Aderendhülsen zu groß?

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OChatter
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Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von OChatter » Sonntag 2. August 2020, 14:54

Moin,
wollte gerade einen Herd an neuem Aufstellort anschließen. H05VV 5x1,5 besorgt. Stelle jedoch zu meiner verwunderung fest, dass die AEH aus einem Baumarktsatz mir unerklärlich groß im Durchmesser erscheinen.
Laut Aufdruck sollen 0,5 -0,75 - 1,0 - 1,5 -2,5 - 4- 6- 10 mm² enthalten sein. Farbfolge scheint DIN 46228 zu entsprechen. Nur irgendwie wirken die Adern etwas verloren im Kragen der Hülsen. Auch bezüglich des Kupfers lässt sich die nächstkleinere Variante problemlos aufschieben und pressen.
Leitungstyp ist laut Prägung zweifelsfrei 5x1,5. Nun mag die Isolation bei Kunststoffschlauchleitung heute vielleicht etwas dünner sein als beim klassischen H07RN-F etc. Aber irgendwas erscheint mir das dennoch unstimmig :-\
Ist es normal, dass kleinere Hülsen problemlos passen? Lieber die vorgesehen Größe pressen oder die mit geringstem Überschuss zum realen Leiterquerschnitt?

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SPS
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von SPS » Sonntag 2. August 2020, 15:05

Hallo,

im EP gab es vor Kurzen einen Beitrag
https://www.elektropraktiker.de/nc/fach ... ometrisch/
Nur für Abo Kunden frei zugänglich oder online Kaufen
Der Leiter darf im Durchmesser kleiner Sein, wenn der Leitwert besser ist.
Leitungen mit hochwertigen Kupfer dürfen dann eben dünner sein wie mit dem Messschieber erwartet.

Eine richtige Lösung welche Hülsen ich dann verwenden muss, gibt der Beitrag auch nicht.
Mit freundlichem Gruß sps

ChuckS
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von ChuckS » Sonntag 2. August 2020, 16:36

Hatte vor einiger Zeit das selbe Problem.
Allerdings bei einer H07V-K 16mm² Litze.

Bei der Dornpressung hielt die AEH gar nicht und erst bei einer 10mm² AEH war das Ergebnis ok.
Dateianhänge
IMAG0387.jpg
IMAG0385.jpg
IMAG0384.jpg

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Elt-Onkel
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Elt-Onkel » Sonntag 2. August 2020, 20:22

Hallo,

hatte ich auch schon.

Allerdings bei 70mm².

Ich habe mich dann für Stiftkabelschuhe entschieden.


...

.
70mm.jpg

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Wulff
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Wulff » Montag 3. August 2020, 12:50

Gleiches Problem taucht ja auch schon bei mehrdrähtigen Leitern, z. B. bei NYCWY auf.

Haben wir hier auch schon mal diskutiert...

Die Frage, die sich mir stellt:

1. Bei AEH: Spricht denn technisch oder vorschriftenmäßig eigentlich was dagegen, eine kleiner AEH draufzusetzen? Nach Gefühl her würde ich sagen, die exakt passende Hülse ist immer noch besser, als eine zu große, die dann bei der Pressung irgendwie vergniedelt wird...

2. Ebenso eigentlich auch bei Kabelschuhen. Wenn die zu große Hülse nicht foprmschlüssig den Leiter umschließt, wie soll sie dann den Strom tragen können?

Dumm ist nur dann derjenige dran, der einen verlegten Querschnitt anhand eines Kabelschuhs bzw. Aufdrucks ermitteln zu wollen... Wird dann lustiges Rätseln....

ThomasR
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von ThomasR » Montag 3. August 2020, 16:16

Nach meinem Wissen sollte man AEH und Kabelschuhe NICHT in einen Topf werfen!

Bei der AEH dient die Hülse lediglich dem Schutz der feindrähtigen Einzeladern gegen Durchtrennung mit der Schraube. Der Anpreßdruck gegen die Adern wird mit oder ohne AEH erreicht. Nicht ohne Grund gibt es genügend Schraubklemmen mit eingebautem Aderendschutz bei denen keine AEH notwendig wäre. Natürlich lässt sich eine sauber verpreßte AEH viel leichter einführen als ein Drahtgewusel. Aber es geht hier um den ZWECK der AEH, nicht Schönheit. Und eine zu große AEH ist kein Problem (solange sie noch in die Klemme passt).

Bei Kabelschuhen MÜSSEN die Einzeladern gasdicht mit der Hülse verpreßt sein. Hier findet der Übergang von den Adern auf die Hülse und dann erst auf den Bolzen statt. Den Bolzen wird ja auch niemand einfach lose anschrauben und erwarten, daß es hält :D

Ich kenne auch Hülsen aus Baumarktbeständen, die eher zu klein sind. So kann ich einen Schwung AEH 0,5mm² nur für 0,35mm² nutzen und die 0,75mm² aus gleicher Quelle nur für 0,5mm²......

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Elt-Onkel
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Elt-Onkel » Dienstag 4. August 2020, 04:20

Hallo,

bei Kabelschuhen ist es ein Lotteriespiel.

Weitkowitz gibt immer zwei Querschnitte an.

Ich, und nur ich, presse immer zu 100 %.
Wie geht das ?
Ich verwende einen beliebigen Kabelschuh, und fülle ihn so auf, daß keine "Preßfahnen" bei einer 6-kant-Pressung entstehen.
Dann ist die Pressung o.k., egal welche Leitfähigkeit der Leiter hat.
Über das "Auffüllen" gibt es lange Diskussionen.
Ich mache es so.
Andere machen es anders.


...

Mail Mayer
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Mail Mayer » Dienstag 4. August 2020, 19:47

Wie füllt man den einen Kabelschuh auf?

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Wulff
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Wulff » Mittwoch 5. August 2020, 07:51

Aus aktuellem Anlaß: Sind gestern auch gerade mit dem Problem aufgelaufen.

NYY-0 300mm² Kabel bekommen, Kabelschuh 13R12 von Klauke, passender Preßeinsatz R22 mit Zange HK60/22 dabei, Anruf von Baustelle:


Paßt nicht! Rohrkabelschuh zu groß! 240er passen mit Saugen und Schmatzen und leichten Schlag auf den Hinterkopf dann doch drauf.... Gefällt mir aber nicht so gut...

Abhilfe ist jetzt:

Entweder eine Backe "Klauke Blue Connection" kaufen, passenden Kabelschuh "Blue Connection" kaufen. Hat bloß kein Großhändler auf Lager...

Oder die Hülse https://www.klauke.com/de/de/hulsen-fur ... ausfuhrung kaufen.

Hat zum Glück jemand auf Lager gehabt.

@MailMayer: So füllt man dann einen Kabelschuh auf. ich weiß zwar nicht, ob Elt-Onkel das so macht, aber das ist auf jeden Fall die technische Lösung dazu.

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Elt-Onkel
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Re: Aderendhülsen zu groß?

Beitrag von Elt-Onkel » Mittwoch 5. August 2020, 12:15

Hallo,

also, wenn der 240er Rohrkabelschuh auf die 300er Ader passt, hätte ich das so verpresst.

Die Industrie möchte gerne was verkaufen.
Also stellt sie Reduzierhülsen her.

Dem Strom ist es piepegal, ob er duch eine Hülse, oder durch eine andere Kupfergeometrie fließt.
Hauptsache es ist Kupfer, und nicht Luft.

Ich habe immer einen Meter H05-VK in 70mm² dabei.
Da isoliere ich das Ende ab, und stecke so viele Drähtchen in das Rohr,
so daß am Ende mit einer 6-kant-Pressung die Ecken scharf sind, und aber keine "Flügel" zu sehen sind.
Das gelingt in 95 % der Fälle schon bei der ersten Pressung,
wenn sich (zusammen mit der Auffüllung) der Kabelschuh 'saugend' aufschieben lässt.

Bei Weitkowitz stehen im Katalog je Rohrkabelschuh zwei Querschnitte für Adern.
Das halte ich für unglücklich.
Besser die Adern runden (verdichten) und Auffüllen.
Die Luftzwickel innerhalb von mehrdrähtigen Adern kann man vorher beseitigen.
Nicht erst beim Pressvorgang mit dem Kabelschuh.

Ich meine, ich hätte schon mal Bilder veröffentlicht,
wo man zuviel Auffüllung und korrekte Verpressung sehen konnte.


...

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