Aderendhülsen zu groß?

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E-Jens
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von E-Jens » Mittwoch 5. August 2020, 21:24

Hallo,

ich benutze dünnes Kupferblech zum umwickeln des Leiters bis es passt. Allerdings bei feindrähtigem Kabel 25- 95 mm² für bis zu 120 VDC.
Gruß Jens

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Elt-Onkel
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Elt-Onkel » Donnerstag 6. August 2020, 03:04

Hallo,

ja, kann man machen.

Der Strom wird Kupfer für gut befinden.

Kupferblechstreifen gewinnt man durch Abisolieren von NYCWY.


...

ThomasR
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von ThomasR » Freitag 7. August 2020, 10:49

Das Zauberwort heißt "gasdicht". Nur durch eine gasdichte Verpressung wird ein dauerhafter Kontakt erreicht. Sonst wird irgendwann die Luft oder Flüssigkeiten zu einer Korrosion führen und die Verbindung lahmlegen (Brand etc.)

Das kann man auch durch Beilage von Material erreichen, genau wie Elt-Onkel das beschreibt. Ich würde immer möglichst feine Beilagen nehmen um keine "Lücken" entstehen zu lassen. Und natürlich nur gleiches Metall!

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mikmik
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von mikmik » Freitag 7. August 2020, 11:06

Von der Idee, anhand der Aderendhülsen-Kragenfarbe Rückschlüsse auf den verwendeten Leiterquerschnitt zu ziehen kann ich mich wohl nun vollends verabschieden. Nicht nur, dass es mind. drei verschiedene Farbsysteme auf dem Markt gibt, sondern auch auch aufgrund "leitwertoptimierter" Adern.

Eigentlich müsste die Industrie nun Über- und Untermaßhülsen bzw. Korrekturhülsen anbieten, um Zwischengrößen abzudecken (z. B. 70qmm - x). Als eigenständige Hülse, nicht etwa als Zwischenringe.

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mikmik
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von mikmik » Freitag 7. August 2020, 11:12

Wulff hat geschrieben:
Mittwoch 5. August 2020, 07:51
Aus aktuellem Anlaß: Sind gestern auch gerade mit dem Problem aufgelaufen.

NYY-0 300mm² Kabel bekommen, Kabelschuh 13R12 von Klauke, passender Preßeinsatz R22 mit Zange HK60/22 dabei, Anruf von Baustelle:
Paßt nicht! Rohrkabelschuh zu groß! 240er passen mit Saugen und Schmatzen und leichten Schlag auf den Hinterkopf dann doch drauf.... Gefällt mir aber nicht so gut...
Ist es eigentlich sehr verwerflich den 240er-Rohrkabelschuh ein paar Zehntel mithilfe einer Ständerbohrmaschine aufzubohren oder vorab zu erwärmen, sodass dieser sich passend ausdehnt? Oder geht das Missfallen mehr in die Richtung, dass die theoretisch mögliche Stromdichte im 240er-Stiftkabelschuh nicht zum 300-qmm-Kabelquerschnitt passt?

ThomasR
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von ThomasR » Freitag 7. August 2020, 13:50

Ich bin kein "Starkstromer" aber: wenn die 300mm² schon luftgekühlt sehr heiß wird, würde ich jede Verengung an der Anschlussstelle ausschließen. Wenn der Querschnitt aber nur für geringen Spannungsfall gewählt ist, sollte der tatsächliche Strom da kein Problem erzeugen. Es ist doch besser, die Leitfähigkeit auf Dauer garantieren zu können als "stur nach Vorschrift" zu arbeiten und damit die Dauerhaftigkeit zu gefährden. Korrosion in Pressungen führt immer zu einem Totalausfall, manchmal mit sehr drastischen Begleiterscheinungen.

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Wulff
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Wulff » Freitag 7. August 2020, 14:26

Es ist in diesem Falle so, dass der Querschnitt wegen Leitungslänge zwischen Trafo undf GHVT gewählt wurde, wir betreiben die Leitung also nicht am Grenzwert.

Dennoch:

Der Kabelschuh ist ausgelegt und geprüft für 240mm², wenn ich denn dann auf einen 300mm²-Anschluß raufpresse, ist es natürlich eine Abweichung zwiswchen Konstruktion und Ausführung. Das mag zwar hier funktionieren, da bin ich ganz sicher.

Habe mich inzwischen mal durch den Klauke-Katalog gearbeitet und eine Fachpublikation bekommen und stelle fest, dass es ziemlich komplex ist den richtige Kabelschuh zu finden. Komplex dann in dem Sinne, den richtigen Schuh für das jeweilige Kabel und Anschlußzweck, die richtige Preßbacke und das richtige Werkzeug für die Kabelschuhe.

Hier in unserem Falle wird die Anlage so belassen, weil m. E. vertretbar.

Bei zukünftigen Pressungen werden wir etwas sorgfältiger schauen müssen. Ansagen wie ..." ich hab im Lager noch 3 St 240er-Kabelschuhe gefunden, besorg mir bitte noch ein paar..." sind damit zum Scheitern verurteilt.

Da muß erst mal geprüft werden, wie oben beschrieben: Kabel, Kabelschuh, Preßbacke... . Dann muß geprüft werden, was hat der Handel evtl auf Lager: Kabelschuh passend oder mit Hülse? Muß ich vielleicht etwas schnell ordern, wenn es nicht am Lager ist?


Im übrigen war die Preßbacke in unserem Sortiment bei 300mm² eine DIN-Backe und keine Backe für Standard-Kabelschuhe. Somit hätte es auch mit Hülse und 300er-Normalschuh nicht gepaßt.... Woher diese Backe auch immer kam....


Also wie immer: Erst denken, dann arbeiten...

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Tobi P.
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Tobi P. » Freitag 7. August 2020, 18:10

Moin,
Wulff hat geschrieben:
Freitag 7. August 2020, 14:26
Komplex dann in dem Sinne, den richtigen Schuh für das jeweilige Kabel und Anschlußzweck, die richtige Preßbacke und das richtige Werkzeug für die Kabelschuhe.
[ironie]Quatsch, völliger Quatsch, Fake News - Kabelschuh ist Kabelschuh, da kann ich nehmen was ich will, egal ob der Hersteller explizite Angaben macht mit welchem Werkzeug verpresst werden muss. Presswerkzeug von Klauke? Ach, der Intercable-Kabelschuh ist 0,03€ günstiger als der von Klauke - dann nehmen wir natürlich den![/ironie]

Es gibt leider erschreckend viele Leute die noch nie was davon gehört haben dass es zu jedem Kabelschuh auch eine Werkzeugvorgabe gibt. Wenn ich Kabelschuhe von Klauke verwende kann ich dafür keinen Presseinsatz von Weitkowitz verwenden und umgekehrt, da reichen minimale Abweichungen in der Rohrgeometrie und die Pressung ist für die Tonne. Genauso verhält es sich mit Aufbohren der Bolzenlöcher oder der Rohre - das kann nicht funktionieren, ich nehm dadurch Material weg das der Hersteller da nicht umsonst hingepackt hat.
Wenn man sich zb die Kabelschuhe für Schaltgeräteanschlüsse von Klauke anschaut wird man feststellen dass die Materialstärke gegenüber einem Standard-Kabelschuh wesentlich höher ist, das macht Klauke um den Materialverlust durch die schmalere Zunge (der Teil vom Kabelschuh mit dem Bolzenloch) auszugleichen.
Anzugsmomente sind auch so ein Thema - mich würde tatsächlich mal interessieren wie viele E-Betriebe über Drehmomentschlüssel in der Werkzeugausstattung verfügen. Ich wette dass in 95% aller Fälle eher nach dem Motto: "Wie fest soll ich denn......?" => "So fest wie geht natürlich!" gearbeitet wird.



Gruß Tobi (der mit dem Thema regelmässig zu tun und da schon etliches an Recherchezeit reingesteckt hat)

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Elt-Onkel
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 7. August 2020, 19:55

Hallo,

wie es nicht sein soll, zeigt das folgende Bild.

Hier ein neumodischer Alu-Kabelschuh mit Fassung vom Isoliermantel von Cembre.
Das Erdungskabel ist eine Alu-Stahl-Leitung.

Man erkennt Materialüberschuss in Form von "Fähnchen".

...

.
Cembre_B-GL_a.jpg
.
Cembre_hinten.jpg

Mail Mayer
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Mail Mayer » Freitag 7. August 2020, 22:32

Da ist einfach der Kabelschuh zu groß. Vermutlich irgend ein x-beliebiger Rohrkabelschuh der nicht zum Presseinsatz passt.
Ich habe immer einen Meter H05-VK in 70mm² dabei.
Da isoliere ich das Ende ab, und stecke so viele Drähtchen in das Rohr,
so daß am Ende mit einer 6-kant-Pressung die Ecken scharf sind, und aber keine "Flügel" zu sehen sind.
Das würde ich so nie machen, denn die Auswirkungen sind nämlich das sich der Kabelschuh verzieht. Es gibt einfach unterschiedlich verdrillte Adern die von Haus aus schon dichter sind als andere. Das sind Experiment basierend auf der Vermutung, dass da was im Endzustand nicht richtig verpresst ist. Wir haben da schon Kabelschuhe aufgeschnitten. Das Ergebnis der Pressung innen ist nahezu gleich. Denn zu einem gewissen Prozentsatz gleicht der Kabelschuh die Tolleranzen durch verschieben aus.

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