„Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

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Wulff
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Re: „Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

Beitrag von Wulff » Donnerstag 19. August 2021, 07:20

Trumbaschl hat geschrieben:
Mittwoch 18. August 2021, 22:16
Die Dauerlast ist für direktmessende Zähler sicherlich nicht machbar.
Sagen wir einmal "für die in Europa übliche Bauart". In den USA gibt es für Privatkunden Direktmessung bis 400 A bei 120/240 V im üblichen Einphasen-Dreileiter-Netz. Ist auch nicht viel mehr Leistung als 3x63 A 230/400 V, aber halt mit viiiiieeeeel Strom bei wenig Spannung.
Jo, dann haben die Amis aber bestimmt auch keine eHz-Zähler mit den zu schwach dimensionierten Steckkontakten....

Trumbaschl
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Re: „Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

Beitrag von Trumbaschl » Freitag 20. August 2021, 23:27

Wulff hat geschrieben:
Donnerstag 19. August 2021, 07:20
Trumbaschl hat geschrieben:
Mittwoch 18. August 2021, 22:16
Die Dauerlast ist für direktmessende Zähler sicherlich nicht machbar.
Sagen wir einmal "für die in Europa übliche Bauart". In den USA gibt es für Privatkunden Direktmessung bis 400 A bei 120/240 V im üblichen Einphasen-Dreileiter-Netz. Ist auch nicht viel mehr Leistung als 3x63 A 230/400 V, aber halt mit viiiiieeeeel Strom bei wenig Spannung.
Jo, dann haben die Amis aber bestimmt auch keine eHz-Zähler mit den zu schwach dimensionierten Steckkontakten....
Davon gehe ich aus, ja. Von abbrennenden Zählern habe ich noch nie gehört.

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Elt-Onkel
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Re: „Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 21. August 2021, 00:04

Hallo,

400 Ampere einphasig ist ja sportlich.

Unsere NB machen sich ja schon ab 100 Ampere 'in die Hose'.

Haben die Amerikaner zuviel Kupfer im Land ?

Es gibt auf Youtube ein Video, wo in einem US - Vorgarten ein MS-Haustrafo
unter Spannung gewechselt wird.
Sehr informativ.

Das mit den neumodischen elektronischen Zählern in Deutschland ist auch nicht ohne.
Wenn man die TAB genau liest, stellt man fest, daß man zwei Zähler in ein Feld
nur setzen darf, wenn 50 Ampere je Zähler nicht überschritten werden.
Wer sich son Scheiss wohl ausgedacht hat ?

...

E-Jens
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Re: „Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

Beitrag von E-Jens » Samstag 21. August 2021, 08:53

Hallo,

viel schlimmer empfinde ich es, dass man auch diese neuen Zähler nicht wirklich voll belasten kann. Was nutzt mir ein 63 A Hausanschluss, wenn ich diesen wegen des Zählers nur zur Hälfte belasten kann. Das System wird von den Netzbetreibern jedoch als leistungsstarker 63 A Hausanschluss verkauft, dann sollte es das auch können.
Jetzt kommt die E-Mobilität.
Ich glaube, dass Bastelanleitungen aus dem Internett dazu beitragen werden, dass einige Zähler in Rauch aufgehen werden. hair1
Gruß Jens

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Wulff
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Re: „Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

Beitrag von Wulff » Samstag 21. August 2021, 21:35

Wo ist denn nun der Autor dieses Threads abgeblieben?

OChatter
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Re: „Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

Beitrag von OChatter » Samstag 21. August 2021, 23:07

E-Jens hat geschrieben:
Samstag 21. August 2021, 08:53
Hallo,

viel schlimmer empfinde ich es, dass man auch diese neuen Zähler nicht wirklich voll belasten kann. Was nutzt mir ein 63 A Hausanschluss, wenn ich diesen wegen des Zählers nur zur Hälfte belasten kann. Das System wird von den Netzbetreibern jedoch als leistungsstarker 63 A Hausanschluss verkauft, dann sollte es das auch können.
Kann er doch auch. Der Hausanschluss endet am HAK, (meinetwegen noch an den Sammelschienen im unteren Anschlussraum). Lässt dein Versorger nur noch eHz zu? Ich kenn es eher andersherum, dass gerne mal eHz immer noch nicht geduldet werden.
Jetzt kommt die E-Mobilität.
Ich glaube, dass Bastelanleitungen aus dem Internett dazu beitragen werden, dass einige Zähler in Rauch aufgehen werden.
Nunja, gebastel an der Zähleranlage wird man langfristig kaum verheimlichen können. Irgendwann kommt ein Eichtausch oder Kontrollstichprobe zur Eigenablesung. Und der Strom muss erst einmal zusammenkommen. Wieviele Autos laden heute tatsächlich mehr als 8 kW? Da machen mir nachgerüstete Durchlauferhitzer im Zweifel mehr sorgen...

Gibt's eigentlich irgendwo Adapterplatten von Dreipunkt auf 2 EHZ-Plätze? Mit einem kenne ich die. Aber gerade in Hinblick auf E-Fahrzeuge bzw. §14a-Verbraucher kommen mir doch ein paar Konstellationen in den Sinn, wo weitere Zähler benötigt werden ohne gleich die ganze Hv tauschen zu wollen...

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Elt-Onkel
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Re: „Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 21. August 2021, 23:09

Hallo,
E-Jens hat geschrieben:
Samstag 21. August 2021, 08:53
Hallo,

viel schlimmer empfinde ich es, dass man auch diese neuen Zähler nicht wirklich voll belasten kann. Was nutzt mir ein 63 A Hausanschluss, wenn ich diesen wegen des Zählers nur zur Hälfte belasten kann.
Wieso ?


...

Joachim
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Re: „Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

Beitrag von Joachim » Sonntag 22. August 2021, 10:47

Bezüglich der möglichen Belastung von eHZ-Zählern bzw. -Zählerplätzen empfiehlt es sich diese PDF-Datei von Hager herunterzuladen und Seite 8 und 9 zu betrachten - damit klären sich einige der hier gestellten Fragen.

DBY656
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Re: „Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

Beitrag von DBY656 » Sonntag 22. August 2021, 17:54

Trumbaschl hat geschrieben:
Mittwoch 18. August 2021, 22:16
Die Dauerlast ist für direktmessende Zähler sicherlich nicht machbar.
Sagen wir einmal "für die in Europa übliche Bauart". In den USA gibt es für Privatkunden Direktmessung bis 400 A bei 120/240 V im üblichen Einphasen-Dreileiter-Netz. Ist auch nicht viel mehr Leistung als 3x63 A 230/400 V, aber halt mit viiiiieeeeel Strom bei wenig Spannung.
Deswegen sind da auch so viele Trafo's auf Masten anzutreffen (jeder hat da seinen eigenen), damit die restlichen Wege kurz sind.
Dank der hohen Ströme und dem Holz-Leichtbau sind bei denen Brände durch Fehlerlichtbögen häufiger, daher kommt der Trend zum Einsatz von AFDD's für den Brandschutz auch von dort. Hinzu kommt noch die häufige Verwendung von Drei-Leiter-Netzen in der höheren Lastebene (Industrie/Versorgung). Das ist dann Drehstrom ohne N, dafür ist eine der 3 Phasen auf Erde gelegt. So hat eine Phase gegen Erde nahe 0V, die anderen beiden Phasen dafür je nach Netz zwischen 440V und 480V. Was zur Folge hat das Ableitströme total asymetrische und hoch sind, somit ist kein RCD sinnvoll einsetzbar.

Gruß Markus

Trumbaschl
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Re: „Grössere“ Verbraucher korrekt aufteilen

Beitrag von Trumbaschl » Montag 6. September 2021, 11:57

DBY656 hat geschrieben:
Sonntag 22. August 2021, 17:54
Trumbaschl hat geschrieben:
Mittwoch 18. August 2021, 22:16
Die Dauerlast ist für direktmessende Zähler sicherlich nicht machbar.
Sagen wir einmal "für die in Europa übliche Bauart". In den USA gibt es für Privatkunden Direktmessung bis 400 A bei 120/240 V im üblichen Einphasen-Dreileiter-Netz. Ist auch nicht viel mehr Leistung als 3x63 A 230/400 V, aber halt mit viiiiieeeeel Strom bei wenig Spannung.
Deswegen sind da auch so viele Trafo's auf Masten anzutreffen (jeder hat da seinen eigenen), damit die restlichen Wege kurz sind.
Dank der hohen Ströme und dem Holz-Leichtbau sind bei denen Brände durch Fehlerlichtbögen häufiger, daher kommt der Trend zum Einsatz von AFDD's für den Brandschutz auch von dort. Hinzu kommt noch die häufige Verwendung von Drei-Leiter-Netzen in der höheren Lastebene (Industrie/Versorgung). Das ist dann Drehstrom ohne N, dafür ist eine der 3 Phasen auf Erde gelegt. So hat eine Phase gegen Erde nahe 0V, die anderen beiden Phasen dafür je nach Netz zwischen 440V und 480V. Was zur Folge hat das Ableitströme total asymetrische und hoch sind, somit ist kein RCD sinnvoll einsetzbar.

Gruß Markus
Der Grund für die AFDDs ist eher das weitgehende Fehlen von RCD-Schutz für Endstromkreise. DI-Steckdosen mit 5 mA Nennfehlerstrom sind in vielen Anwendungen vorgeschrieben (Badezimmer, Küchen, Feuchträume), schützen aber aber nur Leitungen an den Lastklemmen, die Zuleitung zur ersten Steckdose nicht. Mit verbindlichem 30-mA-Fehlerstromschutz sähe die Sache ganz anders aus.

Es gibt in den USA folgende häufige Netze:
Im Haushalt 120/240-V-Einphasen-Dreileiternetz
In Gewerbe und Industrie:
- häufig 277/480 V 3L+N+PE, 277 V vor allem für Hallenbeleuchtung etc., 480 V für Drehstrommotoren, parallel dazu Einphasennetz für kleinere Verbraucher
- gelegentlich 480 V Dreieck mit einem geerdeten Außenleiter ('corner-grounded delta')
- im Kleingewerbe oft 240 V Drehstrom mit einer geerdeten Wicklungsmitte, liefert 120 und 240 V einphasig und Drehstrom
- sehr selten 120/208 V 3L+N+PE

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