Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

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Waldhaus
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Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

Beitrag von Waldhaus » Sonntag 20. September 2020, 13:18

Hallo,
in anderen Foren wird diese Thema fast nie abschliessend diskutiert. Daher frage ich hier:
Ein Moppel (Kleingenerator 1200W) hat auf Grund der Invertertechnil kein PE.
Da aber im WW (Wohnwagen) verschiedene 230V Verbraucher sind, ist das unter Umständen kritisch.

Folgende Ausführung könnte ich mir vorstellen.
Eine der beiden vom Moppel kommenden Leitungen erkläre ich zu "N".
Diese verbinde ich dann mit PE.
Dann geht es zu FI im WW. L und N durch den FI und PE dran vorbei direkt an den Massepunkt.
Nach dem FI kommen N und PE nicht wieder zusammen.

Dann kann der FI eine Differenz feststellen, wenn Strom von L zu PE fliesst.

Die Dinge wie Erdsonde usw. halte ich in diesem Einsatzfall für Unfug, da nicht gesichert ist, welche Erdverbindung tatsächlich da ist. (Ist der Boden sandig und feucht ? Oder ist es Feld oder auch Asphalt.)

Gruss Axel R

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SPS
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Re: Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

Beitrag von SPS » Sonntag 20. September 2020, 14:30

Auch wenn es nicht ganz passt, da für Baustellen.
Als Grundlage
https://www.bgbau.de/fileadmin/Medien-O ... 03_032.pdf
Mit freundlichem Gruß sps

Waldhaus
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Re: Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

Beitrag von Waldhaus » Sonntag 20. September 2020, 16:47

Hallo,
habe mir das mal angesehen. Bis auf ein Beispiel, in dem N und PE bis zu FI verbunden ist, passt das wirlich nicht.
Wie bereits geschrieben, Erdspiess ist nicht praktikabel. Es ist ohne hin im WW viel Holz und Kunststoff. Das einzigste Metall im Innenraum ist der Gasherd mit Spüle und die Gasheizung.

Wenn in der von mir angedachten Schaltung jemand das L Kabel berühren sollte, passiert ja eigentlich noch nichts. Ausser ich hätte einen Erdspiess in den nassen Boden gepflanzt und der Typ steht mit nackten Füssen auf diesem Boden.

Wenn ich keinen Erdspiess pflanze und die angedachte Anordnung wird verwendet, kann gefährlich Strom nur von L zu PE fliessen. Das ist dann etwas für den FI.

Soweit ist mir das klar und ich denke auch nicht, dass mir da jemand wiedersprechen kann. Da aber alles mit dem Strom irgenwo beschrieben ist, möchte ich schon auf der sicheren Seite sein.

Grundsätzlich betrifft die Problematik auch Wechselrichter im WW oder Wohnmobil. Diese Fahrzeuge stehen zwar auf Gummireifen, fahren im Stand aber Metallstützen auf die Erde, damit nichts wackelt.

Gruss Axel R

E-Jens
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Re: Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

Beitrag von E-Jens » Sonntag 20. September 2020, 19:38

Hallo,

wenn du den Generator ohne Schutzleiter an die Caravansteckdose mit Schutzleiter anschließt hat du ein sauberes IT-Netz. Der PE im Wohnwagen sorgt für die örtliche Erdung aller SK1 Verbraucher. SK 2 Verbrauche benötigen den Schutzleiter nicht.
Der Generator muss nur die Abschaltung im Fehlerfall rechtzeitig schaffen.
Der RCD ist dann jedoch meistens ohne Funktion. Dafür hast du als Schutzmaßnahme das IT Netz.
Eine höheren Schutz erreichst du mit einer Isolationsüberwachung der Anlage im Wohnwagen.
Gruß Jens

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Elt-Onkel
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Re: Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

Beitrag von Elt-Onkel » Sonntag 20. September 2020, 22:09

Hallo,
Waldhaus hat geschrieben:
Sonntag 20. September 2020, 13:18


Folgende Ausführung könnte ich mir vorstellen.
Eine der beiden vom Moppel kommenden Leitungen erkläre ich zu "N".
Diese verbinde ich dann mit PE.
Dann geht es zu FI im WW. L und N durch den FI und PE dran vorbei direkt an den Massepunkt.
Nach dem FI kommen N und PE nicht wieder zusammen.

Dann kann der FI eine Differenz feststellen, wenn Strom von L zu PE fliesst.

Die Dinge wie Erdsonde usw. halte ich in diesem Einsatzfall für Unfug, da nicht gesichert ist, welche Erdverbindung tatsächlich da ist.

Deswegen braucht man für das Konstrukt eine EFK, die den Erder einmisst.

Also baue man tunlichst ein TT-Netz mit Isolationswächter.
Das machen die Feuerwehren neuerdings auch so.
Das ist ja auch der Grund, warum momentan die FW-Stromerzeuger so billig zu haben sind.

Bitte die o.g. DGUV 203-032 genau lesen und befolgen.
dann ist man auf der sicheren Seite.



...

Waldhaus
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Re: Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

Beitrag von Waldhaus » Sonntag 20. September 2020, 23:01

Hallo,
allerdings ist der Isolationswächter in einem TT Netz sauteuer. Dann muss auch noch ein Schütz und ein Gehäuse her.
Das mit der Erst und Zweitmeldung verstehe ich zwar nicht ganz, zeigt mir aber, dass es dort einigen Bedarf an Justierung gibt. Insgesamt wird das dann vom Preis her uninteressant.
Gruss Axel R

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Elt-Onkel
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Re: Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

Beitrag von Elt-Onkel » Sonntag 20. September 2020, 23:25

Hallo,
Waldhaus hat geschrieben:
Sonntag 20. September 2020, 23:01
Hallo,
allerdings ist der Isolationswächter in einem TT Netz sauteuer.
Dann muss auch noch ein Schütz und ein Gehäuse her.
Das mit der Erst und Zweitmeldung verstehe ich zwar nicht ganz, zeigt mir aber, dass es dort einigen Bedarf an Justierung gibt.
Insgesamt wird das dann vom Preis her uninteressant.
Es gibt zwei Möglichkeiten:

Man akzeptiert die Physik, oder man spielt Russisch Roulette.

Weil die Änderungen in Schaltung und Gehäuse notwendig sind,
fliegen ja die bisherigen Stromerzeuger bei den Feuerwehren ja alle raus.
Dort sind nur noch Stromerzeuger mit ISO-Wächter zulässig.

Die Erstmeldung ist eine Warnschwelle.
Man kann da Leuchtmelder oder Hupen anschließen.

Für den Nutzer zeigt das eine Instandsetzungsnotwendigkeit an,
die Gesundheitlich noch nicht beeinträchtigt.

Ist der Isolationswiderstand soweit abgesunken, daß es gefährlich wird,
erfolgt die Abschaltung.

Wenn man das nicht will, gibtes ja nach DGUV immer noch die Möglichkeit,
je Verbrauchsstelle einen eingenen Stromerzeuger zu betreiben.
Also z.B. einen für die Baustellenleuchte, und einen für die Flex.

Und dann bitte noch die Abschaltbedingungen der Überstromschutzorgane beachten.
Habe ich Verbraucher von 1 kVA brauche ich einen Stromerzeuger,
der etwa 3 kVA liefern kann.

Man erkennt, Stromerzeugung per Moppel für Wohnwagen ist nicht trivial.
(Naja mal abgesehen von Schuhkartongroßen Geräten, die an rot beleuchteten Wohnwagen entlang der Bundesstraßen vor sich hintuckern.)
(Aber in dem Gewerbe spielt ja die Gesundheit sowieso keine Rolle.)


...

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Elt-Onkel
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Re: Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

Beitrag von Elt-Onkel » Sonntag 20. September 2020, 23:35

Hallo,

warum lese ich im ersten Beitrag:

Kleingenerator - Invertertechnik ?

Na, was denn nun ?
Niederspannungserzeugung durch Generator oder per Inverter.

Mein mobiles Büro kann man wahlweise beschicken mit:
- Netzspannung
- Generator
- Inverter

Kann man an der Niederspannungsverteilung vorwählen.

.
Stromversorgung_Zeppelin.jpg
.
Oder sollte ein "China-Kracher" zu Einsatz kommen,
der nur Kleinspannung erzeugt, die dann per Inverter auf Niederspannung umgeformt wird ?
Das wären dann Generatoren, wo der Hersteller die Technik so wenig beherrscht,
Daß er sich nicht traut, die Wicklungen gleich für Niederspannung auszulgen.


...

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Re: Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

Beitrag von Olaf S-H » Sonntag 20. September 2020, 23:46

Moin Waldhaus,

um welchen Generator handelt es sich denn (Hersteller, Typ)?

Gruß Olaf
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Re: Mobiler kleiner Generator gelegentlich am Wohnwagen

Beitrag von Waldhaus » Montag 21. September 2020, 05:25

Zipper Moppel- Elektro.pdf
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Hier der E-Plan des Moppels.
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