beitrag von Trumbaschl »

Elt-Onkel hat geschrieben: Montag 1. November 2021, 03:42 Hallo,
TSR_9614 hat geschrieben: Sonntag 31. Oktober 2021, 14:35

In einem Durchgang zwischen den Hallen hängt an der Decke ein grauer Kabelkanal, der Deckel steht seltsam ab.
In einer ruhigen Minute habe ich eine Leiter organisiert und bin hochgestiegen.


039.JPG

Schon wieder jemand der den Kabelkanal mit einer Abzweigdose verwechselt hat...

Da hat jemand den gn/ge auf rt geklemmt.
Wenn das man richtig war.
Vielleicht ist der graue auch ein PEN.


...
Es könnten auch blau und gelb/grün zusammen auf rot geklemmt sein. Dann können wir nur hoffen, dass rot wirklich der PEN ist. War ja in manchen Gegenden Deutschlands üblich. Österreichische Anlage mit klassischer Nullung hatte ich noch nie in den Fingern, würde aber definitiv nichts ausschließen - wenn Einzelader-Installationen eines waren, dann bunt. Roten N hatte ich definitiv schon.
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Elt-Onkel
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Re: Katastrophen im Altbau

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,

aber dann kann ja nur ein Motor im Dreieck dranhängen.


...
Trumbaschl
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Re: Katastrophen im Altbau

Beitrag von Trumbaschl »

Elt-Onkel hat geschrieben: Dienstag 2. November 2021, 05:38 Hallo,

aber dann kann ja nur ein Motor im Dreieck dranhängen.


...
Es kann auch ein dreiphasiges Heizgerät sein. Generell waren Drehstromverbraucher früher abgesehen von Herden ja oft symmetrisch, und Drehstromsteckdosen oft nur 3L+PE.

Und Dreieck muss nicht sein, auch bei Sternschaltung funktioniert der Betrieb symmetrischer Verbraucher tadellos. Nur bei asymmetrischen Verbrauchern ist ein N notwendig.
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Elt-Onkel
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Re: Katastrophen im Altbau

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,
Trumbaschl hat geschrieben: Dienstag 2. November 2021, 21:54

Und Dreieck muss nicht sein, auch bei Sternschaltung funktioniert der Betrieb symmetrischer Verbraucher tadellos. Nur bei asymmetrischen Verbrauchern ist ein N notwendig.
Das setzt voraus, daß das Verbrauchsgerät zu 100 % fehlerfrei ist.

Was eine Sternpunktverschiebung zur Folge hat, zeigt die nachfolgende Grafik.
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Sternpunktverschiebung.jpg
Sternpunktverschiebung.jpg (3.31 KiB) 546 mal betrachtet


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