Seite 2 von 3

Re: Komischer Herdanschluss

Verfasst: Freitag 1. November 2019, 08:31
von Olaf S-H
Moin froebel,

für mich sieht es so aus:
1: L
2: L
3: fehlt
4: L - gehört eigentlich auf 3
5: N - im Drehstrombetrieb sollte diese "interne Doppelbelegung" keine Probleme bereiten, bei unzulässigem Einphasenbetrieb nur nach Rücksprache mit dem Hersteller
6: PE

Die L untereinander dürften keinen Spannungsunterschied aufweisen und 1-5, 2-5 und 4-5 müssten 230 V ergeben.

Damit haben wir einen mit 48 A abgesicherten Neutralleiter.

Dies wäre dann ein klassischer Fehler: Vorrüstung auf Drehstrom und fachwissenbefreite Inbetriebnahme. Folglich ist Handlungsbedarf gegeben. Um den Herd "gefahrgemindert" nutzen zu können, sollten 2 der Sicherungen abgeschaltet werden. Dann funktionieren 2 Platten (jenachdem, welche Sicherung noch eingeschaltet bleibt).

Eine Möglichkeit wäre auch eine Meldung bei VNB, Innung und BG. Dies ist aber immer davon abhängig, wie gesprächsbereit die Akteure sind und wie lange Du dort in Frieden wohnen möchtest. :D

Gruß Olaf

Re: Komischer Herdanschluss

Verfasst: Freitag 1. November 2019, 12:09
von Funker
 von EIB-Nutzer » 31 Okt 2019 18:38
- Mieter hat von Drehstrom auf Wechselstrom ge-downgradet, einige Zeitgenossen verkaufen das als den Ultimativen Spartrick ohne nur den Ansatz einer Ahnung zu haben.
.
Muß nicht so sein. Ich habe jetzt in Berlin festgestellt, daß möglicherweise der Netzbetreiber Anschlußprobleme hat. Es gibt hier sehr viele
Wohnungen im Bestand die nur 1 x 63 A oder 50 A mit Wechselstromzähler (Wilmersdorf, Stegliz) bekommen haben, teilweise auch im älteren Neubau nach 1990 in Berlin Mitte.

Re: Komischer Herdanschluss

Verfasst: Freitag 1. November 2019, 13:45
von Trumbaschl
Funker hat geschrieben:
Freitag 1. November 2019, 12:09
 von EIB-Nutzer » 31 Okt 2019 18:38
- Mieter hat von Drehstrom auf Wechselstrom ge-downgradet, einige Zeitgenossen verkaufen das als den Ultimativen Spartrick ohne nur den Ansatz einer Ahnung zu haben.
.
Muß nicht so sein. Ich habe jetzt in Berlin festgestellt, daß möglicherweise der Netzbetreiber Anschlußprobleme hat. Es gibt hier sehr viele
Wohnungen im Bestand die nur 1 x 63 A oder 50 A mit Wechselstromzähler (Wilmersdorf, Stegliz) bekommen haben, teilweise auch im älteren Neubau nach 1990 in Berlin Mitte.
Kann ich schwer nachvollziehen, warum man da nicht zu den in Österreich teilweise bis heute üblichen 3x25 oder wenigstens 3x20 A (in Österreich für kleine Wohneinheiten teilweise bis in die 80er gängig) zurückgegriffen hat. 3x20 A ist weniger Last für den NB als 1x63 (ok, die 3 Ampere, aber trotzdem) und für den Kunden weit bequemer.

Re: Komischer Herdanschluss

Verfasst: Freitag 1. November 2019, 14:20
von EIB-Nutzer
Trumbaschl hat geschrieben:
Freitag 1. November 2019, 13:45

Kann ich schwer nachvollziehen, warum man da nicht zu den in Österreich teilweise bis heute üblichen 3x25 oder wenigstens 3x20 A (in Österreich für kleine Wohneinheiten teilweise bis in die 80er gängig) zurückgegriffen hat. 3x20 A ist weniger Last für den NB als 1x63 (ok, die 3 Ampere, aber trotzdem) und für den Kunden weit bequemer.
2/3 Adrig gegen 4/5 adriges Kabel + anderer Sachen ist billiger, der BWLer im Einkauf bekommt mehr Bonus. Nennt sich dann Netzzwänge...

Gruß

Ralf

Re: Komischer Herdanschluss

Verfasst: Samstag 2. November 2019, 14:09
von Trumbaschl
EIB-Nutzer hat geschrieben:
Freitag 1. November 2019, 14:20
Trumbaschl hat geschrieben:
Freitag 1. November 2019, 13:45

Kann ich schwer nachvollziehen, warum man da nicht zu den in Österreich teilweise bis heute üblichen 3x25 oder wenigstens 3x20 A (in Österreich für kleine Wohneinheiten teilweise bis in die 80er gängig) zurückgegriffen hat. 3x20 A ist weniger Last für den NB als 1x63 (ok, die 3 Ampere, aber trotzdem) und für den Kunden weit bequemer.
2/3 Adrig gegen 4/5 adriges Kabel + anderer Sachen ist billiger, der BWLer im Einkauf bekommt mehr Bonus. Nennt sich dann Netzzwänge...
Kann ich, nachdem oben von Wohnungen (= Mehrfamilienhaus) die Rede war, schwer nachvollziehen. Bis zum HAK wird doch wohl generell Drehstrom liegen, jedenfalls bei mehreren Wohneinheiten, und alles dahinter ist von der Errichtung nicht mehr Budget des Netzbetreibers.

Re: Komischer Herdanschluss

Verfasst: Samstag 2. November 2019, 16:09
von EIB-Nutzer
Hallo,

Nicht zwingen muss am HAK Drehstrom liegen, bei Mehreren Mehrvermillienhäusern kann man auch jedes Gebäude 1Phasig anfahren und macht die Lastverteilung per Haus. Spart auch Material. Oder es sind alte Installationen in Bereichen wo früher kein Drehstrom war und man wollte die Strasse nicht aufmachen um zum Abzeiger zu tauschen. Mehrfamilienhaus heisst nicht zwingen Nachkrieg-Drehstom. In Düsseldorf gibt es auch noch Modernisierte Altbauten wo der HAK von "Reichsstromwerk" Installiert wurde. Solange kein Durchlauferhitzer rein kommen kommt man meist damit durch.

Gruß

Ralf

Re: Komischer Herdanschluss

Verfasst: Montag 4. November 2019, 13:55
von Trumbaschl
EIB-Nutzer hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 16:09
Hallo,

Nicht zwingen muss am HAK Drehstrom liegen, bei Mehreren Mehrvermillienhäusern kann man auch jedes Gebäude 1Phasig anfahren und macht die Lastverteilung per Haus. Spart auch Material. Oder es sind alte Installationen in Bereichen wo früher kein Drehstrom war und man wollte die Strasse nicht aufmachen um zum Abzeiger zu tauschen. Mehrfamilienhaus heisst nicht zwingen Nachkrieg-Drehstom. In Düsseldorf gibt es auch noch Modernisierte Altbauten wo der HAK von "Reichsstromwerk" Installiert wurde. Solange kein Durchlauferhitzer rein kommen kommt man meist damit durch.
Faszinierend! Ich kenne aus Österreich ausschließlich Drehstrom-Hausanschlüsse, bzw. antike Reste von Dreileiter-Gleichstrom-Hausanschlüssen. Meine Verwirrung bezüglich des konkreten Beispiels bleibt allerdings bestehen: bei einem Hausanschluss von vor dem 2. Weltkrieg würde ich von einer Anschlussleistung von maximal 1x25 A pro Wohnung ausgehen. Da scheint mir eine Erhöhung auf die oben erwähnten 1x50 oder 63 A ohne Anschlussverstärkung seitens des VNB nahezu unmöglich. Sobald diese Verstärkung notwendig ist, würde ich von Drehstrom ausgehen. Abgesehen davon war oben von Neubauten aus den letzten 30 Jahren ("nach 1990") die Rede.

Re: Komischer Herdanschluss

Verfasst: Montag 4. November 2019, 14:06
von EIB-Nutzer
Hallo,

hängt immer von der Leitung in der Erde ab...nicht zwingend sind da 4 Adrige Kabel wie ich selbst gesehen habe. Dann ist der Aufwand zur Umstellung auf Drehstrom größer.

Gruß

Ralf

Re: Komischer Herdanschluss

Verfasst: Montag 4. November 2019, 15:56
von IH-Elektriker
Tobi P. hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 22:38
....schicken dir den Gaswassermaurerputzerelektriker aka Facility-Manager vorbei....
....und wenn so ein "Allroundfachmann" nicht im eigenen Bestand der Hausverwaltung ist wird halt schnell ein externer "Hausmeisterservice" beauftragt - der mit der Qualifikation für alle Arbeiten rund um's Haus vom Straße kehren über Rasen mähen, Rosen pflanzen, Tapezieren, Fenstertausch und natürlich der Fähigkeit Strom, Gas und Wasser vollständig zu bändigen.

Abgesehen davon wird der normale elektrotechnische Laie davon ausgehen das ein Herd bei dem alle Platten mehr oder weniger warm werden doch anstandslos funktioniert. Also muss die Hausverwaltung nicht mal denn oben definierten Fachmann vorbei schicken - das lässt sich am Telefon klären mit der Farge ob alle Platten warm werden und duchr die Antwort des Herdnutzers "ja werden sie" die absolute Fehlerfreiheit der elektrischen Anlage geklärt ist - weil wenn was defekt wäre würde der Herd ja nicht warm..... :D

Re: Komischer Herdanschluss

Verfasst: Montag 4. November 2019, 16:29
von EIB-Nutzer
Mieter: "Der E-Herde wird nicht richtig Warm..?"
Verwaltung: "haben Sie ganz unten eine Schublade?"
Mieter: "Ja..."
Verwaltung: "Bei uns ist der Strom nicht so Stark, für volle Leistung bitte unten in der Schublade ein paar Brikett anheizen, dann wird das was!"

;)

Gruß

Ralf