Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschließen

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bo_93
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Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschließen

Beitrag von bo_93 » Montag 23. Dezember 2019, 12:57

Hallo zusammen,
zwischen zwei Gebäuden soll ein Leerrohr ( ich dachte an Fränkische Kabuflex R plus Typ 450) verlegt werden.
Das Leerrohr muss in einem der zwei Gebäude durch eine Kernbohrung in den Keller geführt werden - wie dichte ich das Ganze denn am besten ab?

Ich hatte sowohl an Cellpack DuctSeal als auch an eine Warmschrumpfhauseinführung gedacht, aber dass scheint mir nicht die beste Lösung zu sein für ein Leerrohr.

Durch das Rohr sollen 3 Kabel (9 bis 15 mm Durchmesser) und eine Cat 7 Leitung.

Gruß

bo_93

Elo-Ocho
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Re: Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschließen

Beitrag von Elo-Ocho » Montag 23. Dezember 2019, 13:40

Moinsen bo,

ich empfehle sowohl zwischen Rohr und Bohrung als auch innerhalb des Rohres Pressringdichtungen, z.B. Fa. Kröner

https://www.kroener-dichtungstechnik.de/produkte/.

Es gibt Dichtungen mit einer (Leerrohr) oder mehreren (Leitungen) Öffnungen.

auch ist es möglich, die Dichtung zur nachträglichen Montage zu bekommen.

Gruß,

Ocho
Immer wenn ich Langweile habe, dann melde ich mich in einem Eltern-Forum an und Frage, wie weit man den Schimmel im Pausenbrot der Kinder wegschneiden sollte...

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Wulff
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Re: Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschließen

Beitrag von Wulff » Montag 23. Dezember 2019, 13:43

Guckst du bei Fränkische...


https://www.fraenkische.com/de-DE/produ ... us-typ-450, da steht unten Kabuseal drauf....


Bei anderen Dichtmassen wie Ductseal drauf achten, dass die am Rohr haften bleiben.

Wenn das eine Wandung aus PE ist, wird es unter Umständen schwierig mit Anhaftung des Dichtmittels an der Wandung.

Ansonsten gehen natürlich auch die anderen Verdächtigen wie Doyma Hauff etc.

Dichtung an der Außenwand nicht vergessen!

HIlfestellung an sich und überhaupt zum Thema gibt es beim https://www.fhrk.de/.

bo_93
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Re: Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschließen

Beitrag von bo_93 » Montag 23. Dezember 2019, 14:18

Wulff hat geschrieben:
Montag 23. Dezember 2019, 13:43
Guckst du bei Fränkische...


https://www.fraenkische.com/de-DE/produ ... us-typ-450, da steht unten Kabuseal drauf....


Bei anderen Dichtmassen wie Ductseal drauf achten, dass die am Rohr haften bleiben.

Wenn das eine Wandung aus PE ist, wird es unter Umständen schwierig mit Anhaftung des Dichtmittels an der Wandung.

Ansonsten gehen natürlich auch die anderen Verdächtigen wie Doyma Hauff etc.

Dichtung an der Außenwand nicht vergessen!

HIlfestellung an sich und überhaupt zum Thema gibt es beim https://www.fhrk.de/.
Moin Wulff,
Danke erstmal für die Antwort, Kabuseal hatte ich auch schon gesehen - demnach müsste ich innen und außen jeweils Kabuseal setzen und in das Rohr dann Kabu-IN?

Erschien mir zwar logisch, aber konnte ich leider niergends raus lesen und auch in keiner Abbildung sehen.


Danke auch Ocho,
gucke ich mir auch mal an! :)


Gruß

bo

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Wulff
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Re: Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschlie

Beitrag von Wulff » Montag 23. Dezember 2019, 17:00

Kabu-In sicherlich, ich würde das Rohr innen mit den Kabeln auf jeden Fall abdichten.

Ich gehe mal davon aus, du willst das Rohr später nochmals zugfähig haben, ohne draussen wieder ein Kopfloch haben zu müssen...... Dann muss das Rohr durch die Wand gehen.


Das ist dann auf jeden Fall sicherer, falls mal das Rohr unterwegs beschädigt wird.

Kabu-Seal ist dann das Thema Dichtung Rohr zum Mauerwerk hin. Hier hängt es von der Dichtebene der Aussenwand ab.

Wenn es z. B WU-Beton ist, setzt man eben auf der äusseren Wandebene den Kabu-Seal ein, innen dann die Kabu-In-Dichtung. Das Rohr einfach so einmörteln ist nicht fachgerecht, da der Mörtel i.d.Regel schwindet, ist die erste Wassereindringung der vorprogrammiert.


Wenn du z.B eine schwarze Wanne hast, musst du wieder einen anderen Weg gehen, dann musst du das Rohr mit einem Flansch (Edelstahl, auf die Wand geschraubt und eingedichtet) zum Erdreich abdichten.

Ansonsten gibt es z. B. Von Doyma oder Hauff auch geschlossene Rohre, die deutlich fester sind... gehen aber preislich dann ab!

Alles nicht ganz trivial, wenn es richtig werden soll.

Ansonsten immer die Fachberater der Hersteller anrufen... die helfen eigentlich immer git weiter -so meine Erfahrung bei allen dreien... -

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Elt-Onkel
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Re: Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschließen

Beitrag von Elt-Onkel » Montag 23. Dezember 2019, 18:20

Hallo,

gasdicht verschließen ist eine Herausforderung.

Ich kenne keinen Kabeltyp, der längsgasdicht ist.

Zwischen Mantel und Ader und zwischen Aderisolierung und Leiter krabbelt das Gas durch.

Ich habe mich mal beholfen, indem ich Abzweigkästen gesetzt habe,
und diese vergossen habe.
Dann war die Geschichte längsgasdicht (druckdicht).

Das betrifft aber nur die gängigen Gase wie Stickstoff, Sauerstoff, Methan, pp.

Gegen Wasserstoff hilft nichts.
Wasserstoff diffundiert durch sämtliche Materialien.


laut&hell
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Re: Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschließen

Beitrag von laut&hell » Dienstag 24. Dezember 2019, 00:34

Hallo,

ich hab auch nochmal einen ganz anderen Punkt, falls bisher noch nicht bedacht...

Brandschutz (gerade bei Geschossdurchbrüchen) auch mit einkalkuliert?

bo_93
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Re: Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschließen

Beitrag von bo_93 » Dienstag 24. Dezember 2019, 23:16

Danke für den Hinweis, darüber habe ich auch schon nachgedacht - deshalb halt vor allem auch der gasdichte Verschluss. :)

Wenn ich die Preise so in summe sehe wird es wohl doch ehr auf eine direkte Verlegung und Schrumpf-Mauerdurchführung von Cellpac hinauslaufen.

Gruß

bo_93

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Re: Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschließen

Beitrag von laut&hell » Donnerstag 26. Dezember 2019, 13:08

Die gasdichte Abdichtung ist nett gemeint, entspricht bei einer Durchführung durch ein Bauteil mit Brandschutzanforderung aber nicht den Vorschriften.

Gemäß MLAR sind nur Einzeldurchführungen <= 14mm zur Abdichtung mit nicht brennbaren Baustoffen (idR. Steinwolle und Gips oder Mörtel) erlaubt (gilt für Wände, Geschossdecken musst du nochmal nachlesen). Alles darüber muss mit einem Brandschott mit AbZ gemacht werden, da gibt es unterschiedliche Systeme von z.B. Hilti oder Würth. Wenn du ein anderes einsetzen magst musst du darauf achten, dass es eine entsprechende aktuelle Zulassung hat und du die Anforderungen der Zulassung erfüllst sowie Errichter und verwendetes System neben dem Brandschott dokumentiert werden.

Olaf S-H
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Re: Leerrohr in nachträglich erstellter Kernbohrung Wasser- und Gasdicht verschließen

Beitrag von Olaf S-H » Sonntag 29. Dezember 2019, 22:35

Moin laut&hell,

die MLAR bezieht sich auf Wände mit Brandschutzanforderungen. Bei Außenwänden sind diese eher selten.

Ich hatte aber auch schon den Fall, dass ein Durchbrennen zum nachestehenden Nachbargebäude bei einer unterirdischen Trassen vermieden werden musste. Insofern ist es sicherlich sinnvoll, über dieses Thema nachzudenken.

Gruß Olaf
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