Aderendhülsen zu Lang

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SPS
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Aderendhülsen zu Lang

Beitrag von SPS » Donnerstag 29. April 2021, 16:35

Hallo zusammen,
ich habe einige Klemmstellen gefunden da sind die Aderendhülsen zu Lang.
Hülsen zu Lang[1].JPG
10 mm² Teilisoliert finde ich nicht unter 12 mm Länge der Hülse.

Mit 12 mm sieht es nicht gut aus, obwohl es hält.

Das Problem sind die berührungssicher geschlossenen Klemmen.
Bei den alten Klemmleisten konnten die Adern auf der anderen Seite überstehen. War auch optisch eine Kontrolle, das ich weit genug eingeschoben habe.

Hab ihr andere Hülsen?
Hülsen abscheiden ist wohl nicht nach Norm, obwohl es passt.
Mit freundlichem Gruß sps

IH-Elektriker
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Re: Aderendhülsen zu Lang

Beitrag von IH-Elektriker » Donnerstag 29. April 2021, 16:51

Aderendhülsen kürzen ist gelebte Praxis....wobei dank entsprechender Federzug-Klemmen immer öfters auf AEH komplett verzichtet wird. Ist einfach ein Arbeitsgang weniger, spart Zeit und somit Kosten ;)

(Man darf allerdings auch bei der "gelebten Praxis" eines nicht übersehen, je nach Größe der AEH und verwendetem Werkzeug zum Kürzen wird die Hülse verformt und passt nicht mehr in die vorgesehen Klemme - das ist dann weniger schön und je nachdem wie der Kollege da gekürzt hat auch nicht unbedingt fachgerecht - manche AEH sehen aus als wie mit den Schneidezähnen gequetscht oder andersweitig misshandelt)

In welcher Norm steht übrigens drin das man Aderendhülsen bei Bedarf nicht kürzen darf? Mich würde hier eine Fundstelle interessieren bzw. eine detaillierte und wasserdichte Argumentationskette, dabei am besten auch gleich die Frage mit beantworten ob AEH vom Hersteller "ABC" auch nur mit einer Presszange vom Hersteller "ABC" verarbeitet werden dürfen oder ob die Presszange auch vom Hersteller "XYZ" sein darf.

Oder wird hier einfach der Grundsatz angenommen das eine AEH (oder ein anderes Bauteil) vom Hersteller so "geprüft" ist und nur und ausschließlich unmodifiziert (ungekürzt) und mit dazu vom Hersteller freigegebenen Werkzeug verbaut werden darf...?

Wenn dieser "Grundsatz" (der ja bei bestimmten Dingen sinnvoll sein mag) generell in der Elektrotechnik gelten soll dann habe ich überspitzt gesehen ein Problem - ich kaufe meine Leitungen wie H07V-K meist im 100m-Bund und kürze diese dann auf die benötigte Länge - das ist aber nicht richtig weil der Leitungshersteller verkauft die Leitung ja als 100m-Einheit und wenn ich mir da 2m "abzwicke" dann habe ich ja den Ursprungszustand der Leitung geändert.... :D

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SPS
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Re: Aderendhülsen zu Lang

Beitrag von SPS » Donnerstag 29. April 2021, 16:58

dank1
Hallo,
ich suchte eine Normgerechte Lösung.
Besser als der Seitenschneider ist die Kabelschere im Bild
Die Schere verformt die Hülse nicht so stark.
Oder presst ihr das 2 mal nach?
IMG_0355[1].JPG
Ja offizielle Bestätigungen vom Hersteller wäre Optimal

Ich schneide beim Autoreifen auch nicht das Profil nach rad2
Mit freundlichem Gruß sps

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SPS
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Re: Aderendhülsen zu Lang

Beitrag von SPS » Donnerstag 29. April 2021, 17:21

Bei der Leitung ist es, der Stimmungsmäßige gebrauch diese zu Kürzen.
Da wird es schnell eine Bescheinigung geben.

Anders sieht es aus, falls du durch Zug aus H07V-K mit 100 m 1,5 mm2 mal eben 200 m 0,75 mm² herstellst.
Mit freundlichem Gruß sps

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Tobi P.
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Re: Aderendhülsen zu Lang

Beitrag von Tobi P. » Donnerstag 29. April 2021, 18:29

Moin,

erst aufschieben, dann mittels Kabelschere kürzen, dann crimpen. Zumindest bei mir verformt sich dabei nur das was sich durch den Crimpvorgang auch verformen soll.


Gruß Tobi

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Re: Aderendhülsen zu Lang

Beitrag von SPS » Donnerstag 29. April 2021, 18:58

dank1 Tobi

So habe ich das auch bei zu lang abisolierten Leiter ausgeführt.
Mit freundlichem Gruß sps

ego11
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Re: Aderendhülsen zu Lang

Beitrag von ego11 » Donnerstag 29. April 2021, 19:38

Ist heute der 1.April????

Oder anders gesagt:
Wenn es sonst keine "Probleme" gibt als die frage ob man Aderendhülsen einkürzen kann, dann muß ja alles i.O. sein!

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Re: Aderendhülsen zu Lang

Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 30. April 2021, 02:01

Hallo,

es gab mal bei Aldi oder Lidl eine passende Zange dafür.

Gedacht und verkauft wurde sie als Zange zum Kürzen von Krallen bei Hunden.
Ich benutze sie bis 4mm² zum Ablängen von Einzeladern und von
gecrimpten AEH.

Natürlich kann man per Seitenschneider Einzeladern ablängen.
Aber dann ist das Ende plattgedrückt.
Mit der Krallenzange bleibt die Geometrie erhalten.
Das Schnittende ist dann perfekt, wie aus Industrieproduktion.


...

IH-Elektriker
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Re: Aderendhülsen zu Lang

Beitrag von IH-Elektriker » Freitag 30. April 2021, 13:40

Elt-Onkel hat geschrieben:
Freitag 30. April 2021, 02:01
Gedacht und verkauft wurde sie als Zange zum Kürzen von Krallen bei Hunden.
Ich benutze sie bis 4mm² zum Ablängen von Einzeladern und von
gecrimpten AEH.
Oh Oh, ist das auch ein bestimmungegemäßer Gebrauch - Werkzeuge die der Tierpflege dienen für Elektroarbeiten einzusetzen...? :D

Spaß beiseite, diese Zangen sind wohl von der Schneidengeometrie ähnlich geformt wie Kabelscheren und verformen daher die Aderenden nicht so sehr. Die Frage ist nur wie lange so eine Zange bei der "artfremden" Nutzung sauber schneidet. Wobei diese Zangen ja nicht all zu teuer sind, man kann einen gewissen Verschleiß durchaus einkalkulieren, genauso wie bei den "preisgünstigen" Elektronikseitenschneidern. Die haben auch nur eine ganz klar begrenzte Lebensdauer....
Bei der Leitung ist es, der Stimmungsmäßige gebrauch diese zu Kürzen.
Da wird es schnell eine Bescheinigung geben.
....und vermutlich heftige Lachanfälle beim Mitarbeiter welcher diese Anfrage beim Leitungshersteller beantworten muss.

Meine Frage war nicht bierernst gemeint, ich wollte damit nur (zugegebenermaßen etwas provozierend) hinweisen das ElektroFACHkräfte das Wort "Fach" in der Berufsbezeichnung nicht umsonst haben, sprich das man von ihnen einiges an Entscheidungen hinsichtlich der Ausführung der Arbeiten sowie der Verwendung von Werkzeugen abfordern kann und nicht alles fix über Normen und Vorschriften geregelt sein muss.

Meine persönliche Erfahrung in meinem Arbeitsumfeld ist leider das viele Fachkräfte "an der Front" gerne versuchen sich solcher Entscheidungen zu entledigen und diese eine oder zwei Stufen höher anzusiedeln. Das war früher nicht so, ich habe ja vor Jahren auch mal "an der Front" gearbeitet und wir mussten viel mehr eigenständig entscheiden als das manche Kollegen heute tun.

Ich sehe hier eine Diskrepanz zwischen der Realität, dem Thema "Focus auf Schutzziele anstelle detaillierter Vorgaben in Normen" und dem Thema "Eigenverantwortung auf den Mitarbeiter übertragen"

Aber das ist ein anderes Thema....

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